Archiv für November 2016

30
Nov
16

auf der suche

auf der suche

ich weiß
es macht euch traurig
ich weiß
es macht euch rasend
ich weiß
es macht euch ratlos
doch wisst ihr
ich weiß nicht
was ich dazu noch
sagen sollte
außer

ihr könnt euch gerne
alles denken
ihr könnt mir  gerne
alles nehmen,
nur mein gesicht
eben nicht
weil ich wirklich  glaube
dass ich etwas
von wert gewinne
dann wenn ich es
selbst verliere

29
Nov
16

Auch wahr (1)

Mag ja sein
alle Wege führen
von hier aus nach Rom,
nur heißt das eben leider auch:
keiner von ihnen führt
dich irgendwo
auch dort wieder
heraus!

Bedeutet, im Klartext:
Such einen Neuen
oder veni, vidi, vici,
geh mit Rom zusammen nieder.
Dann war’s von Anfang her schon aus.

29
Nov
16

Eis am Stil (3)

Wo soll ich hier noch freischprechen
und dabei keine Regeln brechen,
wenn doch bei vielen, beinah allen,
die Worte waren schon Gefallen,
bevor sie jemals fielen?
Zu schteif, damit zu schpielen?

29
Nov
16

Eis am Stil (2)

Als mir nicht mehr viel einfiel,
wählte ich den hehren Schtiel,
mich ins rechte Licht zu rücken,
wo sie Dichtertrauben pflücken.
Höher hängend! So sollt’s sein!
Doch allein:
Schtilistisch macht kein Wort mehr Sinn,
wenn ich gedanklich Riese bin,
der den Wicht in mir verdeckt,
der in jedem Riesen schteckt,
wie der Riese auch im Wicht –
ich wurde anders. Riesig nicht…
denn wenn Riese ehrlich ist…
was sieht er? Außer Riesen-Mist?
Weshalb Wicht-ig sein dieser Zeit
ist von Riesen-Wicht-igkeit?
Wie das geht? Mit Haut und Haar.
Klappt schtilistisch wunderbar.

29
Nov
16

Eis am Stil (1)

Einen schpeziellen Schtiel
wählt man mit dem Ziel,
sich selber draufzuschtecken
und dann genüsslich dran zu lecken.
Und/oder um lecken zu lassen.
Schtiel muss nicht können, Schtiel muss passen,
weshalb sie meistens ohne
Rückgrat lebt, die Schtielikone.

29
Nov
16

Hier steh ich nun, ich armer Tor…

Ich schreie, klage, kratze, schreibe,
frag mich selbst, was ich da treibe,
was zum Teufel ich da mache,
wenn ich nicke, spotte, lache

nach Feuerregen, Regen, Feuer –
ist guter Rat halt ziemlich teuer.
Ich kenn inzwischen jede Phrase,
die mir sagt: Jung, das ist Phase!

Hochmut kommt echt vor dem Fall?
Weiß ich seit dem ersten Knall.
Wer was hat, braucht für was nicht sorgen?
Weiß nicht, hab ich, kann’s verborgen,

selbst, wenn’s mir noch so dreckig geht.
Seht mich an, kommt und seht
mich auf der Schneide, reicht mir Messer!
Kommt und seht, dann geht’s uns besser!

Ich kenn es eh schon, könnt ich schwören,
das Gefühl vom hiernichthingehören,
denn jeden Platz, zwischen den Stühlen,
fand ich, um mich falsch zu fühlen,

jedes ich, hier im Verderben,
sah ich kommen, sah ich sterben –
den Verstand, der euch wohlangeboren,
den hab ich mehrmals schon verloren,

wie alles, was ihr mehr… kapiert?
Man bekommt’s, wenn man’s verliert!
So nämlich wurd mir eines klar:
All die Lügen, sie sind wahr

und was ich wundersamerweise tu,
lässt aus gutem Grund mir keine Ruh!
…ach, wenn ihr doch wie ich nur wüsstet,
was über mich ihr wissen müsstet…

…weil ihr Menschen mir sehr fehlt,
kommt’s dazu… dass ihr mich quält…

25
Nov
16

Nein und Amen

Heutzutage will man meinen
es reichte, etwas zu verneinen,
doch so klar es ist und richtig,
dieses „nein“, weil es wichtig

ist nicht einfach zu marschieren,
wenn sie sich im Mob gruppieren –
reicht das? Kann’s gar sein,
wir haben vielleicht was gemein

mit denen, die uns so beschämen,
die wir versuchen, abzulehnen?
Was sind denn deren Absichten?
Ausradieren und vernichten!

Zerstören und begraben!
Was sie wollen? Was nicht haben!
Was sie haben ist allein
dieses eine ja zum nein.

Was halten wir dagegen, Leute?
Ja, ein nein zur braunen Meute,
doch was uns wie ihnen fehlt
ist ein Weg, auf den man zählt,

eine andre Richtung, die wir gehen,
eine Welt, für die wir stehen,
ein neuer Traum, für den’s nicht reicht,
wenn man draus das Alb bloß streicht.

Ohne bleibt nur dieses nein zu wagen
mit dem wir schweigend „ja“ sagen
zu dem alten Erdenschoß,
auf dem das Falsche wurde groß

und ohne wird’s das wieder werden,
bleiben wir bloß bei Beschwerden
zu denen man sich lässt herab –
dann nicken wir im „nein“ nur ab.

Wenn Dinge nicht passieren sollen,
brauchen wir was, was wir wollen;
gibt es nichts, nur gegenüber –
bleibt man stehen. Vielleicht drüber,

doch dies „NIEWIEDER“, das wir gerne
hätten, rückt in weite Ferne,
weil es Verneinungen nicht geben kann
ohne ja und einen Glauben dran.




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