Posts Tagged ‘Weg

22
Okt
11

Der erste Weg zur Besserung?

Vermessen, verhoben und viel zu neurotisch
nur high, verloren und eh bloß besessen
verzweifelt, verloren, dabei noch exotisch
nur einsam, traurig und eh bald vergessen

Abgefuckt, abgehoben und selbst bloß betrogen
bedeutungslos und zu sich nicht ganz ehrlich
abgedreht, abgeschoben, auf sich bloß bezogen
so ahnungslos und dazu noch selbstherrlich

Ach Mensch, wie soll ich´s richtig nur machen
„einfach alles glauben, dumm! Ganz ehrlich!“
über Dummen, glaubst du, kann man nur lachen
Zweifel an dir machen dumm und gefährlich

Mensch, du willst verpflichtend Geschichte erkennen
warnst vor reißendem Fluss und bösen Quellen
Mensch, willst als historisch bedingt es dann nennen
dagegen selber zu türmen reißende Wellen

So dürft´ ihr den Tollen weiter gerne lächerlich machen
doch bittersüß schmeckt er nach, der reine Wein
vom bitterstem Ernst zeugt oft das gezwungene Lachen
was den Kater erspart. Bitte schenkt mir weiter ein.

01
Nov
10

Lasst uns nun kämpfen

Am Fuße der Treppe, da stand ich nun
als kleines Kind, das Haupt war gesenkt
jeder Blick nach vorne, er schien verschenkt
voller Angst beschloss ich ihn doch zu tun

Doch was ich sah war Nichts als Nichts
so erdachte ich, noch einmal umzukehren
hoffend Vergangenheit könnt´ mir bescheren
es flossen nur die Tränen der Bilder angesichts

Der Hof, auf dem ich als Kind gespielt
lag vor mir nun als eisige Tundra brach
der graue Bau, in dem man mir Lehren sprach
grau auf grau, wie sich´s auf der Welt verhielt

Er war verschwunden hinter Felsen und Eis
nach vorne nur nichts, Blicke nach hinten bitter
vor mir der Abgrund, hinter mir nun ein Gewitter
so kroch ich los, kochte innerlich langsam heiß

Hinter den Felsen, erfroren in der ewigen Kälte
tote Körper von Müttern, Vätern und Kindern
nur verwelkte Blumen, die Kadaver von Rindern
mit den Schreien der Lieben, es reichte als Schelte

Mich doch aufzurappeln, um auf den Grund zu gehen
die Angst zu ergründen, um die Lüge, die ich lebte
seit jeher ich fühlte, als ob man ins nichts mit mir strebte
auf dem Weg nun alleine, wollte mich selber verstehen

So fand ich ihn dann. Diesen Bau, der einst war grau
gemahlen zum Häufchen, in aller kleinste Scherben
zerbrochene Weltbilder, sie zeugten so vom Verderben
der Menschen. Zu leben zu dumm, zu sterben zu schlau

Ich stand alleine im Regen und hörte zu gut
die Schreie der Lieben, von ihren bitteren Enden
das längst begonnen, doch wohin sollte ich wenden?
Schlug die Faust in die Scherben, um zu sehen nach Blut

Verlor meine Sinne, doch weigerte mich zu glauben
dies sei das Ende, so schloss ich die Augen
schrie gen Himmel, was sollte die Stimme noch taugen
plötzlich ein Flüstern, es begann dem Dunkel zu rauben

Von Menschen wie mir, kämpfend, um gefrorenes Herz
sie begannen zu reden, nach mir zu rufen
ich nach ihnen. Stimmen geeint, die ein Obdach schufen
für neue Hoffnung, in ihm zu heilen den Schmerz

Vom du zum ich und VOM ICH ZUM WIR
in gemeinsamen Glauben, so wurden wir ein
dies Gefühl, ein Teil nun dieser Welt zu sein
diese Welt, sie wurde ein Teil von mir

Drehte mich um sie, sie drehte um mich
während langsam die Vermissten sich fanden
um mich herum, nur ihre Stimmen verschwanden
im Mahlstrom der Stimmen durfte spüren ich dich

