Archiv für November 2015

27
Nov
15

Dort liegt es nun

Dort liegt es nun das Wort,
begraben unter Dröhnen.
Überall, und trotzdem fort,
nach waschen, schneiden, föhnen.

Dort liegt es nun und zeigt,
auf der Strecke geblieben,
was man still und leis verschweigt,
beim Versuch, sich laut zu lieben.

20
Nov
15

Zu deutsch, um wahr zu sein

Ja, wenn wir nicht den Deutschen hätten,
wer würde durch Pünktlichkeit
seinen Chef noch mächtig plätten,
was würde aus der Schweißarbeit,

ja, wenn wir nicht den Deutschen hätten,
wer erfände Norm um Norm,
wer würde Bänder schmier’n und fetten,
was würde aus der Uniform,

ja, wenn wir nicht den Deutschen hätten,
wer machte seine Kinder krank
und gäb zur Heilung dann Tabletten,
was würd aus dem Waffenschrank,

ja, wenn wir nicht den Deutschen hätten,
hätten wir wohl den Salat,
in Kasernen gäb’s statt Hochbetten
nur dreizimmerküchebad,

ja, wenn wir nicht den Deutschen hätten,
wer schmiedete Haubizenstahl,
wer hätte wohl noch die kompletten
Lindenstraßenfolgen im Regal,

ja, wenn wir nicht den Deutschen hätten,
hätten wir zu weiß noch schwarz?
Wer würd sich Scheitel zieh’n und glätten,
wer fluchte auf‘s Kanacken-Hartz,

ja, wenn wir nicht den Deutschen hätten,
wer guckte  wohl noch Günther Jauch,
wer würd besoffen noch nach Malle jetten,
wer hätte Feinrip über’m Bauch,

ja, wenn wir nicht den Deutschen hätten,
wer brächte was auf Vordermann,
wem hingen beim Schaffen wie die Kletten
Fliegen stets am Hintern dran,

ja, wenn wir nicht den Deutschen hätten,
wer trimmte dieses Griechenland,
wer würd den Europäern Euros retten,
wer gäb Freiheit weg als Unterpfand,

ja, wenn wir nicht den Deutschen hätten,
– speziell sein braunes Rumgekübel –
wären Land und Schaft, würd ich wetten
tatsächlich hier nicht mal so übel.

19
Nov
15

Unverkopft

 

Wenn dein Wort geschrieben steht
und du musstest es nie suchen,
wenn es auf die Reise geht,
ohne vorher was zu buchen,

dann legst du man hier und heut
manchmal Infusionen,
von hier und heut, durch Lärm und Leut,
will das Wort sich nicht bloß lohnen;

wenn das Herz es brngt,
um etwas zu gestalten,
wenn’s dem Hirn gelingt,
mal das Maul zu halten.

Wenn du was zu sagen hast,
reicht es meist zu warten!
Mache einfach eine Rast
und öffnet sich der Garten,

bemüh nicht bloß die Hand!
Die nimmt es nur genauer!
Aus dem Bauch ist  der Verstand
tatsächlich manchmal auch ein Schlauer!

18
Nov
15

neben sich stehend durch die MENSCHLICHE eiszeit*

Mensch du lehnst so bittermüde
an kahlem Stamm und Baum,
der kalte Wind pfeift rüde
um dich durch Zeit und Raum,

gerne würdest du wohl krallen
das Bunte und das Laub,
siehst in Gedanken es ver-fallen
zu Vergangenheit und Staub,

denn der kommende Winter
gibt fordernd dir die Hand,
reicht Angst um das Dahinter;
das Grün zieht er ins Land.

Schließe einfach mal die Lider!
Bis im Traum das letzte Blatt
von dem Baum fällt vor dir nieder
und du siehst, was man noch hat:

Einen guten Grund zu glühen!
Wenn man Samen sucht und findet
und so was aufhörte zu blühen
nicht welkend hier verschwindet,

dann findest du im Kalten,
unter braunem Jetzt und Hier,
deinen Grund, um durchzuhalten.
Dann lehnt vielleicht ein Baum an dir.

