Author Archive for Sebastian Deya

14
Okt
19

warenkreislauf

Wenn an der afrikanischen Westküste
der Lakai eines Warlords
aus einer Gruppe von Kindern
ein Kind erschießt
um den traurigen Rest
nach zehn Zentimetern
Koks
nach zehn Zentimetern
Meth
nicht mehr traurig
gegen Kinder
in einen Krieg zu schicken
in dem viele der Kinder
ihr Leben verlieren

um Land zu gewinnen
auf dem Kinder
ihr Leben verlieren
weil sie aus
gewonnenen Minen
Diamanten zu gewinnen haben

während hier Diamantenhändler
fette Gewinne machen
damit ihr auf Charitygalen
fette Klunker tragen könnt
die von kunstvoll geschliffenem Glas
nicht zu unterscheiden wären
um Ansehen zu gewinnen
ein bisschen von dem gebend
was ihr nicht geben würdet
wenn ihr es nicht
im Überfluss hättet
in der angeblichen Hoffnung
irgendwo
vielleicht
verliert ein Kind weniger
sein Leben

dann ist das Problem
vielleicht
kein finanzielles
dann ist das Problem
vielleicht
kein politisches
dann ist das Problem
vielleicht nicht
dass ihr den Schuss
nicht gehört habt

mit Sicherheit
ist das Problem
ihr wollt es nicht sehen
das Problem
trägt einen Ring am Finger
als Zeichen
der Liebe

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13
Okt
19

Feuerrot

Was erzählst du da von einem Nutzen,
um den es mir bloß ging und geht?
Komm, lass mich deine Äuglein putzen
dir zu zeigen, wie es wirklich steht.
Damit dein Herz was sieht,
komm schließ die Lider zu.
Kannst du’s hören, unser Lied?

Siehst und hörst du manchmal Noten
hier wie aus einer andern Welt,
für die Opfer, für die Toten,
die keiner für bedenklich hält?
Siehst du diese Lichter,
siehst du diesen Krieg,
Gitarren, Mikros, Dichter
mit der Chance? Nicht auf Sieg.

Wir kämpfen um das Leben,
keine Falschheit, kein Verrat,
kein Bereuen, kein Aufgeben.
Aus mir selbst entsteht die Tat
aus dem Nichts in meine Mitte,
hält das Leben mich nicht aus
wenn ich es zu mir rein bitte,
fängt es an und schmeißt mich raus.

Für uns wird es das nicht geben.
Ihre Zuneigung und Zweisamkeit.
Für uns nicht nein, nie im Leben.
Diese tumbe Einfachheit,
als würd sie was verschweigen,
als ging sie uns nichts an.
Komm lass uns diesem Leben zeigen
wie es uns mal richtig kann,

ich werde auf die Knie gehen,
mache dich zur Braut,
lass dich unseren Altar sehen
vor dem der Kater uns dann traut,
ich trag dich über Schwellen,
der Himmel ist das Ziel,
dort kriegt ihre Liebe von uns Schellen,
ihr Hass wird zum Gesellschaftsspiel,

das Leben fliegt mit Schwinger
aus dem Fenster in die Leere raus,
der Brautstrauß ist vier Mittelfinger.
Fänger jeder, der nicht mit im Haus.
Die Ringe lass uns tättowieren!
Eine Maus auf deinen Po,
einen Fuchs über die Nieren,
ein Stelldichein am Damenklo

dann geht’s auf Hochzeitsreise,
der Kapitän wünscht guten Flug,
schwing dich mit auf meine Meise,
spring auf auf diesen Zug!
Am Meer werden wir stranden,
an das Beste ist gedacht,
dass wir uns beide fanden
zur Ausfahrt in die Hochzeitsnacht.

Am Ende noch ein amtlich machen:
wir bemalen einen Stein
mit unsrer Liebe, unsrem Lachen
und graben ihn für uns nur ein.
Arm in Arm dann einschlafen.
Haben, was hier keiner hat.
Ein eignes Schiff im sichren Hafen,
Leidenschaft, Gefühle satt.