Wie du nach mir wolltest greifen noch
konnte nicht, deine Hand nicht mehr fassen
die Augen, ich musste sie geschlossen lassen
so nah bei mir, verlor ich der Nächsten dann doch

Dich sicher zu wissen, ich musste schwören
einfach weiter zu kämpfen, mich durchzuringen
wie jede der Stimmen mein Opfer zu bringen
die Augen zu öffnen, es könnte den Traum zerstören

Musstest mich so gequält, brechend, fast tot gar sehen
doch Stein für Stein, unser Heim, ´s ist am Entstehen
siehst mich weinend, schreiend, redend, am Flehen
aus Angst um mich musst du beschließen zu gehen

Du fehlst mir so sehr, wie unsere Blicke sich einen
doch ich tu´s auch für dich, auch das deinige Leben
denn ohne den Kampf, die unsere Welt hat´s gegeben
unsere Kinder wird sie quälen. Unsere, alle, die Deinen

So lass sie uns noch weinen, diese letzte der Tränen
ob ich die Augen je wieder öffne, dein Gesicht zu sehen
es ist so ungewiss. Doch bitte, musst mich verstehen
ich liebe mich, dich zu sehr, muss sicher uns wähnen

Sehe vor geschlossenen Augen aus Nichts entstehen
aus den Scherben, diesen einen Platz
an dem ich dich halten kann, den wertvollsten Schatz
werde mit Unbekannten diesen Weg zu Ende gehen

Denn du bist sie wert, jede noch so große Qual
ihr wisst, ich kann nicht mehr zurück noch gehen
ließt längst schon los, auf nimmer Wiedersehen
meine Furcht um uns alle, sie lässt mir keine Wahl

Auch mit dieser Angst, dass ich nur noch kann vererben
diesen letzten Gedanken, um schließlich zu verharren
um mit geschlossenen Augen dann ewig zu erstarren
hab solche Angst. Ich bin längst bereit, für uns zu sterben.

Doch wie es auch kommt, ich muss so nicht gehen alleine
die Welt im Arme. Hoffe ich so, je wieder zu fallen in deine.

20
Sep
10

Am Ende

Ein Weg beschwert von Steinen
gegangen. Mit stets schweren Beinen
offene Augen. Die um Zukunft weinen
der Umwege viele. Der Auswege keinen

Ein Weg beschwert von Steinen
gefangen. Scheinen dort die Seinen
offenes Herz. Will um Zukunft weinen
der Irrwege viele. Der Auswege keinen

Ein Weg beschwert von Steinen
gegangen. Bis zum bitteren Ende
offener Arme.  Wartet er nach der Wende
nach Leidenswegen. Brachte er Ausweg den Seinen

Auf diesem Weg beschwert von Steinen
gelitten. Doch Zweifel gab´s keinen
seit dem Tag, an dem es begann
offenen Endes. Er kommt mit all den Lieben an
ungebrochen. War je sein Wille zu siegen
offener Arme. Lehrte sein Glaube das fliegen

Auf diesem Weg beschwert von Steinen
der Umwege viele. Der Auswege keinen.

06
Jul
10

Der eigene Weg

Vorbei ist die Nacht
Tag beginnt
die Sonne lacht
diese Wonne. „Los, raus, geschwind!“

Sehe
meine hübsche Nachbarin
gehe
zu ihr hin
„heut will ich´s wagen“
nehm´ sie am Kragen
beginn´ sie zu schlagen
erst ins Gesicht
dann in den Magen
bis sie Blut erbricht
geht zu Boden. Sie will klagen
will ich nicht. Geb´ ihr den Rest. Mit dem Spaten

So viel Blut
des Lebens Flut
tut so gut
neuer Mut

In Nachbar´s Garten
zwei Alte
den Tod am Erwarten
halte
geduldig ihre Hand
reiß sie vom Stuhl und spalte
ihren Kopf an der Wand

Der im Alter
einer der Netten
da knallt er
zu Boden. Er will sie retten
falsch gedacht
besser ein Ende gemacht
und so lang auf ihn eingestochen
bis ihre Leiche verwest. Nie sowas schönes gerochen.

