Archiv für Januar 2015

31
Jan
15

Nur meine Meinung

Tritt dein Gedicht in Erscheinung,
aufgemacht und neu verpackt,
beinhaltet es bloß noch Meinung,
abgeblättert, neu gelackt,

dann prüfe, ob du dichtend bist!
Denn erklärst du andern „wie“,
dann Dichter, bist du Kolumnist –
und es grassiert die Kolumnie!

30
Jan
15

Ich bleibe dabei!

Ich sehe deine Hand am Rockzipfel,
doch es ist keine Mama da,
ich höre ständig von dem Gipfel,
auf dem bisher noch niemand war.
Die Menschen kommen und sie gehen
und Dinge nehmen ihren Lauf,
ich kann Angst in deinen Augen sehen,
doch ich geb! Geb! Geb nicht auf!

Ich sehe auf dem Weg Orangenblätter,
sie liegen vor dir, geradeaus,
über dir scheint schönes Wetter
und am Ende steht ein Haus,
wo Raben schwarz den Himmel füllen
und das Raubtier wild hyänt,
da hörst du nun den Löwen brüllen!
Wo der Schwan bloß gähnt,

spürst du ihn durch Wolken brechen?
Durch das Leid und den Schmerz!
Siehst du Licht vom Himmel sprechen?
Das dir sagt: „Ich bin dein Herz!“?
Du siehst es seinen Pfad dir zeigen,
wo sonst der Unken unken stört,
herrscht im Walde plötzlich Schweigen,
wenn es des Löwen Schrei gehört

und dieses Leuchten, es wird bleiben,
diese, seine kleine Lichtung,
sie wird, egal, was sie noch treiben
dir weisen eine helle Richtung –
ganz egal, was sie auch machen!
Ganz egal, wo du auch bist!
Der Löwe steht und er wird wachen –
auch, wenn er am Felsen einsam ist.

21
Jan
15

Um den Horizont!

Ja, manchmal knirscht der Unterkiefer
und Dinge nehmen ihren Lauf,
ich kratz mit Nägeln über Schiefer,
nehm Hohn und Spott in Kauf,
weil wahre Worte selten entzücken,
gibt es für sie kaum Applaus,
denn sie laufen kalt über Rücken,
geh’n hier rein, zum Mund raus,
wenn sie auf goldnen Waagen liegen,
auch dann ist ihr Ziel erreicht,
entstehen Worte beim gegenwiegen,
mit denen man sie begleicht.

Ich bin nicht für die Showparaden
glanzgelackt und chromgefelgt,
bin nicht gemacht für Schubladen,
bin einer, der in Träumen schwelgt
dessen Reifen durchdrehen,
wenn er die PS auf Straßen bringt
bleiben schwarze Streifen stehen
und ein Quietschen, es erklingt,
eine weiße Wolke ist zu sehen
und man wittert Gummi dann
und ich bin weg! Nicht zu verstehen,
wenn man’s nicht riechen kann.
Blicke ich mal in meinen Rückspiegel
dann bin ich oft selbst entsetzt,
es gibt statt Lob oft Brief und Siegel
werden Energien frei gesetzt,

dann beginnt man gern zu hetzen
und Dinge nehmen ihren Lauf,
doch Hauptsache: Zeichen setzen
und man nimmt Verfolgung auf!
Weiter geht’s, der Sonne entgegen,
die gegen diese Zeit anrennt,
ihr warmer Wind ist mein Segen,
wie gut, wenn man ihn kennt
und seh ich am Weg Gespenster,
weiß ich, sie seh’n auch mich,
den Ellenbogen aus dem Fenster
sag ich nur kurz: “Grüße dich!”,
denn ich will es nicht miterleben,
überholt mich die Kaltwetterfront –
ich will der Sonne ein Strahlen geben
im Rennen um den Horizont.

18
Jan
15

Bevor die letzten Steine fliegen (gegen Neo-Monarchismus hilft nur knallharte Realromantik)

Ich glaube dran, im Mensch stieg gestern
noch ein riesen Lebensfest,
mit Flora, Fauna, Brüdern, Schwestern,
im Einklang mit dem Rest

war man frei, vom Scheitel bis zur Sohle,
wo man heute durch ein Schloss,
durch Mord, Todschlag, Neid und Kohle
reitet auf dem hohen Ross.

In jedem Kopf gibts eine goldne Krone
gemacht aus fremdem Stolz,
in jedem sitzt ein König auf dem Throne,
der erbaut ist auf „was solls“.

