28
Feb
15

PaperBoy (Kein Beifall, der klatscht!)

Eigentlich wollte ich nur schreiben,
so schrieb ich einen Brief.
An die Welt. Über das Treiben.
Doch irgendwas lief schief.

Es hat so richtig toll angefangen,
es brachte Spaß und Glück.
Man lachte. Ist sich angegangen.
Man schrieb. Was kam zurück.

Ich wollte es nur ehrlich meinen,
indem ich sagte, was ich denk.
Doch manche Schreiber scheinen
Mimöschen zu sein, die ich kränk.

Plötzlich lief ich. Wie besessen.
Zu Briefkästen. Von Tür zu Tür.
Irgendwas hatt ich vergessen.
Es war der Grund, wofür.

So bin ich nicht mehr aufgestanden.
Mein Briefkasten war voll.
Mit Inhalten, die drauf bestanden
ich sei dumm. Und sie sind toll.

Voll mit Lügen, Hass und Schoten,
die waren adressiert:
An den armen Postboten!
Was er nicht kapiert!

Irgendwann sah ich mich flehen.
Mein Ego blieb im Bett.
Es weigerte sich, aufzustehen.
Es ist faul. Und mächtig fett.

Das Telefon! Ich ran gegangen.
Nur kurz: Sie sind gefeuert!
Ich habe niemals angefangen!
Habe ich umsonst beteuert.

Woher kennt man meine Nummer?
Woher weiß man, wer du bist?
Heute weiß ich: War mein Kummer.
Sagte, das er nicht mehr traurig ist.

Am nächsten Sonntagmorgen lagen
Zeitungen vor meinem Haus.
Ein Zettel darauf: Auszutragen!
Ich ging los. Und trug sie aus.

Von Elend, Leid, Armut und Toten.
Schwer verständlich. Schön verziert.
Und von dem armen Zeitungsboten.
Und was er nicht kapiert.

Und heut ist Sonntag? Drauf geschissen!
Endlich mach ich’s richtig!
Die Zeitungen sind weg geschmissen.
Ihr Inhalt ist unwichtig.

Halbwahrheiten. Schlechte Scherze.
Von einem Autor, der laut lacht.
Ich habe nur noch Druckerschwärze
an der Hand. Nach jeder Nacht.

Und meine Tränen. Fiese Fußnoten.
Und ein Letztes noch nach dort:
Ich schreibe nicht für Quoten!
Das war an euch mein letztes Wort.

P.S.: Natürlich nicht an dich und euch, Cheffe! Nicht, das wir uns wieder missverstehen! Achja, und: Sorry!

27
Feb
15

MitGefühl

Wie hilft man einem Menschen in Not?
Durch Mitleid? Es ist Gnadenbrot!
Dem, der’s gibt, dem schmeckt es gut.
Es macht nicht satt. Und gibt nie Mut.

Braucht es einen Menschen von Welt?
Doktoren? Medis? Oder Geld?
Was es braucht ist bloß eine Hand,
ihr Verständnis zum Verstand

und einen einzigen, der nicht vergisst,
das Mitgefühl nur mit Gefühl ist.

26
Feb
15

DurchBlicker

Dieses Leben ist ein Pulverfass,
das aus harter Angst besteht,
angsterfüllt gestreuter Hass
stärkt den Raum, den er belädt.

Vor’m Kopf werden so Bretter mehr
und zur Lunte wird die Zeit.
Das Fass erfüllt sich tränenschwer,
jeder weiß, bald ist‘s soweit

und alles um uns explodiert,
weil sich alles um sie dreht,
sieht man zu, wie es passiert
die Angst, um die es geht,

sie verdaut, was im Bauch geschieht,
sie wächst, bis es zu spät,
mit dem, was sie nach sich zieht,
mit dem, was durch sie entsteht.

Man hält sich fest die Ohren zu
und kommt so unter’m Joch
dieses Druckes nie zur Ruh –
doch ich glaub: Es geht! Noch!

Verlasst dieses Gedankenhaus,
in dem ihr eure Zeit verschenkt –
ist das Herz aus Angst erst raus,
denkt man frei und ungelenkt!

Und die Flamme, die schon brennt?
Ihr geht die Luft zum atmen aus!
Wenn man durch die Angst erkennt:
Es gibt den Weg. Er führt hinaus!

25
Feb
15

Marke? Eigenbau!

Marke Eigenbau

Du hast Fehler. Ich hab die meinen.
Wenn man sich wirklich liebt,
kann ich dann perfekt erscheinen?
Ich brauche wen, der sie vergibt!
Ist Liebe ein Auto, um zu zeigen,
was du alles kannst und hast?
Ihr fahrt vor und lasst einsteigen,
mit wem sich’s am Besten prasst!

Kann denn Liebe wirklich rosten,
weil die Macke wertlos macht?
Wird Liebe gar zum Randpfosten,
in den man rast, wenn es kracht?
Berechnet man schon Mehrkosten
durch zusätzliche Personenlast?
Begnügt man sich mit Restposten,
wenn man vorher oft gehasst?

Ich denke, Liebe bringt dir Reifen,
wenn es mit ihr runder läuft,
sie bringt Bremsen, die gut greifen,
sie ist der Sprit, den man säuft,
sie bildet für dich Tür und Riegel,
die schützen, wenn man hasst,
sie bringt mit sich den Rückspiegel,
in den zu blicken’s immer passt.

Sie ist der Motor und das Getriebe,
ein Aggregat, das dich betreibt,
ihr Blech schützt gegen Seitenhiebe,
Kratzer, wenn die Planke reibt,
sie trägt dich sicher auf der Karosse
mit eingebautem Einbruchschutz,
ihr Lack glänzt gleich in jeder Gosse,
trotz Geröll und Fahrbahnschmutz.