Solche Freude
so mach ich weiter
ab heute
für immer. So heiter
wie ihn Trance
keiner überlebt. Ohne jede Chance.

Ein letzter Rest
der schon nur noch hinkt
ein solches Fest
dieser Fisch. Der vom Kopf her stinkt
sollte ihn wählen
muss ihn quälen
will noch behaupten
muss ihn enthaupten
den Rest Körper auf Krücke
zerschneid´ ich genüsslich in Stücke.

Jetzt steh ich hier
zwischen Blut und Leichen
gestillt ist die Gier
letzte Schreie. Die der Stille weichen
seh´ mich im Spiegel stehen
hör´ letzte Opfer noch flehen

Plötzlich vergeht das Lachen
„wie konntest du nur?“
frag ich mich. „Das alles hier machen?“

Plötzlich mein Auge, es kullern die Tränen
„was sollte ich machen?“
aus dem Auge. Das starrte auf Leichen. Musste bloß gähnen

Und so leg´ ich mich. Zwischen Leichen, meinem eig´nen Verderben
zwischen toten Kindern. Strömen aus Blut. Nur noch hin und will sterben.

17
Jun
10

Auf der Flucht

Aufgrund der (wie ich inzwischen erkennen musste berechtigten) Kritik an dem ursprünglichen Gedicht „Mensch, du bist in Not!“ habe ich beschlossen, dieses zu teilen:

Ich weiß nicht mehr, wohin ich noch soll
wo zu Hause ist. Klar, die Räume sind toll
doch die Menschen darin? Kalt und leer
ihr staunen verstehen. Es fällt mir schwer.

Die Ohren geschlossen. Augen zur Wand
mit Schmuck behangen. Den man für nötig befand
so viele Menschen. An der Wand, mit dem Rücken
doch wozu helfen? „Kann doch einfach drüber  schmücken.“

So stehen sie an der Wand, alle am Glotzen
„Leute ganz ehrlich. Find ich zum Kotzen“
Rausgerutscht. Wie sich´s doch wenden kann
jedes paar Augen im Raum, es sieht mich  nun  an.

„Wie der mit uns redet. Der Ausdruck, die Sprache“
„war das ein Argument? Dass ich nicht lache!“
Rausgerutscht. Immer mehr die schimpfen, verletzen
meine Freunde? Hat keiner Zeit, sind die Messer am Wetzen.

Irgendwann ist die Last zu groß, muss mich bücken
will nicht fallen. Einfach ein Messer in den Rücken
nun lieg ich da. Doch schreie, und so lang ich noch zuck´
bescheißt man mich aus Abstand einfach noch mit Schmuck.

Bis ich bedeckt bin, bis man mich nur noch Schreien hört
vergisst man mich. „Weghören, dieser Mensch ist gestört“
und plötzlich, da regt sich doch was, unter dem Haufen
der tot gesagte! „Er kann ja tatsächlich noch laufen…“

„Bin ich nicht“ will ich sagen, nur durch mein Stehen
rausgerutscht. Sollte doch lieber schnell zum Arzt hingehen
„ich glaub in dir steckt etwas, was dort nicht hingehört.“
es reicht endgültig. „Nicht ich bin, wir alle sind gestört!“

„Was hat er gesagt? Wie kann er nur… Wie war das jetzt?“
die sich eben kaum kannten. Geeint zum Mob, der mich nun hetzt
die letzten, die mich kannten, die Freunde und Verwandten
einfach mitgerissen, bis sie ihren Platz in der Meute ebenfalls fanden.

Nachts, die Meute schläft. Ist müde von der Hatz
ganz wegzulaufen? „Niemals, hät´ gern wieder meinen Platz“
doch jeder den ich wecke. Muss einmal vor´s Kinn mir schlagen
mir sagen: „Schmerzverzerrt, Angsterfüllt. So wirst du mich verjagen!“

So renne ich jetzt, die ganze Zeit bin ich alleine
immer schwerer der Kopf. Immer müder sind die Beine
„warum tust du das. Warum muss ich alles riskieren?“
ganz einfach. Bist wirklich frei, hast du nichts mehr zu verlieren.

