Archiv für Juli 2013

27
Jul
13

In eigener Sache

Ich singe, singe, singe, singe
als ob es keinen Morgen gäbe
solang‘ bis ich’s nicht mehr bringe
singe ich und lebe! Lebe! Lebe! Lebe!

Ich stehe, stehe, stehe, stehe
werd‘ den Teufel tun und stehen bleiben
solang‘ bis ich nicht mehr gehe
auch wenn er’s schaffte einen Keil zu treiben

Ich bringe, bringe, bringe, bringe
ihr wisst wie’s kommt und nehmt’s in Kauf
solang‘ bis ich nicht mehr singe:
Es reicht! Es reicht! Steht auf! Steht auf!

Ich gehe, gehe, gehe, gehe
wenn wir’s wagten nochmal hochzuschalten
solang‘ bis ich’s nicht mehr sehe
gemeinsam wären wir nicht aufzuhalten

Ich gebe, gebe, gebe, gebe
bis zum Schluss geb‘ ich nicht auf
und lebe, lebe, lebe, lebe
mit jedem Schritt den ich noch lauf‘!

27
Jul
13

Vom halb gefüllten Fass ohne Boden

Wie oft überlegst du hin und her?
Ist dein Glas halb voll? Ist es halb leer?
Spürst du nicht die Ansicht ist
Ausdruck dessen, wie verzweifelt du bist!
Bis zum Rande hin, dass nennst du hoffen
Träume selbst sind so nach oben nicht offen
auch Wahrheit enthält diese Betrachtung keine
halb gefüllt, dass wäre die eine
mit der Optimisten eine Chance kreieren
aus Raum nach oben und dem Rest zu verlieren
füllen! Füllen! Weinen! Lachen!
Optimisten würden´s einfach machen

Und wenn sie wirklich voran kämen
den ganzen Inhalt einfach nehmen
mit bekennenden Lippen und voller Kanne
zur Hälfte füllen eine Wanne
wie beim Glase einfach weiter machen
füllen! Füllen! Weinen! Lachen!
Bis sie den wahren Wert des Inhalts kennen
die Hülle bloß noch wertlos nennen
um dann umzufüllen in ein Becken
zu weit für einen Blick auf alle Ecken
niemals zu füllen und trotzdem machen
Optimisten füllen! Füllen! Weinen! Lachen!

Kannst du es nicht selber sehen?
Halb voll ist halb leer mit falschem Glanze versehen!
Kannst du es nicht selbst erkennen?
Nach welch‘ falschem Ziel die Menschen rennen?
Ein Leben lang bloß anzulaufen
um aus Gold sich einen Kelch zu kaufen
der selbst bis an den Rand gefüllt
den wahren Inhalt bloß verhüllt
der selbst in seiner ganzen Pracht
die Wahrheit hier nicht schöner macht.
Uns könnte diese Welt gehören
wenn wir anfingen, es aufzuhören

Und optimistisch einfach machten
füllten. Füllten. Weinten. Lachten.

23
Jul
13

Abgehoben

Wie gern führte ich das Hundeleben
wenn einer anzufangen wüsste
ein kluges Herrchen könnt mir geben
was ich wollen werden müsste

Ich kann auch ganz ein Zahmer sein
und jedes Stöckchen holen
mit mehr noch komme ich gern Heim
als man zu holen mir befohlen

Wenn er nur weiß wohin zu werfen
will unter jeden Stein ich kriechen
mein Spieltrieb würde ihn wohl nerven
will in alle Ecken die nach Leben riechen

Nur einmal soll er böse sein
die Welt und mich, die ließ ich liegen
ein Biss in seine starke Hand hinein
den nächsten Stock hol‘ ich im Fliegen

15
Jul
13

Vom Lied der Stille

In dunkler Nacht schimmert der Morgen grau
hört! Hört! Nehmt es mir bitte nicht krumm
hört! Hört! Ich bleibe hier, ich bleibe stumm
ein letztes Wort noch das ich mir verstau‘

Bis eine warme Brise flüstert lau
an alle! An alle! Hindurch Krach und Bumm!
an alle! An alle! Hört ihr mich, wie ich summ‘?
Fließt meine Träne hin zum Morgentau

Wenn sie hin zu dir mich noch trägt
ohne nach dem Weg zu fragen
mein Herz in höchste Höhen schlägt

Hindurch der Zweifel, die uns plagen
wenn sie im Herzen dieses Lied dir prägt
wirst du eines Tages Dank mir sagen

14
Jul
13

Staubtrocken

Auf grauem Asphalt, geradeaus
läufst du mit den Maschinen
zwischen Lärm und Autos, vielen Staus
kann ich dich nicht bedienen

Wenn die Maschine nicht mehr weiter kann
lasst ihr Sprit in Litern fließen
ruft die gelben Engel an
ich muss ein Tränchen mehr vergießen

Auf grauem Asphalt, geradeaus
hast du als Ziel längst angenommen
den Lärm, die Autos, viele Staus
wirst weder weiter noch zurück je kommen

14
Jul
13

Stiller Protest

Am Anfang war sie sachlich-nüchtern
vor zehn Jahren am Gymnasium,
nie aufdringlich, äußerst schüchtern
war sie bloß still, nicht dumm.

Als dann mehr der bösen Worte fielen,
hat sie heimlich schwer geschluckt
und sah sie’s auf Herz und Nieren zielen,
ist sie unerhört zusammengezuckt.

Bis die Eltern dann noch Streit anfingen.
Da überlegte sich das Menschenkind,
als ihr die Worte durch den Kopf gingen,
ob wir schweigend Bessre sind.

Seit zehn Jahren nun ist sie verstummt.
Ohne Mucks und Laut und Lachen.
Vor dem Leben in sich eingemummt
hat sie aufgehört, es mitzumachen.

13
Jul
13

Wusst‘ ich’s doch! (Vom Friedhof der Nuscheltiere)

Ich stehe am Eingang
dieses Kirmeszeltes
ohne eine einzige Hand
die ich schüttelte
will ich nur noch nach Hause
weil ich empfangen wurde
von der nicht enden wollenden
Schlange derer
die nie mehr wiederkommen
in all dem Lärm
geht mir ihr stummer Schrei
der Vorwurf in ihm
nicht aus den Ohren
wie sie ihn kommen sahen
den Tag
an dem sie nicht mehr sind
weil sich niemand erinnert
alles was bleibt
schreien sie
wird sein
das man es kommen sah

Ich stehe am Eingang
dieses Kirmeszeltes
ohne ein einziges Gespräch
das ich führte
will ich nichts mehr hören
weil die Einen nur sagen
das sie nicht sind
wie die
die gestern noch waren
weil sie wissen
das sie werden
wie die
die heute nicht mehr sind
weil die Anderen nur sagen
das es klar war
wie es kommen würde
weil alles
was ihr noch zu sagen habt
ist

Ihr habt es  doch
gewusst

Ich stehe beim Betreten
dieses Zeltes
bereits am Ausgang
auf dem Heimweg
blättere ich in Gedanken
versunken
durch ein Jahrbuch
ohne Namen und Gesichter
nur noch Lücken
in denen steht
ENDE
wie am Ende
eines Märchens
man liest es
und ohne weiterzublättern
schlägt man das Buch zu
mit dem Gedanken

„Und wenn sie nicht
gestorben sind
dann leben sie
noch heute“
weil es alles ist

Was ich noch wissen muss
um wissen zu können

Ich hab’s doch
gewusst.




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