Archive for the '1. Board' Category

28
Apr
21

ich bin so frei

Krisen, Bomben, Minen, Kriege,
der Genozid am Mittelmeer,
Ausbeutung, Eintagsfriedenfliege,
Attentat und Schießgewehr,
Gaza, Israel, Nahostkrise,
Lagernot in Moria,
Wirtschaft, sie macht miese Miese,
Krieg und Hunger, Afrika,
genug Probleme für zehn Seiten,
Iran, Irak und USA,
so weit will ich es nicht ausbreiten,
geht ja allen beinah nah;
nur ein Problem auch je zu lösen,
war bis dato noch nicht da.
Wer weiß, wo dafür Gründe dösen.
Nazis, Terror, BKA.

Wir bekämpfen die Rassisten,
dritter Weg, AFD,
wir bekämpfen die Faschisten,
tun wir ihnen weh, okay!
Die Wichser, sie sind volksverhetzend,
sie sind der erste Feind.
Sind sie wirklich staatszersetzend?
Sie sind’s Letzte, was euch eint!
Wenn wir heute sie vom Hof jagen
und die Probleme bleiben da –
über wen wollt ihr dann Morgen klagen?
Wen stellt ihr vor die Kamera?
In Wahrheit funktioniert Gemeinde,
die Gemeinschaft hier,
in Beziehung nur zum Feinde
entwirfst du dir dein Bild von dir,

in Wahrheit braucht ihr die Gerichte,
damit euch wer von Schuld frei spricht,
in Wahrheit braucht ihr die Geschichte
zur Konstruktion der eignen Sicht.
In Wahrheit braucht ihr psychisch Kranke,
damit’s der Psyche an nichts fehlt,
in Wahrheit braucht ihr seelisch Schlanke,
damit euch was die Seele stählt.
In Wahrheit braucht ihr doch den Armen,
damit er euch reich verziert,
in Wahrheit ist der Platz im Warmen
warm, weil einer draußen friert.
In Wahrheit klopft ihr Nazisprüche
doch für einen, der sie hört ,
in Wahrheit plant ihr doch Umbrüche
damit die Pläne wer zerstört.

In Wahrheit waren’s die, die’s erschwerten,
die größte Quelle eurer Kraft,
in Wahrheit sind die Weggefährten
bloß Feinde eurer Gegnerschaft,
in Wahrheit sind sich doch die Feinde
gegenseitig wahrhaft nah,
in Wahrheit seid als Fangemeinde
ihr gegenseitig für euch da,
in Wahrheit habt ihr Angst vor’m eignen Wesen,
Ergebnis der Vergangenheit –
in Wahrheit kann es bloß genesen
wenn ihr es vom Feind befreit,
in Wahrheit fehlt euch bloß der Willen,
in Wahrheit steht ihr deshalb matt,
in Wahrheit könnt ihr Lebensdurst nicht stillen,
in Wahrheit seid ihr deshalb satt,

in Wahrheit braucht ihr das Problem zum leben,
in Wahrheit geht ihr viel zu weit,
in Wahrheit müsstet ihr was aufgeben,
damit ihr euch von was befreit.
In Wahrheit seht ihr sie nicht kommen,
ihr seid die Welle, die längst rollt,
in Wahrheit habt ihr lieber angenommen,
sie hätten zu Recht blutgezollt.
In Wahrheit gilt’s bloß loszulassen,
seid ihr in Wahrheit dazu nicht bereit,
wollt lieber blind in Wahrheit weiter hassen,
verdient ihr es. Tut mir nicht leid.

27
Apr
21

Aufschrei eines Urzeitmenschen (am Anfang war kein Wort!)

Es ist ein Phänomen der Zeit.
Du hörst es hier, du hörst es dort,
ihr erklärt euch eure Einsamkeit
und vergeudet so das Wort,
während andre dran verderben
die zu müde sind zum Wagen,
die an den Einsamkeiten sterben.
Weil wir müde sind, zu fragen.

