Author Archive for Sebastian Deya

06
Dez
19

mehr musst du nicht wissen!

Wenn Proffs am Reißbrett stehen
um Menschen zu entwerfen,
Balken wachsend Diagramme drehen,
sie hämmern, nageln, schärfen,

glaubt dummerweise stets der Schlimmste
sein Wesen solle Mehrheit sein,
zieht dummerweise bloß der Dümmste
freiwillig mit beim Schlimmsten ein.

Siehst du die Torheit grienen?
Professore! Sonnenschein!
Wer bereit ist, ihr zu dienen
dessen Heimat wird sie sein.

25
Nov
19

Wo sind all die Indianer hin?

Hört endlich auf nicht zu suchen!
Der Gipfel, er ist längst erreicht!
Hört endlich auf nicht zu fluchen!
Ob hochgestochen, offen seicht –
an alle jungen, alle greisen,
alle dummen, alle weisen:

Was wollt ihr noch mit Zahlen?
Durch die ihr immer, nicht mal meist,
ob vor Predigten, nach Wahlen,
immer wieder eins beweist:
Nicht selbst könnt ihr euch sehen
beim vor Augen mit zu Grunde gehen.

Was wollt ihr mit den Lehren?
Ja, der Weg ist steinig, steil,
auf dem Fortschritte ein Aufstieg wären,
wär Geschichte nicht dies Gegenteil,
das sie wird beim Rückwärtslesen.
So ist der fort-Schritt halt ihr Wesen.

Was wollt ihr noch mit Wissen
das uns nicht überdauert?
In abgründigen Haarrissen
sind wir eingemauert
mit Donnergrollen, Strömezucken,
Händezittern, Blitzespucken.

Was wollt ihr in den Gräben?
Klasse glaubt ihr bloß zu sein.
Klassen warn’s, bis eben.
Was Klasse war, ist heut allein.
All das Falsche, es liegt draußen.
Mit Richtigem gekehrt nach außen.

.Alles lag auf offnen Händen.
Gereicht waren sie nicht.
Kamen, um sich abzuwenden,
bis Gewissheit lauter spricht,
bis die Seelen nicht mehr hören,
die beim zu Grunde gehen stören.

Hört auf! Es ist besessen!
Die Wirklichkeit vor mir,
sie hat mich längst vergessen.
Sie kam und ging mit dir.
Sie fühlt sich bloß verloren.
Sie wollt erinnern. Taube Ohren.

Alles, was wer besser wusste
verstehe ich bis heute nicht.
Das war es, was ich wissen musste,
deshalb lösche ich das Licht
und leg die Flamme in die Luft.
In einen Hauch von Kerzenkörperduft.

17
Nov
19

arabischer Frühling (weil wir einfach gerne helfen)

Als sie zu Hause revoltierten
zurükzuholen’s Heimatland,
ihre Freiheit novellierten,
holten aus Tyrannenhand,

wollten sie wohl eher bleiben.
Hatten’s fast geschafft,
dem Senfbebombungstreiben
fast geraubt die Kraft.

Plötzlich Friedensbringer.
Die Rettung, sie ist da!
Minen, Panzer, Abzugfinger,
die Türken, USA,

auch Deutsche waren da,
Europäer, Russe, überhaupt,
der IS, Kurden, al-Nusra,
alles, alles ist erlaubt!

Wer Waffen hat, Haubitze!
Wer will? Wer hat noch nicht?
Kämpfen für den Frieden! Spitze!
Hoppla! Mine! Schuss! Gesicht!

Kann ja mal passieren!
Paar Millionen Tod.
Staub und Schutt. Verkalkulieren.
Flüchtlingswelle droht!

An der Grenze wartet munter
schon der deutsche Terrorist.
Wenn möglich, Daumen runter.
Wenn du deutscher Laune bist.

An Talkshowphilantropen
aus echtem schwarz-rot-gold:
Wappnet euch mit den Geboten!
Der Flüchtlingstrack, er rollt!

