Posts Tagged ‘lasst

30
Okt
11

Lasst die Erde endlich beben

Ein alter Mann
eine alte Träne
eine immer währende
Geschichte

Damals im KZ
seine ganze Familie
sein bester Freund
vor seinen Augen
gespannt zwischen Pferden
in zwei Hälften gerissen
den Hunden zum Frass
vorgeworfen

Diesen Menschen alleine
bin ich verpflichtet
zum Dank
für jeden einzelnen Tag
für jeden einzelnen Schritt
für jedes Problem
das wir in Freiheit
gemeinsam haben dürfen
es zu lösen
für jeden Menschen
den nur wir
so frei
je erleben durften

Ihnen alleine
gilt mein Kampf
der Weg
des nicht Vergessens
wozu wir fähig waren
wenn wir nicht fähig sind
all denen
die gelitten haben
bis in den Tod
für den Menschen
den ich im Spiegel
bewundern darf

Sein Grab zu würdigen,

werde ich es nicht zulassen
das man weiter vergisst
in der eigenen Kälte
auf der Suche
nach einem Wort
nach einer Berührung
nach einem Freund
nach der Wahrheit
erstarrt ihr
bevor ihr je
die Strasse des Lebens
aus der Ferne nur hört
wie niemand mehr
sie noch befährt

Ich werde es nicht zulassen
denn euer Geld
macht euch nicht so reich
wie ihr fühlt
denn euer Wissen
macht euch nicht so schlau
wie ihr denkt
und unser Leid
gibt uns noch lange kein Recht
den Weg nicht zu gehen
dem wir verpflichtet
durch ein Leben
dessen Verlust
weit weniger schmerzlich
denn zu vergessen

Ich will nicht
mit irgendwem
ich will nicht
irgendwann
ich will nicht
irgendwo
ich will mit euch
ich will jetzt
ich will hier
nicht gegen irgendwen
sondern nur dafür
den letzten, einen neuen
Anfang
der das Ende bedeuten wird
wenn wir nicht begreifen
ihn zu finden

Wer immernoch glaubt
kommt Zeit

kommt Rat
wenn ihr immernoch beruhigt
wenn ihr immernoch an das glaubt
wenn man euch nur erzählt
wenn ihr immernoch nicht
zu begreifen
bereit
die Hüllen fallen zu lassen
zählt ihr zu den Feinden
wie der Gegner eigentlich
den ich nicht mehr habe

Denn unter mir
könnt ihr es spüren
will die Erde beben
auf das einstürzt
was der Wahrheit nicht standhält
auf das der Erdboden
wieder verschluckt
was er nicht selber gebar
auf das einstürzt
was ungerecht
auf das die Grenzen fallen
und Dämme brechen

Auf das hier und jetzt
es zu überleben
nicht einfach zu verschwinden
am Ende
im Nichts

Auf uns, werte Herren
die bereit zu kämpfen
dieser Welt verpflichtet
wissend
worum sie sich dreht
auf das ewige Leben
so
oder so

Auf Ewig
hier im Paradies
oder auf bald
in der Hölle
nur für die Versager
die es besser
hätten
wissen
müssen
Zeit stehen liessen
dabei die Welt vor Augen
und den Menschen
der leibhaftig gerissen
in Hälften
bleibt als ganze Wahrheit

29
Jul
11

Lasst sie reden

„Sieg Heil und fette Beute“, so hetzt sie,  die NPD

die Demokraten verzweifeln, „verbieten, ohjemineh“

dabei überzeugt es doch nun wirklich jedes Kind

lasst ihr´s richtig erleben, wie dumm die Nazis wirklich sind

09
Jan
11

Lasst mich gehen

Glaubt man daran
wird man verlacht
verliert man den Glauben
beweint man heimlich
der Menschlichkeit Wert
längst neu vermessen
an unserer Angst
vor Bedeutungslosigkeit
in deren langen Schatten
Menschen verkümmern

Auch wenn du lachst
ich muss glauben
an den Menschen in dir
dem ich vertraue
bitte lass mich gehen
meinen Weg zu ihm hin
bin hier geboren
ihn zu gehen
bis zum bitteren Ende
ich brauche dich
dich zu retten
als Geschenk
den Menschen in mir
bitte entlasst ihn einfach
nimm seine Hand
sein letzter Ausweg
führt noch zurück
ins wahre Leben

20
Dez
10

Verstanden? Nein? Lasst es. Gut sein?

Es ist scheinbar
ein unheimlicher Spaß
so zu reden
als sei man
erhaben
zu verstehen
als wäre man
erwählt

Ist Verständnis bloß
nur noch Fachchinesisch
unverständlicherweise
nun anerkannte Fremdsprache

01
Nov
10

Lasst uns nun kämpfen

Am Fuße der Treppe, da stand ich nun
als kleines Kind, das Haupt war gesenkt
jeder Blick nach vorne, er schien verschenkt
voller Angst beschloss ich ihn doch zu tun

Doch was ich sah war Nichts als Nichts
so erdachte ich, noch einmal umzukehren
hoffend Vergangenheit könnt´ mir bescheren
es flossen nur die Tränen der Bilder angesichts

Der Hof, auf dem ich als Kind gespielt
lag vor mir nun als eisige Tundra brach
der graue Bau, in dem man mir Lehren sprach
grau auf grau, wie sich´s auf der Welt verhielt