Bin mal so frei, auf der Flucht einfach alles zu bedenken
ohne Einfluss, ohne Menschen, um selber nur zu lenken
meine Gedanken. Denn je verlorener ich bin, nichts wird klarer
was ihr behauptet. Im Gegenteil, das was ich fühl, ´s wird noch wahrer.

Zugegeben, es ist schwer zu verstehen, ein krankes Spiel
vielleicht sterb´  ich hier. Und die Flucht ist kein Ziel
ich weiß es selber. Doch soll ich mich krank erklären lassen
therapiert. Gehorcht. Und am Ende die Welt doch dafür hassen?

Glaubt ich kann´s einfach nicht. Glaubt mir, ich würde es tun
sehn mich so sehr, einmal in Frieden, eine Nacht nur zu ruhen
bewacht beim Einschlafen. Sehn mich nach einem Kuss, glaubt mir, es stimmt
ein Kuss. Hätte so gerne den Menschen, der manchmal in die Arme mich nimmt.

Und so viel ihr auch redet, eure Argumente sind keine zur Wende
je mehr ihr redet. Desto klarer wird, dass ich´s auch auf der Flucht beende
zur Not. Ich bin nicht krank, kann´s sehen, kann´s so genau spüren
kann euch nicht folgen. Ich glaube, euer Weg wird ins Unglück führen.

Hab mich sooft probiert, gestellt, mich selber gequält
in der Diskussion. Habt als Argument mein Leben gewählt
einfach entwertet, was ich sagte. „Was weiß der schon,
reißt den Mund auf. Diese Plage“, asozial? Blanker Hohn.

War man auch noch so gebildet, meist haben sie dann noch mehr gequält
als letztes Argument. Hat man einfach die Bildung an sich gewählt
war nur ehrlich. „Hab wenig gelernt, hab noch nie ein Buch gelesen“
„du bedauernswerter Mensch.“ Finger ins Ohr. Das war´s gewesen.

Was bringt es? Ok, bist nach höchsten Ansprüchen genormt
doch vergisst du eins. `S ist der Mensch, der dich formt
wie kannst du so sicher sein, hast du jemals dabei bedacht
der Mensch, bis heute, hat er keinen Fehler nicht gemacht.

Doch völlig frei von Zweifeln, die ihn beirren oder aufwühlen
der gebildete Mensch, auf verantwortungsvollsten Stühlen
sitzt er da. Und egal was er macht, ist es noch so schlecht
er fordert Boni gar ein. Ist nichts als dämlich am Ende. Fühlt sich im Recht.

Und wenn ihr dann noch zu zitieren wählt
aus diesen Worten schreit meist eine Seele. Die bis heute sich quält.
Richtig zu zweifeln. An sich, an allem. Schmerzvollste, größte der Gaben
brachte den Genies die Erkenntnis. Heute darf sie keiner mehr haben.

Nehmt euch so, frei vom Zweifel, als hat Gott euch die Rechte gegeben
alles raus. Meint alles zu wissen. Ist aber alles nichts wert, ohne Demut vor´m Leben
denn zweifelsohne, in sicherer Gewissheit, einfach zu machen, zu handeln
führt zu Versagen. Möglichst richtig zu handeln? Durch Zweifel Fehler verwandeln.

Und so lauf ich einfach weiter, so weit mich die Beine tragen. Müsst mich verstehen
bin hoffnungslos. Möglich. Doch kann die eingeschlagenen Wege als Ausweg nicht sehen
haltet kurz inne, die Augen zu, einfach lauschen. Denn seid ihr euch noch so sicher
vergesst ihr den Lärm Lebens. Einen Moment. Könnt ihr es hören? Des  Teufels Gekicher.




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Und jedes Wort, das in meinem Namen erscheint, und sei es der Nick-Name, soll damit auch möglichst unter diesem weitergegeben werden, so, wie ich auch mit den Texten anderer verfahre.