Der Ali hat es zu geloben!
Will Kriminelle nicht im Land!
Wer klaut, wird abgeschoben!
Todesstrafe. Heimatland.

In Wahrheit liebt ihr Krisen.
Da gehst du richtig steil.
Wirst Herrenmensch in diesen.
Das Töten macht euch geil.

Dafür gibt es keine Worte.
Keine Menschen mehr.
Verklinkerte Heimatorte.
Dörfer. Feuer. Friedensheer.

Und Trump und unsre Merkeln
und Assad, Erdogan, wer weiß schon
und Putin, Warlords werkeln
weiter in Mission.

Richtung Frieden! Vorwärts! Weiter!
Die Bürgerwehr, sie patroulliert.
Ein Bein fliegt fort, leider.
Ist nicht hermarschiert.

Unfassbar widerlich.
Ihrseidsvolk. Die BRD.
Nichts gesetzeswidrig?
Na dann. Ist das okay.

15
Nov
19

vom wichtgefühl

Ich höre Vögel singen,
empfinde Unmut. Neid.
Sie zwitschern und sie klingen
lustvoll zu jeder Zeit.

Es ist Herbst, all die Jahre.
Der Vogel singt und singt.
Ich trag sie auf der Bare
und schweige, als ob’s klingt.

Der Frühling steht daneben,
sagt: Junge! Sieh es ein!
Willst du mich echt erleben?
Lern einfach wieder sein.

14
Okt
19

warenkreislauf

Wenn an der afrikanischen Westküste
der Lakai eines Warlords
aus einer Gruppe von Kindern
ein Kind erschießt
um den traurigen Rest
nach zehn Zentimetern
Koks
nach zehn Zentimetern
Meth
nicht mehr traurig
gegen Kinder
in einen Krieg zu schicken
in dem viele der Kinder
ihr Leben verlieren

um Land zu gewinnen
auf dem Kinder
ihr Leben verlieren
weil sie aus
gewonnenen Minen
Diamanten zu gewinnen haben

während hier Diamantenhändler
fette Gewinne machen
damit ihr auf Charitygalen
fette Klunker tragen könnt
die von kunstvoll geschliffenem Glas
nicht zu unterscheiden wären
um Ansehen zu gewinnen
ein bisschen von dem gebend
was ihr nicht geben würdet
wenn ihr es nicht
im Überfluss hättet
in der angeblichen Hoffnung
irgendwo
vielleicht
verliert ein Kind weniger
sein Leben

dann ist das Problem
vielleicht
kein finanzielles
dann ist das Problem
vielleicht
kein politisches
dann ist das Problem
vielleicht nicht
dass ihr den Schuss
nicht gehört habt

mit Sicherheit
ist das Problem
ihr wollt es nicht sehen
das Problem
trägt einen Ring am Finger
als Zeichen
der Liebe

13
Okt
19

Feuerrot

Was erzählst du da von einem Nutzen,
um den es mir bloß ging und geht?
Komm, lass mich deine Äuglein putzen
dir zu zeigen, wie es wirklich steht.
Damit dein Herz was sieht,
komm schließ die Lider zu.
Kannst du’s hören, unser Lied?

Siehst und hörst du manchmal Noten
hier wie aus einer andern Welt,
für die Opfer, für die Toten,
die keiner für bedenklich hält?
Siehst du diese Lichter,
siehst du diesen Krieg,
Gitarren, Mikros, Dichter
mit der Chance? Nicht auf Sieg.

Wir kämpfen um das Leben,
keine Falschheit, kein Verrat,
kein Bereuen, kein Aufgeben.
Aus mir selbst entsteht die Tat
aus dem Nichts in meine Mitte,
hält das Leben mich nicht aus
wenn ich es zu mir rein bitte,
fängt es an und schmeißt mich raus.