Wurden Königs Mauern dick und dicker,
war’s nicht immer anrüchig?
Wurden Kronen übertrieben schicker,
war der Thron längst brüchig,

wenn die Schätze größer werden
und einer spricht vom Sieg,
wenn auf “Frieden hier auf Erden”
folgte “nach dem Krieg!”!

Wenn sie innen sowie außen lauern,
hat’s geendet jemals toll?
Was sich aufgestaut hinter Mauern,
bis des Königs Hose voll?

Und wann half’s je, sich zu beschweren,
wie man sich rausgeputzt,
wollte man von und zu etwas erklären
hat er’s bloß ausgenutzt

und halfen dumm und blöd und nieder
dem, der für Frieden ist?
Wenn klüger mit klug, wider wieder
die eignen Kinder frisst?

Nur wenn wir’s aus den Kerkern locken,
die man aus Angst erbaut,
was der König lässt im Keller hocken,
dem vor’m Leben graut,

nur wenn wir das Herz ins Freie holen,
dann wird im Finster Licht,
wenn’s findet, was man ihm gestohlen
rät’s dem Thron: Verzicht!

Legt man Kronen je kampflos nieder,
ganz ehrlich? Glaub ich nicht! –
was man stürzt, das fängt sich wieder,
bis das Herz ein Machtwort spricht!

18
Jan
15

Liebe steht… Vor dem technischen K.O.

Wie leicht lebt es sich erhoben,
wenn niemand auf die Augen zielt,
mit der Deckung ganz weit oben,
bloß austrainiert und eingespielt.

Wie leicht ist es, gut auszusehen,
wenn man nie am Boden liegt,
nie in Gefahr, zu Boden zu gehen,
auf den Knien dran geschmiegt.

Wie schwer ist es, nicht aufzufallen,
wenn nicht geht, was gestern ging,
wünscht man sich, sich festzukrallen,
wenn die Deckung doch mal hing,

wenn Tänzchen nicht mehr reichen,
wenn man plötzlich doch mehr will,
als anderen bloß auszuweichen,
wenn Angst schweigt nicht mehr still.

Ja, ich konnte nur die Augen sehen,
in Gejohle, Krach und Menge
bliebst du einfach trotzig stehen
im KrachSchlagLärmGedränge,

weil du magst, das ich noch steh,
trotz meiner Art, oft anzuecken,
weil du magst, das ich nicht fleh,
schon gar nicht beim einstecken,

weil ich nicht weiß, wo ich geh
und trotzdem weiter wanke,
weil ich selber schwarz oft seh,
optimistisch weiter schwanke,

deshalb stehen wir wohl heute hier
nachdem wir nichts verstanden,
weil zwschen diesem Publikum und mir
mich deine bangen Blicke fanden.

Ja, ich sehe Angst in deinen Augen
und deinen Rücken zu ihr drehen,
doch vielleicht ist es dieser Glauben
an ein Gefühl, das wir nicht sehen,

was andere den Grund gern nennen,
es muss vielleicht erst auferstehen,
bis zwei Verlierer das Gefühl kennen,
Dank dem sie nie zu Boden gehen.

12
Jan
15

Keine Chance, die man versucht, zu nutzen

Dieses Leben, es macht harte Regeln,
überzogen mit Faktenwissen
wirkt auf dem Bett aus Sargnägeln
tödlich selbst das Ruhekissen.

Aus den jungen Mündern brechen
Reste von geplatzten Träumen,
es summier’n gebrochne Versprechen
sich davor zu harten Schäumen,

bis sie vorher schon jeden Braten
zum danach herbei gerochen,
lockt’s den Willen aus dem Garten,
bis im Zwinger er verkrochen.

Blutige Narben und scharfe Kanten,
die durch Mechanismen greifen,
lassen die, die keinen Anfang fanden
von Anfang an zum Ende reifen.

12
Jan
15

Heimisches Fernweh

Zu hause, ja, da wünsch ich mir gern:
„Ich will hier endlich raus!“,
ich such das fremde Glück in der Fern
und verlasse mein zu Haus.

Bis ich dann denke, da, in der Fern:
„Wie weit war nun das Stück?“,
kaum angekommen, hab ich ganz gern
die heimische Fremde im Blick.

Noch auf dem Weg nach Hause, dann
finde ich mein „raus!“ zurück,
voller Hoffnung, dass sich etwas ändern kann,
find ich in der Fremde fernes Glück.




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