Als würdet ihr vor euch stehen
euch davon ein Lied zu singen,
von Gründen, die den Grund nicht sehen –
ist es das, was Worte bringen?
Das Schönste, es bleibt ungeschenkt!
Nur ginget ihr den Weg zurück,
um zu sehen, was ihr nicht bedenkt
dort ganz am Anfang, vor’m Unglück

könntet ihr zwei stehen sehen,
die nicht mal was wie Worte haben,
nur Gründe, um sich zu verstehen,
nur Gründe, die das Wort ergaben,
weil wer was zu sagen hatte,
wer sich etwas sagen wollte,
stand uns das Wort einst auf der Matte,
dass sich heut nun fragt: was sollte

ich denn wohl dazu noch sagen?
Ich werd benutzt, aufzuzeigen.
Das Sprechen wurde Kunst zu klagen.
Und das Zuhör’n die zu schweigen.

27
Apr
21

Stiller Protest!

Anfänglich war sie sachlich-nüchtern,
vor zehn Jahren am Gymnasium
war sie unaufgeregt, echt schüchtern,
sie war weder blind, noch taub, noch dumm,

bis mehr der bösen Worte fielen,
da blieb ihr oft nur traurig gucken –
sie sah’s auf Herz und Nieren zielen
und du sahst sie zusammen zucken,

bis ihre Eltern noch Streit anfingen,
da überlegte sich das Menschenkind,
als ihr Worte durch den Kopf gingen,
dass Menschen besser schweigend sind.

Seit zehn Jahren nun ist sie verstummt.
Nicht einen Mucks, kein Laut, kein Lachen.
Vor dem Leben in sich selbst vermummt,
hat sie aufgehört, es mitzumachen.

23
Apr
21

überdeutsche filosofie

Das ist also Wissenschaft?
Viel verklausuliert behaupten
mit wenig Geisteskraft.
In alten, angestaubten,

speckigen Folianten,
steht nicht sehr viel drin.
Es kam viel mehr abhanden.
Nichtlesen machte Sinn.

23
Apr
21

einmal eins

Es brennt sich rund der Teufelskreis,
der verdammt ist sich zu schließen!
Durch verkrampfte Adern fließen
Gift und Kummer, Angst und Schweiß,
zu viel ist’s längst, um’s zu vergießen!
Wir waren einst, was niemand weiß,
einmal Eins! Vor allen Dingen!

Der kalte Wind berührt uns kaum,
er raschelt in den welken Haaren
wo Wipfel einst und Kronen waren,
wehen Fetzenreste fort und Flaum
und in noch ungelebten Jahren
der Tag, sich aufzuschwingen.

Nur über’m Alltag, wo laut dröhnt
was wir dabei sind zu beschließen,
segeln Flügel, die den Wind genießen ,
Hoffnung, der wir längst entwöhnt,
schreit seit wir uns verließen
um den Morgen neu zu bringen.

22
Apr
21

aller tage abend

Jeden Tag scheint neu die Sonne
für ein Fleckchen Schatten mehr,
jeden Tag tropft aus der Tonne
etwas saurer Regen, der

Tod holt, sich am Leben labend,
das letzte Strahlen vom Gesicht.
Es ist aller Tage Abend,
bevor das Leben neu anbricht.

22
Apr
21

Was los, you Nazi?

Geboren seid ihr ins Korsett
in dem ihr heute zappelt –
von Geburt an ziemlich fett.
Während ihr von Regeln brabbelt,
zieht ihr’s weiter zu
und plustert euch noch auf.
Ich wollt nur sagen, du:
machst du so weiter, gehst du drauf.
Übrigens: wie du allein,
so macht’s die ganze Welt –
ich meine, kann es sein,
dass tötet, was in Form euch hält?
Jetzt guckt er arrogant,
jetzt wird er feuerrot.
Mensch, du bist verrannt!
Gehst aus Gewohnheit in den Tod.

22
Apr
21

wir waren so frei

In der Hoffnung und in den Gebeten,
beim Laufen, Leiden und beim Fluchen,
auf den Dörfern und in den Städten
begann der Mensch, nach dir zu suchen,

in Fieberträumen von Berserkern,
in der Leidenschaft und in den Sünden,
in Unterdrückung und in Kerkern
begann der Mensch, dich dann zu finden,

in Revolutionen, Umbrüchen,
beim Wählen und beim laut Beschweren,
in Gedichten, Liedern, Sinnsprüchen
begann der Mensch, von dir zu zehren.

