03
Dez
16

Hey, sieh her. Ich bin ein Kind.

Hey, sieh her, ich bin ein Kind,
sieh, ich geh durch Hände
von Eltern, die bloß Ärzte sind,
sehe täglich Gummwände,
in die bin ich hinein eingeboren.
Sieh her, ich bin ein Kind!
Mir ist kalt. Hab nie gefroren,
weil Seelen hier aus Plastik sind.

Hey, sieh her, ich bin ein Kind,
sieh, wie sie mich pegeln!
Weil sie für mich ungreifbar sind,
richten sie mich nach den Regeln,
die sie lange vor mir schufen!
Sieh her, ich bin nicht alt!
Ich bin still, hörst du mich rufen,
hörst du, wie die Peitsche knallt?

Hey, sieh her, ich bin ein Kind,
sieh, ich brauche Pillen,
weil alle andern krank hier sind,
bricht man mir meinen Willen
und verdient an mir, in der Ferne,
dabei bin ich noch klein!
Mein Leben geht an die Konzerne,
ohne jede Chance zum nein!

Hey, sieh her, ich bin ein Kind,
wie soll ich mich je wehren,
wo alle andern tot schon sind
vom Geld und seinen Lehren,
hätt ich gerne eure Schmerzen!
Ich bin ein Kind, hab kein Ziel
und leb getrennt von einem Herzen,
das nie schlug im Trauerspiel!

Hey, sieh her, ich bin ein Kind,
sieh, wie sie mich bügeln,
sieh, wie ich keine Freunde find,
sieh, wie sie auf mich einprügeln,
warum sollte ich mich denn verstecken?
Ich bin ein Kind, geschieht mir Recht!
Sie prügeln jeden Tag mich in die Hecken!
So ist normal. Mir gehts nicht schlecht.

Hey, sieh her, ich bin ein Kind,
sieh, ich spüre keine Hiebe,
weil Seelen hier aus Plastik sind,
versteh ich nichts von Liebe
von der sie reden, ständig schreiben.
Ich bin ein Kind, dass sie nie spürt,
weil die Liebe, die sie groß betreiben
zu einem Kind wie mir nicht führt.

03
Dez
16

Sie waren mal in uns. Und sie waren mal wahr.

Sie waren mal in uns, diese Träume,
die wahr mal waren, wie gelebt.
Aus Wäldern schossen unsre Bäume
in Himmel, die wir angestrebt,

dort lebten Ritter, lebten Drachen,
in grünen Ländern, tiefen Seen,
dort schliefen Schätze, zum Erwachen,
zwischen Riesen, Flügeln, Feen,

durch tiefste Täler, höchste Berge
floss Leben mit dem goldnem Fluss,
durch dunkle Höhlen, fiese Zwerge
schlug sich Liebe durch zum Kuss,

wenn Frauen riefen, Welten sanken,
weil Böses aufkam, kalt und grob,
dann siegte Gutes, ließ uns danken,
weil sich in uns ein Vorhang hob.

Sie waren einmal wahr, die Märchen.
Sie waren mit uns in der Welt,
bis wir uns schieden, so wie Pärchen,
wo einer einen andren behält,

wenn sie sich auseinander leben.
Wir gaben uns mit ihnen hin.
Mit Träumen, die wir aufgegeben,
gaben wir ein Stück vom Sinn

und wo von Prinzen, Helden, Rettern,
die wahr mal waren, keiner mehr träumt –
wer soll da zum Kampf auf Wolken klettern,
die ganze Horizonte fortgeräumt?

03
Dez
16

show me the meaning of forever (and together we’ll rise)

Habe so viel Grund zum Reden gefunden,
nun muss ich für das Lärmen bluten.
Lautstark suche ich seit vielen Stunden
nach all den schlechten einen guten

Grund und bitte alle daher, einfach jeden,
der mich hier hört, mir was zu zeigen –
war ich jemals für dich Grund zum Reden,
sei mir bitte Grund zum Schweigen!

Nein, nicht die Ordnung nach Gelumpe.
Nein, kein danach, kein angesichts.
Nein, mehr als den Fixern ihre Pumpe.
Ein wir von vorn. Mit hinten nichts.

03
Dez
16

sowas von arm

sowas von arm

als ich damals nicht
mal mehr wusste
worum ich
warum
betteln sollte
da kam das leben
und warf mir gedichte
in den weit offenen hut
ich blickte auf
sah in den augen
es ist schön

und so legte ich
mein letztes hemd
gewinnbringend an
und
stehe nun am bürgersteig
und
sehe den menschen der
vor mir sitzt
dem irgendwie
ganz egal was er sagt
die dollars in den augen
immer bleiben
setz dich dazu
verlangt ihre kasse
klingend
nach dem bettler in mir
den ich ihnen
in die battlenden hüte
werfen soll
der denkt sich nur
sowas von arm kann
reichtum machen

und mal wieder
weiß ich nicht
worum ich
warum
betteln sollte

01
Dez
16

nicht meer aber weniger

warum müssen worte
immer gleich
mit aller gewalt
hehren sinn ergeben
sinn ergeben
wollen?

warum müssen worte
immer gleich
mit aller gewalt?

warum können worte
sich nicht einfach
unmissveständlicherweise
auch mal unverständlich
um den selbstverständlichen
hauptgrund drehen
der sie eigentlich
selbst einmal
waren
der sich stattdessen aber
immer mehr
nur noch
um sie dreht ?

vielleicht ja könnten
worte wieder
wenn sie nicht mehr
müssten?
denn eigentlich
sind sie

nichts als spaß
an der freude

30
Nov
16

auf der suche

auf der suche

ich weiß
es macht euch traurig
ich weiß
es macht euch rasend
ich weiß
es macht euch ratlos
doch wisst ihr
ich weiß nicht
was ich dazu noch
sagen sollte
außer

ihr könnt euch gerne
alles denken
ihr könnt mir  gerne
alles nehmen,
nur mein gesicht
eben nicht
weil ich wirklich  glaube
dass ich etwas
von wert gewinne
dann wenn ich es
selbst verliere

29
Nov
16

Auch wahr (1)

Mag ja sein
alle Wege führen
von hier aus nach Rom,
nur heißt das eben leider auch:
keiner von ihnen führt
dich irgendwo
auch dort wieder
heraus!

Bedeutet, im Klartext:
Such einen Neuen
oder veni, vidi, vici,
geh mit Rom zusammen nieder.
Dann war’s von Anfang her schon aus.




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