Archiv für Dezember 2019

28
Dez
19

Vom bayrischen Demokraten

Es fürchtet der Andreas Scheuer
den kommenden Asyltourist.
Riecht nicht gut und kostet teuer
bis zur Asylablauffrist.

Wo sie heut aus Seenot retten,
erinnere ich blass –
war was, könnt ich wetten.
Aso ja, genau das:

Da schoben einmal FrontEx-Boote
per PushBack auf das Meer zurück.
Vom Flüchtlingskahn, da winkten Tote.
Macht es gut und wünscht uns Glück!

Die Fischer durften den nicht retten
der vor ihren Füßen sinkt.
„Ob wir dort wen gesehen hätten?
Joa, ein Bimbobötchen sinkt.“

Es fürchtet der Andreas Scheuer
den kommenden Asyltourist?
Ein Arschloch, Mörder, Ungeheuer
das recht tüchtig Nazi ist.

21
Dez
19

nichts, nichts

Wieder seht ihr nichts, benommen.
Genau wie letztes Mal.
Wieder ist es so gekommen,
erwachsen Seelenqual
aus Blutbädern von gestern.
Wieder steht das Gesternheer,
sind Brüder und sind Schwestern
nur Fuß noch bei Gewehr.
Wieder gibt’s nur gute Krieger,
wo jeder über jeden lacht
bedeutet Fehler sie zum Sieger
den jeder gleich woanders macht.
Wieder konnte ihn kein Mensch sehen.
Der Kraken ging auf Seelenfang.
Wieder konnt kein Mensch verstehen
Leid, Elend. Dinge und ihr Gang.
Wir müssen hin zum Ende gehen!
Weg vom fort Schritt lebenslang.
Heute könnt der Wind sich drehen –
erhebt ihr euch zum Angesang!

Propaganda ist an letzten Tagen
leider gemacht leicht
wo die einen nicht ertragen,
dass man andern Hände reicht,
funktioniert sie wie Schwingtüren:
Einen winkt sie in das Haus
um ausschlagend wen wegzuführen;
weg! Ins Stolze! Ab und Raus!
Seht ihr den Zeitarbeitermorgen?
Am Nachtschrank liegt die Line.
Nach Arbeit die Beschaffungssorgen?.
Ohne krank geschrieben sein?
Seht ihr ihn zu Hause sitzen,
der an keinen Morgen denkt?
Seht ihr sie zu Hause schwitzen,
wie ein Andrer sie sich schenkt?
Wenn Andre für ihr Leben werben,
Geld. Geld. Geld, Wohlstand,
seht ihr sie beim Anblick sterben?
Seht ihr wie die Hand sie fand?

Seht ihr ihn daheim alleine,
wie er’s nicht wissen kann:
ist es die Welt? Ist es meine
Schuld? Seht ihr den Zweifel dran?
Seht ihr drüber kalte Augen
schöpfend draus die Kraft,
die aus Hass Glauben,
die Dunkelheit in Herzen schafft?
Seht ihr nicht die Flut an Drogen,
Dank Lederweste. Dank SA?
Maske, die sie krumm gebogen?
Die mit ihnen ich gehen sah?
Sie werden nicht marschieren.
Ein Schlachtruf, Erde bebt.
Sie werden einfach explodieren,
trampeln über das, was lebt.
Fortan wohnen Psychologen
im eignen Pharmaschrank.
Was sie zu versteh’n erwogen –
kriegt den Rest, zieht es sie blank.

Wahrheit! wird die Zeitung pressen.
Keiner liest. Betonurwald.
Lehrer werden Bücher fressen
auf der Suche nach Gehalt.
Ja, dieses Biest, das Braune!
Hat jeden auf dem Schoß.
Tod macht ihm noch mehr Laune,
seit es endgültig nun endlich groß.
Es streichelt euch die Haare,
es streichelt euch die Haare grau.
Blut wird fließen, tausend Jahre
das weiß es beruhigt ganz genau.
Es war nie finstre Lehre.
War Nachfrage und Angebot.
Ob Mensch lebendig wäre,
schickte er nicht in den Tod?
Das Messer an der Kehle.
Es fällt, das Leichentuch.
Am Ende bleibt Gequäle.
Am Anfang stand ein Buch.

Dagegen sind wir angekommen
ohne Grollen als ein Licht,
im Lebensfluss geschwommen
der in Spektren bricht.
Soll die Farbe tanzend packen!
Freier Wille! Freie Wahl!
Es kamen nur gepatchte Jacken
in den prall gefüllten Saal.
Sie gaben ab an den Garderoben,
wo ihr zufrieden sitzt.
Blicke unten und Haupt oben,
wo keiner Blut und Wasser schwitzt.
Ihr wollt auf euch verzichten?
Bässeballern. Ahnt ihr’s schon?.
Es beben erste Schichten.
Wände stürzen Polyphon.
Die Farben, sie entweichen
Richtung Heimat Himmelszelt,
schwirren, irren, tanzen, reichen,
Blitzezucken, Zeitsiefällt,
Feindebringen,
Freundegehen,
Händeringen,
Halsumdrehen,
Benzinregen,
Augenrollen,
Gottessegen,
Kindertollen,
Haubitzensingen,
Junkietanzen,
Spritzenspringen,
Grünpflanzen,
Dünenwehen,
Bombenschlag,
Zeitgeschehen,
Zeitbelag,
Mordbegehen –
alles, alles in den Himmel!
Meldodie! Und Tanzflammen!
Mehr zucken, mehr Gewimmel
bis dann über Fahnerammen
ein Moment
reines Schweigen,
mit Zeit stehend
im Tanzreigen
und alter Erden Asche fällt
durch die dicke Luft
und auf die Böden neuer Welt.
Neues Bild und Frühlingsduft
und Mensch und Unterschied,
und alle Teile, ganzer Sinn
und alle Noten, neues Lied
und Schleierheben. Neubeginn.