Für uns wird es das nicht geben.
Ihre Zuneigung und Zweisamkeit.
Für uns nicht nein, nie im Leben.
Diese tumbe Einfachheit,
als würd sie was verschweigen,
als ging sie uns nichts an.
Komm lass uns diesem Leben zeigen
wie es uns mal richtig kann,

ich werde auf die Knie gehen,
mache dich zur Braut,
lass dich unseren Altar sehen
vor dem der Kater uns dann traut,
ich trag dich über Schwellen,
der Himmel ist das Ziel,
dort kriegt ihre Liebe von uns Schellen,
ihr Hass wird zum Gesellschaftsspiel,

das Leben fliegt mit Schwinger
aus dem Fenster in die Leere raus,
der Brautstrauß ist vier Mittelfinger.
Fänger jeder, der nicht mit im Haus.
Die Ringe lass uns tättowieren!
Eine Maus auf deinen Po,
einen Fuchs über die Nieren,
ein Stelldichein am Damenklo

dann geht’s auf Hochzeitsreise,
der Kapitän wünscht guten Flug,
schwing dich mit auf meine Meise,
spring auf auf diesen Zug!
Am Meer werden wir stranden,
an das Beste ist gedacht,
dass wir uns beide fanden
zur Ausfahrt in die Hochzeitsnacht.

Am Ende noch ein amtlich machen:
wir bemalen einen Stein
mit unsrer Liebe, unsrem Lachen
und graben ihn für uns nur ein.
Arm in Arm dann einschlafen.
Haben, was hier keiner hat.
Ein eignes Schiff im sichren Hafen,
Leidenschaft, Gefühle satt.

Kannst du sie echt nicht hören?
Die Antwort auf den Stillen Schrei
aus deiner Nacht, wo sie nicht stören
der kommt wohl wo an? Genau. Bei.
Denn hier, hier wirst du finden
was du suchst, es ist ganz nah.
Wo Melodien Herzen binden,
warst tausend Mal schon selbst fast da,

komm lass uns in unsre Kämpfe gehen,
ich stürz mich in die Schlacht hinein,
du hörst nicht auf zu widerstehen,
lass füreinander da uns sein
und so oft es möge gehen
wild lieben in der Nacht.
Ich hoff, du kannst verstehen.
Wer ich bin. Hat Kampf gemacht.

Komm, steh nicht mehr daneben.
Komm Baby, sieh doch hin.
Du erzählst von einem eben
in dem ich noch nicht bin,
komm Baby, lass uns haben
was Mensch sich selbst verwehrt,
Tage voller Vorfreude, Nächte voller Gaben
in denen jeder Kuss die Liebe ehrt,

komm Baby, lass uns fliegen
durch die Nacht zu zweit.
Tags lassen links die Welt wir liegen,
machen wir uns heimlich startbereit.

Komm Baby, lass uns meiden
was sie abstumpft und uns bringt in Not –
sieh Baby, sie würden uns so sehr beneiden.
Um diese Liebe ohne Angst vor’m Tod.

13
Okt
19

Well. I do. (es ist okay, chester)

Könnt ihr diese Lieder hören?
Ihr, ihr nennt ihn krank?
Will euch Wahrheit echt nicht stören
die ohne Lügen, Hass und Zank,
selbst nach dem Ende weiter macht?
So wie gefühlt. Nicht wie gedacht.

Seht ihr ihn seine Lieder leben?
Er stirbt für sie, ganz unpathetisch,
seht ihr ihn sich für sie hingeheben,
weiter lebend, beinah unpoetisch
wird aus ihm, der sang und schrie
seiner Wirklichkeiten Melodie.

Nichts war je schöner, war je runder
als es dieses Lied jetzt ist,
in dem ein unheilbar Gesunder
verstreichen lässt die Gnadenfrist.
Du gabst alles. Es war gut.
Du standest auf. Und nahmst den Hut.

Jetzt müsst ihr einfach singen, singen!,
bis ankommt, was er gab,
wenn die die leiden, nicht so klingen
sich erheben aus dem Grab
wird er lebendig mit dem Lied.
Das mit uns tanzend durch die Straßen zieht.




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