Er war verschwunden hinter Felsen und Eis
nach vorne nur nichts, Blicke nach hinten bitter
vor mir der Abgrund, hinter mir nun ein Gewitter
so kroch ich los, kochte innerlich langsam heiß

Hinter den Felsen, erfroren in der ewigen Kälte
tote Körper von Müttern, Vätern und Kindern
nur verwelkte Blumen, die Kadaver von Rindern
mit den Schreien der Lieben, es reichte als Schelte

Mich doch aufzurappeln, um auf den Grund zu gehen
die Angst zu ergründen, um die Lüge, die ich lebte
seit jeher ich fühlte, als ob man ins nichts mit mir strebte
auf dem Weg nun alleine, wollte mich selber verstehen

So fand ich ihn dann. Diesen Bau, der einst war grau
gemahlen zum Häufchen, in aller kleinste Scherben
zerbrochene Weltbilder, sie zeugten so vom Verderben
der Menschen. Zu leben zu dumm, zu sterben zu schlau

Ich stand alleine im Regen und hörte zu gut
die Schreie der Lieben, von ihren bitteren Enden
das längst begonnen, doch wohin sollte ich wenden?
Schlug die Faust in die Scherben, um zu sehen nach Blut

Verlor meine Sinne, doch weigerte mich zu glauben
dies sei das Ende, so schloss ich die Augen
schrie gen Himmel, was sollte die Stimme noch taugen
plötzlich ein Flüstern, es begann dem Dunkel zu rauben

Von Menschen wie mir, kämpfend, um gefrorenes Herz
sie begannen zu reden, nach mir zu rufen
ich nach ihnen. Stimmen geeint, die ein Obdach schufen
für neue Hoffnung, in ihm zu heilen den Schmerz

Vom du zum ich und VOM ICH ZUM WIR
in gemeinsamen Glauben, so wurden wir ein
dies Gefühl, ein Teil nun dieser Welt zu sein
diese Welt, sie wurde ein Teil von mir

Drehte mich um sie, sie drehte um mich
während langsam die Vermissten sich fanden
um mich herum, nur ihre Stimmen verschwanden
im Mahlstrom der Stimmen durfte spüren ich dich

Wie du nach mir wolltest greifen noch
konnte nicht, deine Hand nicht mehr fassen
die Augen, ich musste sie geschlossen lassen
so nah bei mir, verlor ich der Nächsten dann doch

Dich sicher zu wissen, ich musste schwören
einfach weiter zu kämpfen, mich durchzuringen
wie jede der Stimmen mein Opfer zu bringen
die Augen zu öffnen, es könnte den Traum zerstören

Musstest mich so gequält, brechend, fast tot gar sehen
doch Stein für Stein, unser Heim, ´s ist am Entstehen
siehst mich weinend, schreiend, redend, am Flehen
aus Angst um mich musst du beschließen zu gehen

Du fehlst mir so sehr, wie unsere Blicke sich einen
doch ich tu´s auch für dich, auch das deinige Leben
denn ohne den Kampf, die unsere Welt hat´s gegeben
unsere Kinder wird sie quälen. Unsere, alle, die Deinen

So lass sie uns noch weinen, diese letzte der Tränen
ob ich die Augen je wieder öffne, dein Gesicht zu sehen
es ist so ungewiss. Doch bitte, musst mich verstehen
ich liebe mich, dich zu sehr, muss sicher uns wähnen

Sehe vor geschlossenen Augen aus Nichts entstehen
aus den Scherben, diesen einen Platz
an dem ich dich halten kann, den wertvollsten Schatz
werde mit Unbekannten diesen Weg zu Ende gehen

Denn du bist sie wert, jede noch so große Qual
ihr wisst, ich kann nicht mehr zurück noch gehen
ließt längst schon los, auf nimmer Wiedersehen
meine Furcht um uns alle, sie lässt mir keine Wahl

Auch mit dieser Angst, dass ich nur noch kann vererben
diesen letzten Gedanken, um schließlich zu verharren
um mit geschlossenen Augen dann ewig zu erstarren
hab solche Angst. Ich bin längst bereit, für uns zu sterben.

Doch wie es auch kommt, ich muss so nicht gehen alleine
die Welt im Arme. Hoffe ich so, je wieder zu fallen in deine.

30
Sep
10

Lasst uns. Geimeinsam.

Egal

rote
gelbe
schwarze
weiße

egal
welche Farbe
im Hirn die braune Scheiße

Kartoffel
Spaghetti
Curry
Baguettefresser

so reich gedeckt
unsere Tafel
Abwechslung schmeckt
die Würze
macht´s doch nur besser

nur die an den Rändern
wollen´s ändern
verteidigen nie reservierte Plätze
einfach. Mit ihrem Messer

Scheiß auf diese Vollpfosten
möchte gern´ alles mal kosten
kultiviert multikulturell speisen
die ganze Welt sehen
gar, ohne zu reisen

drum, ihr Menschen aller Länder
scheißt mit mir auf die eh braunen Ränder
kommt zu Tisch
jedes Gemüse, alles von Fleisch bis Fisch
nehmt eure Hände
macht dem Hass ein Ende

lasst uns
gemeinsam glauben
ans Leben, lasst es uns ehren
gemeinsam Gebete sprechen
gemeinsam letzte Grenzen brechen
lasst uns gemeinsam
von der reichen Tafel zehren.




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