Durch die Theorie und durch das Wissen
sind wir heute nun deine Herren –
du weilst in wirren Seelen, die vermissen
und in Gesetzen, die dich fort sperren.

21
Apr
21

Insomnia

Warum nicht einfach liegen bleiben?
Die ganze Welt bloß Lärm und Schutt,
was noch gut ist, geht kaputt.
Warum nicht durch die Träume treiben?
Warum brauch ich davon immer mehr?
Wenn es schwer ist? Gib es her!

Warum ich mich nicht nochmal drehe?
Das Fenster ist nicht zugesperrt
durch das mich die Welt hinaus gezerrt,
weil ich an diesem Fenster stehe
und ahn, dass ich dahinter bin,
zieht es mich dort rastlos hin.

19
Apr
21

ICH WURDE GOTT

Guten Tag, ihr Philosophen.
Guten Tag, Herr Kant.
Ihr habt’s warm am Ofen.
Die Welt ist darin abgebrannt.
Es regieren uns die Stühle
nicht der, der darauf sitzt.
Ohne Antrieb und Gefühle
für euch selbst geschnitzt,
wird Narzisst erst angezogen,
macht sich darauf bereit,
danach wird sich fett belogen,
dann fühlt ihr euch befreit,
dann nehmt ihr diese Sprache,
dann wird damit vergiftet,
dann roden sie das Brache,
dabei wird angestiftet.

Guten Tag, ihr Philosophen
mit kalter Dialektik,
in Wellen kommen Strophen,
euch treibt die bloße Hektik,
euch bleibt nur euch zu klonen,
euch allein ein Raum.
Ich darf im Leben wohnen,
ich lebe frei im Traum.
Ihr müsst Grenzen setzen
und die ganze List,
andre müssen andre hetzen,
zu dir treiben, dass du’s bist –
ihr glaubt wirklich Dinge
haben uns gemacht?
So wie Esoterik-Inge
habt ihr dabei an euch gedacht!

Das Problem seht ihr von oben?
Helfen tut das nicht!
Ihr seid derart abgehoben,
verkauft euch noch als Wegelicht.
Ihr seid zu blöd zum Sprechen,
Unverständnis ist begehrt,
ihr lasst andre brechen,
weil der Tod Verlangen mehrt
ist’s ein Kampf um’s Überleben
bei dem sich jeder nimmt,
was andre nicht gern geben?
Ist für Wichtige bestimmt.
Sie alle, alle glauben
an den Todestrab,
die Lawine muss sie rauben.
Von Anfang her geht es bergab.

Nur noch schwarze Pampe,
das ganze Leben ist
grüne Wiese in der Fettwampe –
wie die Drecksau frisst!
Im Schweinestall dinnieren?
Da zieh ich Hunger vor,
oder den Verstand verlieren –
friss die Scheiße selber, Tor.
Wenn sie sich in Augen sehen,
erkennen sie sich nicht,
wenn sie sich gegenüber stehen,
gibt es Schläge ins Gesicht.
In-das-Maul-Gemetzel
tut Not, dass einer stirbt.
Komplexkonfetti, Seelenschnetzel,
was noch gut ist, das verdirbt.

Sie sind diese Regeln.
Es macht sie, wer es kann.
Sie spielen Seelenkegeln.
Sie wenden Regeln an.
Manche seh ich segeln,
manche nehmen sich was raus;
bei Professor schoßflegeln
stattet sie mit Stimme aus.
Sie wollen sich entscheiden
zwischen falsch und richtig.
Wer klug sein will, muss leiden!
Was schlau macht, das ist wichtig.
Ich sehe ihre Augen
im Himmel und im Dreck,
spüre ihren warmen Glauben
und wünsch mich damit weg.