Bei Wind und Wetter ist sie Scheibe,
durch die man hat stets gute Sicht,
sie schützt bei Nacht Herz und Leibe,
denn im Dunkel macht sie Licht,
man vergisst das Geld und Preise,
ganz egal, wie weit sie fährt,
denn mit jedem Meter einer Reise,
steigt automatisch auch ihr Wert.

Sie bringt dir Polster und Bezüge,
auf denen man gemütlich sitzt,
sie ist Gurt und schützt die Ausflüge,
auf denen man sonst nur schwitzt.
Hast du selbst zu viel vom denken,
wirst du trotzdem sicher navigiert,
die Liebe kann dich weiter lenken,
ganz egal, was unterwegs passiert,

denn sie liefert weiche Stoßdämpfer,
wenn man durch Löcher steuert,
sie ist ein Panzer für den Kämpfer,
der gerne kämpft und nie feuert.
Für Verbranntes, Qualm und Abgase
dient sie als KAT und Auspuffrohr,
durch den Verkehr, Stau und Gerase
bringt sie dich stets weiter vor

und sie wird sich selbst aufbauen,
ganz egal, wo man grad steht,
will man sich am Weg vertrauen,
wenn man ihn zusammen geht,
dann wird sie lehren, ihn zu lieben,
selbst, wenn einer liegen bleibt,
dann ist sie dort, um anzuschieben
und gibt Kraft, die vorwärts treibt.

24
Feb
15

NotWendig

Ins Land ziehen verlorene Jahre
und die Kinder aus dem Haus.
Wo die Finsternis ist das Wahre,
geht die Luft zum atmen aus.

Über den längst ergrauten Straßen
frisst sich die Kälte, wie banal,
fett an Träumen, weil sie vergaßen
sie zu träumen und wird zu real

für Menschen, denen lange Schatten
erschwerend fallen ins Gewicht,
wenn erscheint, was sie nie hatten
und sie geblendet ins Gesicht,

anstatt in Richtung Licht zu gehen,
vergessen im Blick zurück:
Kannst du deinen Schatten sehen,
liegt vor dir vielleicht Glück.

22
Feb
15

Eliten unter sich

Steht am Catwalk ein ganzer Haufen
Frauen, die nur eine Kurve drehen,
wo manche wie eine Horse laufen,
wo Erwachsene lernen zu gehen,

wo Models brauchen ihre Competition,
die perfekt, doch nicht gut aussehen,
wo Dumme dummes Urteil zischen,
wo Männer Melodien blähen,

wo Typen von zehnmeter-Brettern
springen in ein Pfützchen Wasser,
wo die Flugenten sich enblättern,
das Publikum sitzt voller Hasser,

wenn von Bühnen Sternchen winken,
die all ihre großen Hits gestohlen,
nicht um zu steigen, nur zum sinken,
hochgehypt von DummDoofBohlen,

wo “the stage is yours” klingt für Krähen,
wo Megageile Abends donnerwettern,
wo verirrte vor den Menschen stehen,
um all ihre Töne schief zu schmettern,

ja, da ist er dann bald all der Zaster,
ab gehts in Camps, auf Burgen, Almen,
oder mit Anlauf in einen Gurkenlaster,
dann Tierhoden essen, um zu qualmen.

So geht es wohl bloß zu in Irrenhausen?
Es geht um das große Stück vom Kuchen!
Leut, ich erzähl euch doch keine Flausen!
So geht Deutschland sich Talente suchen!

21
Feb
15

Lass dich gehen

Komm lass uns sehen,
wohin die Bilder
uns führen,
die mir deine
Worte zeigten,
die ihren Sinn,
offensichtlich vebargen,
wie die Augen
geängstigter Kinder
geborgen liegen
in den Armen einer
frierenden Mutter,
die sie schützt,
komm lass sie gehen
bevor auch wir
zu érwachsen werden,
um sie zu lieben,
komm lass dich drehen
um Wind zu machen,
damit der Strickpullover,
dein viel zu langer,
viel zu dicker
Strickpullover
sich endlich hebt,
wie ein Kleid,
bevor auch wir
zu erwachsen werden,
um noch zu tanzen.

Komm lass es stehen,
dieses Haus
das unsere Sinne
gemeinsam
neu beziehen wollen,
kommen lass sie gehen,
damit sie groß
und stark sein können
bevor auch wir
zu erwachsen werden,
um sie zu fühlen.

Komm lass ihn gehen,
auch den kleinen,
dessen Augen nur vorsichtig,
ab und zu,
durch die grünen
Maschen schmimmern,
komm lass ihn sehen,
ich weiß,
du hast Angst
um ihn,
ich weiß auch
er hat
Angst,
komm lass uns gehen
Hand in Hand
damit ihm die Sonne,
damit ihm der Tag
die Träume wärmt,
bevor er sich wieder
in deinem Herz bettet,
komm lass dich gehen
bevor auch wir
zu erwachsen werden
um ihn wirklich
leben zu lassen.




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Bedeutet im Klartext: Teilen? Jederzeit! Zerteilen? Kein Stück! Alles, was hier an Texten erscheint, ist geschrieben ohne kommerziellen Hintergrund und in diesem soll es auch bleiben.
Und jedes Wort, das in meinem Namen erscheint, und sei es der Nick-Name, soll damit auch möglichst unter diesem weitergegeben werden, so, wie ich auch mit den Texten anderer verfahre.


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