Kannst du sie echt nicht hören?
Die Antwort auf den Stillen Schrei
aus deiner Nacht, wo sie nicht stören
der kommt wohl wo an? Genau. Bei.
Denn hier, hier wirst du finden
was du suchst, es ist ganz nah.
Wo Melodien Herzen binden,
warst tausend Mal schon selbst fast da,

komm lass uns in unsre Kämpfe gehen,
ich stürz mich in die Schlacht hinein,
du hörst nicht auf zu widerstehen,
lass füreinander da uns sein
und so oft es möge gehen
wild lieben in der Nacht.
Ich hoff, du kannst verstehen.
Wer ich bin. Hat Kampf gemacht.

Komm, steh nicht mehr daneben.
Komm Baby, sieh doch hin.
Du erzählst von einem eben
in dem ich noch nicht bin,
komm Baby, lass uns haben
was Mensch sich selbst verwehrt,
Tage voller Vorfreude, Nächte voller Gaben
in denen jeder Kuss die Liebe ehrt,

komm Baby, lass uns fliegen
durch die Nacht zu zweit.
Tags lassen links die Welt wir liegen,
machen wir uns heimlich startbereit.

Komm Baby, lass uns meiden
was sie abstumpft und uns bringt in Not –
sieh Baby, sie würden uns so sehr beneiden.
Um diese Liebe ohne Angst vor’m Tod.

13
Okt
19

Well. I do. (es ist okay, chester)

Könnt ihr diese Lieder hören?
Und ihr, ihr nennt ihn krank?
Will euch die Wahrheit echt nicht stören;
wie dieser Riese, dieser Schrank
nach dem Ende einfach weiter macht?
Ganz genau so wie gefühlt. Nur anders als gedacht.

Seht ihr ihn seine Lieder leben?
Stirbt für sie, unpathetisch.
Seht ihr ihn sich für sie hingeben?
Lebt weiter, beinah unpoetisch
wurd aus ihm, der sang und schrie
seiner Wirklichkeiten Melodie.

Nichts war je schöner, war je runder
als es dieses Lied jetzt ist,
in dem ein unheilbar gesunder
verstreichen lässt die Gnadenfrist.
Du gabst alles. Es war gut.
Du standest auf. Und nahmst den Hut.

Jetzt müsst ihr einfach singen, singen!
Und es passiert, wofür er gab.
Die genauso leiden, nicht so klingen,
erheben sich aus ihrem Grab –
und ihr seht ihn lebendig in dem Lied,
dass mit uns durch Straßen zieht.

11
Okt
19

es ist okay, s.

Nun bist du also doch verschwunden.
Ich kenne deine größte Angst:
du wirst von denen aufgefunden
derer du dich nicht erwehren kannst.
Nun bist du also doch gegangen.
Ließt sie fallen, deine Last.
Du warst in ihnen gern gefangen
bis du Grund genug zu fliehen hast.

Nun will es ihnen doch gelingen
nicht zu seh’n, was in dir war.
Sie wollen selbst den Schluss verschlingen.
Wie ich’s schon lange kommen sah.
Nun erst kann ich dich verstehen.
Auch deine Antwort lautet nein.
Du gabst dich hin, um’s einzusehen.
Wolltest dir bloß sicher sein.

Nun weiß ich’s. Ich konnt’s spüren.
Schon lang hab ich’s geahnt.
Wohin sie dich mit Absicht führen.
Mein Herz, es hat dich leis gewarnt.
Guck an, guck an! Wie sie vermissen!
Ohne jede Schuld und Scham.
Sie zwangen dich, dich zu verpissen
sich zu fragen, wie’s wohl kam.

Guck an, guck an! Wie sie fluchen!
Guck an, es ist euch Fest!
Statt ihr zu helfen, sich zu suchen.
Gebt ihr ihren Resten Rest.
Guck an! Wie sie sich wichtig meinen!
Nachdem sie dich getötet.
Sie wollen nicht mal traurig scheinen.
Guck an. Niemand errötet.

