Archiv für Dezember 2015

31
Dez
15

Rollt die Landesfarben ein!

Schreibst du dir auf die Fahne Meeresblau,
sowie Wiesengrün und Wolkengrau,
Sonnengelb, Schneeweiß und Feuerrot,
dann weißt du, wenn ein Krieg dir droht,

das du dir selbst zum Feinde wirst,
wenn du das Land um dich zerstörst!
Deshalb rollt die Landesfarben ein!
Lasst uns Brüder, Schwestern, Menschen sein!

31
Dez
15

Wet Sand

Wir bauten uns ein Schloss aus Sand,
wo ein Traum den andren fand,
die sie vom Festland weg getrieben.
Wir haben uns die Augen gerieben,
dort, wo vorher keiner stand.

In beiden spielte wild das Kind,
vor Neuem toll, vor Hoffnung blind,
wir bauten Gärten, Parks und Türme,
gegen Wetter, Wind und Stürme.
Wir glaubten, das wir sicher sind.

Dann plötzlich schlug das Klima um,
es donnerte, wir schrieen stumm,
es blendete, weil Blitze schossen,
es schauerte, es hat gegossen,
wir nahmen es wie Kinder krumm

und beide sind wir ängstlich fort,
ich bin nach hier und du nach dort,
ich bin weit raus und surf die Wellen,
du bist auf’s Land, nicht zu zerschellen.
Nun bescheint die Einsamkeit den Ort,

doch mit Sonnenschirm hält unser Glück
dagegen! Sieh, der Nebel geht zurück!
Spürst du nicht? Noch tobt das Leben!
Spürst du das Beben nach dem Beben?
Siehst du vor dir nicht beim Blick zurück,

wenn dein Gefühl zum Strand sich dreht,
wie dieses Schloss steht unverweht?
Siehst du nicht die Schönheit noch drin wohnen?
Siehst du drin nicht noch zwei Herzen thronen?
Siehst du nicht, diese Liebe stand und steht!

27
Dez
15

Trugschluss!

Das wahre Glück, es ist ein Kleid,
aus dem der Mensch sich gern befreit,
wenn sie groß erst sind die Hachsen,
wird es eng, ist man entwachsen.

Fortan trägt er Uni-Form,
ein Korsett gestreng nach Norm,
um in Sicherheit sich einzuhüllen,
glaubt er, es würd ihn erfüllen.

26
Dez
15

Ein Mann. Ein Stift. Ein Brief. Ein Wort.

Hey mein Schatz, diesen Brief,
leider muss ich hier alleine schreiben,
am Ort, von dem die Hoffnung rief.
Ich lass mich hier alleine treiben,

denn leider bist du vorher fort.
Ich bin alleine hin gekrochen.
Bis hierher. Nun steh ich dort.
Schwer getroffen. Ungebrochen.

Der Grund, auf dem wir zwei gerifft,
in dessen Richtung Trümmer gehen,
er sah ihn kommen. Dieser Stift.
Doch er will und wird nicht einsehen,

das man für tiefe, alte Wunden zahlt,
ewig wird er weiter hoffen.
Er hat dein Lächeln aufgemalt.
Wer hat dich besser je getroffen?

Die Tränen mögen bald getrocknet sein,
die vor mir auf’s Papier tropfen,
deshalb nimmt er sie und schweißt sie ein,
um in Liebe bei dir anzuklopfen,

so lange er vor Schmerzen brüllt,
lässt er mich noch heiter lachen,
er ist mit Herzblut voll gefüllt,
lässt mich und andre weiter machen,

und nein, ich seh’s wohl niemals ein.
Was ich klar seh, ist verschwommen:
Dieses Wort wird nicht das Letzte sein,
lässt du den Brief je ankommen.