 

*Achtung: METAPHER! Es geht hier nicht um den Wald, der schaffts im Zweifelsfall auch ohne unser Zutun!

18
Nov
15

Haustelefonblues

Gestern war ich Telefon
mehr als deine Nummer!
Beim Klingeln wusstest du meist schon:
Es geht um dich. Deinen Kummer.

Heute bist du nun mobil
und verschiedne Klingelklänge
unterscheiden die, die nicht mehr viel
von sich hören können im Gedränge.

Ob man was zu senden hat?
Entscheiden Netzgegebenheiten.
Keiner sagt mehr „hab dich satt!“.
Man lässt’s die Mailbox unterbreiten.

Wer will in dieser traurigen Welt
einen Freund auch wirklich hören?
Wer sich heute lieber nicht verstellt,
den will man lieber auch nicht stören –

ja wer will schon dieser Zeit
echt emotionale Reaktionen?
Immer nah. Gemütlich weit.
Weit genug, sich zu verschonen.

Gestern habe ich geklingelt
und du musstest stehen bleiben!
Heute wird getingelt
beim nebenbeinemailschreiben.

Gestern war ich Telefon
mehr als deine Nummer!
Und du Ex-Besitzer, blanker Hohn,
warst mehr als Zahlen. Keinen Kummer?

Verschweigt das, was uns abgehängt!
Mich vom Netz. Dich vom Leben.
Das Handy hat uns längst verdrängt.
Wir wurden Nummern. Unvergeben.

18
Nov
15

Mit dem Dritten sieht man besser

Was nützt mir euer Irrglauben?
Das Übermalen bis zum Tod?
Wer blendet, hilft beim Farben rauben.
Wer heilig scheint, der sieht schnell Rot.

Was erklären eure Farbenleeren?
Einsam zweifelt letzter Quarz:
Wem hilft Wissen, sich zu wehren?
NOTWENDIG-KEITen sehen Schwarz.

Was es bräucht, um zu verstehen?
Vertrau’n. Verstand. Und einen Mund
bereit, mit-Augen-zu-drauf-zu-zu-gehen.
Wer blind umarmt, der erkennt bunt!

13
Nov
15

Tweet 42

Kann ich mir das Schlafen schenken?
Der neue Tag klingelt an.
Ich musste gerade an ihn denken!
Ruf zurück. Mailbox dran.

13
Nov
15

nur noch 5 minuten… liegen bleiben…

Ich lieg im Bett und bin echt müde,
mein Wecker tickt schon aus.
Das Kissen dreht sich trotzig-prüde
von mir weg. Im Haus

trampelt wieder mal der neue Morgen
durch den dunklen Flur.
Er macht mir laute Einschlafsorgen,
auf und ab. In einer Tour.

Warum kann er nicht früh schlafen gehen?
Nur für eine gute Nacht?
Manchmal wünsche ich mir aufzustehen,
wenn er ist schon erwacht.

13
Nov
15

Jeneisklar

wie hieß sie noch gleich
unsere ex-familienminsterin
ursulavonderleyen
muttervonziemlich
vielenkindern
war wohl ihr vollständiger
name denn immer war sie
vor allem auch eins
die mutter von ziemlich
vielen kindern

heute ist sie nun
verteidigungsministerin
wahrscheinlich hat sie die kinder
wie ihr zweites erkennungsmerkmal
ihren stahlhelm
beim friseur gelassen
jedenfalls hat man ziemlich lange
nichts mehr von ihnen gehört
komischerweise
mich würde interessieren
frau ursula von der leyen
mutter von ziemlich
vielen kindern
was würden sie wohl sagen
wenn drei von ihnen
sagen würden
wir.dienen.deutschland.
wahrscheinlich ein bisschen
von dem bisschen wahrheit
das sie kennen
wäre wohl auch ziemlich egoistisch
ihre kinder als helden sterben
zu lassen
wo es doch so viele arme
familien gibt
mit entbehrlichem nachwuchs
sie scheinen grundsätzlich übrigens
eine top-generälin zu sein
mit keinem bisschen rückgrat
jegliche sozialkompetenz
geht ihnen ab und
sie sind unausstehlich genug
um andere aus dem weg gehen
oder gehorchen  zu lassen