Mein Mund ist eine Narbe.
Feuerwassernd, neunmalklug.
Meine Seele, ihre Farbe
in Atmosphären Trümmerflug.
Ich verlor mich, mich zu finden.
Höhenflüge, Drogensucht.
Ich kam bloß an, um zu verschwinden.
Frei geschwommen. Auf Fahnenflucht
gieß ich Erguss in Guss aus Güssen,
leide Leid mit Leidenschaft,
fließ ich auf Floß im Fluss mit Flüssen;
bin ich Schuft der’s schafft und Schüftin schafft
und will eigentlich nur küssenmüssen.
Ich haue raus, was mich rein zieht,
schließend Schluss aus Fehlschlüssen
geb mein Herz ich an das Lied
und vielleicht bin ich verloren
und vielleicht bin ich längst hin
und vielleicht weil ich geboren
zu gewinnen bin.

21
Dez
19

lass mich lernen

Traurigkeiten wurden Depressionen
die in vermeintlich Kranken wohnen.
Sie glauben daran sich zu schonen,
denn für Schmerz? Muss es sich lohnen!
Er kommt um richtig fett zu fressen
und kann nur wie ein Geier kreisen
wo Gefühl ist, um’s zu stressen.

Er kann sich dort nur festbeißen
wo nicht verdrängt wird, zu vergessen.
Er kann sich nur an dem auslassen,
der zum Nehmen was besessen –
an alle, die nicht allen passen!
Ja, er kommt, um euch zu holen.
Ja, er kommt, um euch zu brechen.
Ja, er wurde abbefohlen
von denen, die gern groß sprechen!

Deshalb holt den Teufel von den Wänden
und malt ihn auf die Fahnen,
stemmt sie mit den eignen Händen
über die genormten Bahnen!
Steht auf! Steht auf! Bleibt nicht liegen!
Stellt euch taub und blind!
Lasst die Tränen windwärts fliegen!
Landen, wo sie sicher sind.

Haltet durch, wenn sie sich berauschen
an Problemen, Leid, und Drogen
denn auch ihr, ihr wollt nicht tauschen!
Ihre Angst ist weggelogen!
Ihr wisst, wovon ich spreche!
Dazwischen kann es einen lähmen.
Ob ich fliege, falle, breche?
Stolz sein? Mich zu Tode schämen?

Ob Bahnhof, Kneipe, Schuppen!
Haltet gut euch an euch fest!
Haltet durch, um zu entpuppen.
Die Zeit besorgt zur Zeit den Rest!
Verschenkt was sie euch fort genommen,
so kann’s euch keiner rauben.
So wird die Zeit bald kommen?
Sicher! Wenn wir daran glauben!

Was nützt uns dies Gedinge
am Geist und an der Kehle?
Warum ich unter Schmerzen singe?
Ich glaube an die schwarze Seele
die sie priesternd stets verfluchen,
weil ich an Augenringen zähle:
Die Zeit ist alt. Muss Neue suchen.
Weil ich mir selbst sonst fehle

werf ich ins Dunkel einen Kuss
ohne Plan, wie weit ich gehe
hol ich, was ich haben muss.
Was ich in ihrem Wort nie sehe
zwischen schwarz und grellem Licht,
wo ich sage: Mach ich! Klar!,
wo man gut sagt, glaubt es nicht,
wo meine Blicken legen dar:

Ich kann hier niemals wirklich leben.
Zum Kleinermachen werde ich nicht groß.
Ich bin zu klein, nach Geld zu streben.
Ich geb nicht auf. Ich lasse los!
An jeden Grund mich nicht zu hassen,
der von hier fast vertrieben:
Halte durch! Du musst mich lassen!
Lass mich lernen neu zu lieben!

06
Dez
19

mehr musst du nicht wissen!

Wenn Proffs am Reißbrett stehen
um Menschen zu entwerfen,
Balken wachsend Diagramme drehen,
sie hämmern, nageln, schärfen,

glaubt dummerweise stets der Schlimmste
sein Wesen solle Mehrheit sein,
zieht dummerweise bloß der Dümmste
freiwillig mit beim Schlimmsten ein.

Siehst du die Torheit grienen?
Professore! Sonnenschein!
Wer bereit ist, ihr zu dienen
dessen Heimat wird sie sein.




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Bedeutet im Klartext: Teilen? Jederzeit! Zerteilen? Kein Stück! Alles, was hier an Texten erscheint, ist geschrieben ohne kommerziellen Hintergrund und in diesem soll es auch bleiben.
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