25
Dez
15

Vom Versuch, trotzdem zu strahlen

Vielleicht bewirkt der saure Regen,
die Tränen, die vom Himmel fallen,
die Zapfen, die an Lidern krallen,
die Feuer, die durch Straßen fegen,

Gedanken, die sie heimlich hegen,
die Worte, die durch Gassen schallen,
die Fäuste, die sie heimlich ballen,
die Ängste, die den Tag belegen,

das zarte Pflanzen sich verlieren,
das Blumen niemals Neuland sehen,
das Blüten schon im Boden frieren,

das Samen einsam wild verwehen;
vielleicht werden sie sich ewig zieren,
wenn im Grauen wir verloren gehen.

23
Dez
15

Stars refuse to shine

Scheint aus Worten Herzenslicht,
brennt ein Autor für’s Gedicht,
dann wird das Rätsel, das drin döst,
lebendig, wenn es sich auflöst,
nachdem es sich im Auge bricht.

23
Dez
15

Tweet 43

Was weiß kein Schlauer, der belacht,
weil er sich durch Häme liebt?
Jeder Mensch, der’s Beste draus macht,
ist der Klügste, den es gibt!

23
Dez
15

Die grüne Gefahr

Ach, lass uns doch nochmal dran glauben,
ganz so, als ob es Frühling wär.
Was man nicht hat, kann keiner rauben.
Was wir fänden, wär stets mehr.

Ach, lass uns doch dort nochmal fliegen,
dort, wo keine Menschen sind,
dort, wo sie uns sicher niemals kriegen,
dort, wo keine Zeit verrinnt.

Ach, ich verursache dies Knacken,
das der Hoffnung den Genickbruch bringt?
Wenn Gelegenheiten dich am Schopf packen,
verlass dich drauf, das es so klingt!

Ach, du hast Dank mir etwas verloren?
Mein Herz es blutet, weil du fluchst,
doch aus diesen Tränen wird geboren,
wonach du seit dem Anfang suchst.

18
Dez
15

auf den hinterhufen

manchmal habe ich
das gefühl
immer dann wenn es
schmerzt
als gäbe es heutzutage
kein gedicht
das sozialkritischer
sein könnte
als das liebesgedicht

denn eigentlich sehe ich
verliebterweise
ein weißes haus
einen hellen strand
ein blaues meer
einen strahlend blauen
himmel
zwei liegestühle
zwei weiße mäntel
keine unterwäsche
zwei weingläser
zwanzig weinflaschen
ein riesenglas oliven
und vier hände
mit denen sich zwei
liebend
gerne
füttern

doch gerade als wir
unsere reise
antreten wollten
nachdem ich in
deinen augen
schon die wellen
rauschen hörte
wie das ohr
an einer muschel
begann die angst
diese mauer
zwischen uns
hochzuziehen
bis wir das ziel
aus den augen verloren

doch so anstrengend
und traurig es
auch sein mag
sich vor ihr ständig
auf die hinterhufe
stellen zu müssen
immer wenn ich es tue
und einen blick erhasche
erinnere ich mich
an das paradies
das hinter ihr liegt
und verstehe
liebe kann auch bedeuten
allein vom ankommen zu träumen
und bis dahin nie aufzuhören
mit aller gewalt
hindurch zu wollen

16
Dez
15

Dagegen anzubrennen

Ich stehe einsam hier vor diesem Feuer,
dessen Hitze uns nun trennt,
und merke: Guter Rat, der ist echt teuer,
wenn’s außen raucht und innen brennt.

Wie löscht man diese kalten Flammen,
die züngeln bloß von gestern her?
Wir trugen Hoffnungen und Träume zusammen.
Der Ofen ist aus. Sie brennen noch mehr!

Doch plötzlich hör ich eine Träne zischen,
die vor mir in die Glut tropft,
ich lass sie laufen, statt zu wischen,
weil in mir Gefühl anklopft

und zwischen Schall und Rauch und Dämpfen
wird mir klar, wie’s gehen kann:
Dieses Feuer muss man mit Feuer bekämpfen!
Ich schließ die Augen. Und? Zünd’s an!




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