für den posten der kommenden
familienministerin hat die union
auch bereits ein heißes eisen
im feuer
frau karl-theodor zu guttenberg
frisch gebackene mutter
von mindestens dreizehn kindern
fünf jungs
und sieben mädchen
sie gilt als mann
der stunde
denn als frau
des volkes
hat er sich von
ganz unten hoch gearbeitet
ohne doktortitel
und vielleicht sogar
ganz ohne ein
abgeschlossenes studium

beeindruckend

13
Nov
15

kalte bastarde mit grips (1)

wenn ich frau merkel
und ihre raute reden höre
höre ich immer wieder
es muss nicht schön sein
nur einzigartig
klingt für mich irgendwie
nach der alten schlechten
verdammt guten schule

wenn man sich fragt
wie frau merkel es schafft
unbeirrbar keinen weg zu gehen
dann denke ich sie
schafft es gar nicht aleine
nie und nimmer
hat sie die tickets gebucht
wahlkampfurlaub
während der spd-kleinwagen
mit steinbrück am steuer
und nahles auf der
windschutzscheibe
alles rammte was nicht
mal im weg war
das kommt wohl dabei
raus wenn man
die emanzipation für
eine frauenquote opfert

ich erinnere mich
an den bundestagswahlkampf
herr seehofer für eine maut
frau merkel dagegen
offen standen sich meinungen
gegenüber
doch war es mir als ob
sie es beide abwechselnd und von
nebeneinander liegenden pulten
zum besten geben
erst jubeln die bayern
seehofer über fünfzig prozent
und dann bejubelt man frau merkel
für ihre strikte verteidigung
der europäischen werte
und ihre gegenteilige meinung
die gar keine war
wie ich denke
und ich denke sie tun es
nun schon wieder
von wegen menschlichkeit
frau merkel heißt flüchtlinge
herr seehofer orban willkommen
gegenteilige meinungen
stehen nebeneinander als könnten
sie das jemals tun wenn sie
wirklich welche wären
und es ist als ob sie abwechselnd
von nebeneinander liegenden
pulten redeten
kein disput
kein böses blut
ein regal zwei pakete
ein orangenes ein braunes
ohne verlaub
frau merkel
herr seehofer
ich denke sie sind
feige schweine
die sich dem dunklen
und dem hellen
deutschland jeweils gemeinsam
anbiedern die sich
die existenz tausender menschen
so lange ausleihen
bis frau merkel sie behält
oder seehofer sie wegwirft
vielleicht sind ein paar von ihnen
ja zur not zu gebrauchen
für frau roth um die leicht braunen
nägel rein zu waschen
vielleicht hat sie ja gar keiner
gesehen aber man kann ja nie
genug ausländer haben
um anderen zu beweisen
das man bestimmt kein nazi ist
von wegen menschlichkeit
ob ihnen wohl bewusst
das sie auf die art endgültig
das letzte bisschen hirn
aus dem volkskörper quetschen
ich denke ja wenn man
sie ließe dann
schafften sie das

überhaupt ist frau merkel
wohl braunes gold wert
agil wie ein holzklotz
ebenso stumpf
was an spitzen auch kommt
es prallt einfach ab
oder es bleibt einfach irgendwo
stecken sie scheint da wohl recht
schmerzfrei zu sein
und ihr dynamisches gähnen
wirkt ansteckend auf das
ganze volk
und bewirkt so wohl mehr
als tausend ihrer leeren worte

die baumringe zwischen
ihrem kinn und den mundwinkeln
sie sind inzwischen tief genug
so das ich glauben könnte
sie wissen inzwischen
das sie dem teufel
den arsch küssen denn
sie sehen aus
als wären sie zwanzig
marionettenjahre gealtert
wir schaffen das
höre ich es hinter der bühne

finsterleiselachen
ich höre es und denke
nein diesmal
nicht




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