Ich will mich gern verstecken,
bin komplett verflucht,
find in allen Ecken
was sich ein Heim gesucht,
eine Woche weinen,
eine Woche kalt,
eine Woche meinen,
eine Woche bald,
nach einer ganzen Woche
bin ich abgebrannt,
wenn ich überkoche
wird eiskalt losgerannt,
ich steh komplett in Flammen,
ich werd dein Konterfei
in die Erde rammen,
bist auf deiner Fahne mit dabei.

Ich nehme euch als meine,
ich nehm die Schmerzen mit,
alle, eure, deine,
glaubt mir, wir sind quit,
aus Augen schlagen Wurzeln,
oben, unten, Ost und West,
ich sehe Götter purzeln,
auch der Teufel kriegt den Rest,
ich schleppe alle Brocken,
im Flussbett liegt ein Kind,
es gibt uns seine Socken,
unter Flügeln Wind.
Ich lass euch mit den Wölfen heulen,
wir beleuchten Nachts den Mond,
rufen Adler, Falken, Eulen,
alles was auf Kronen thront.

Ich bin von euch besessen
über Land und Meer,
hab ich kein Gefühl vergessen,
aus dem Wort, da kommst du her.
Das Gedächtnis wie ein Elefant,
was blockiert, das wird zertrampelt,
was im Weg steht, überrannt,
überrast, wenn es rot ampelt,
hinter mir sind eure Schatten,
ich sterbe jeden Tod
des Lebens, dass sie niemals hatten,
Energie glüht feuerrot,
ich jage jede Träne
bis in die tiefste Schlucht,
Wolf schlägt die Hyäne
durch’s Rudel in die Flucht.

Ich lass die Erde beben,
Erbsenhirn, du alter Punk!
Ich werde Berge heben,
mein Brustkorb ist ein Waffenschrank,
ich find im Tod das Leben,
ich finde mich in dir,
ich fühle mich beim Geben
will einfach weg von hier,
weil ich jeden hier in allem sehe
weil du mein Leben bist
weil ich drunter komm und drüber stehe,
weil das Wort die Heimat ist,
wirst du am Ende gehen
aus der Erde, aus dem Meer,
du wirst an einer Klippe stehen,
als ob an dir noch Flosse wär,

wir werden nicht umdrehen,
wir machen keinen Halt,
kommt die Lawine einst zum Stehen?
Ausbuddeln! Naturgewalt!
Ja, wir sind Sophisten,
wir sind wieder da,
wir gehen weg in Kisten,
kommen euch dann wieder nah,
wir spucken um euch Feuer
Scherze über Holocaust
werden deshalb fortan teuer!
Schelle links und ausgeklaust!
Immanuel in Ruhmeshalle?
Schelle, Überschall,
siehst du wie ich fäusteball?
Flammen tanzen, überall!

Ich sehe dich Genosse!
Du streckst sie aus, komm ich nah
und ziehst sie weg die Flosse
bin ich beinah da –
das hier wird es werden
Gottes Wort in deinem Ohr,
die Erde wird dich erden,
Genosse stell dir vor,
es ist beinah schon zum Schreien,
der Arbeiter, der vorweg geht,
der wird von Kant befreien,
ganz einfach, weil er dich versteht –
er wird es einfach müssen,
am ersten Morgen nach der Nacht
nur einmal innig küssen
befreit dich dann von Wahn und Macht.

Viele Geisteswissenschaften.
Probleme gibt’s nur eins.
Sie wollten unpersönlich haften.
Gelöst ist deshalb keins.
Wir alle sind die Kinder
vom gleichen, alten Krieg.
Es trampelten die Rinder.
An allen Tagen ohne Sieg
hat das braune Biest sich fett gefressen,
kam 45 aus Berlin,
habt bei ihm am Schoß gesessen,
ließt euch einen Scheitel zieh’n –
ein Schnitt durch seine Kehle,
eine Blutspur bis hierher,
eine frische Brise Seele,
direkt ins Leben aus dem Meer,

ins liebe Leben Leute!
Heute ist dann Morgen gestern,
Morgen ist dann gestern heute
und wir Menschen! Brüder! Schwestern!




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