Nun glaub ich, musstest wohl verstehen
was sich hier verschweigt mit jedem Wort
um in Stille fort zu gehen.
Tut mir Leid. Wir seh’n uns dort.

10
Okt
19

ganzlockereaction

noch eben stand ich an der klippe
mit dem hals in der schlinge
in der hand eine schippe
mit der welle
in den schluss
eine quelle
ich entspringe
kopfüber in den lebensfluss

09
Okt
19

vielleicht nächstes mal

für mich heißt lieben zu verlieren
etwas zieht dich zu mir hin
etwas starkes, lässt sich nicht kapieren
in dem typ der ich halt bin
du erwartest licht und helligkeit
ich bin jedoch kaputt und klug
hehre werte, für sie kampfbereit
findest du nur selbstbetrug

du findest dunkle augenringe
mehr als ziemlich viel konsum
du findest kriminelle dinge
glaubtest an karriere und an ruhm
spätestens dann morgen
findest trotzdem glück
willst mir ein stück von deiner borgen
will von der welt nichts mehr zurück

beim ersten widerspruch
der ganz sicher wiederkehrt
ein kurzer, schneller bruch
ein auge, das den zweifel nährt
ich beginn zu winken
ich sei asozial und viel zu dumm
weshalb dinge hier zum himmel stinken
lebe wohl. Ich nehm’s nicht krumm.

alles was mir bleibt
ist die welt
die mir beschreibt
wer vermeintlich recht behält
sie hat so vieles anzubieten
klunker, karren, geld
keine angst vor monatsmieten
ich nur mich der sich nicht an sich hält

manchmal beginnt’s zu brennen
ich weiß, ich weiß, du willst nicht mich
ein droh’n, ich lern sie kennen
schrei in leeren raum ich liebe dich
die zeiten kehren wieder
speisen meine glut
ich singe meine lieder
mit feuer und mit herzensblut

steht die welt in flammen
wenn sie sich um mich dreht
werd ich in sie meine fahne rammen
hoffen, dass ihr sie bald seht
nichts ist mir geblieben
außer meiner kraft
meine liebe kann mich lieben
liebe die zu ändern schafft

ich liebe meine liebe
egal wie wild die welt es treibt
weil sie mit meinem wilden triebe
am ende wieder sieger bleibt
ich glaube, glaube fest daran
dass eines tages du mich nimmst
dich mit mir seit an seite dann
einfach selbstbestimmst

die welt sieht längst schon rot
ich würd mich an ihrer stelle schämen
wird’s ein kampf bis in den tod
kann sie mir bloß das leben nehmen.

09
Okt
19

Ich will, ich will!

Ich will, ich will dich küssen,
ich will, ich will dich spüren,
ich will, ich will dich wollen müssen,
ich will, ich will dich führen,
ich will jeden Zentimeter
deiner nackten Haut berühren,
Leidenschaft im Wind verwehter
Wildheit an dir spüren.

Ich will mit meinen Zähnen
das Höschen dir abstreifen,
Zunge kreisend um dein Sehnen
werde ich nicht abschweifen,
halt dich an den Händen,
rauf und runter
zwischen Lenden,
lieg ich drunter

lasse deine Hüften kreisen,
ich will die Welt im Himmel sehen,
ich will das ganze Blau einreißen,
ein letztes Mal am Ende gehen.
Komm knie dich vor mir hin,
vor lauter Liebe blind
verlieren wir Sinn um Sinn,
wieder wissend, was Gefühle sind.

Ich will, ich will die Lippen,
ich will, ich will die Brust,
ich will dich ohne Strippen,
ich will dich, ich will deine Lust,
zwischen deinen Beinen
will ich am Ende stranden,
will deinen Kopf in meinem Arm.
Will ein letztes Mal hier landen.




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Bedeutet im Klartext: Teilen? Jederzeit! Zerteilen? Kein Stück! Alles, was hier an Texten erscheint, ist geschrieben ohne kommerziellen Hintergrund und in diesem soll es auch bleiben.
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