Archiv für Februar 2020

21
Feb
20

nimm es hin

Keine Frage des Punktes,
keine Frage des Standes,
einer sagt es, andrer schluckt es,
über’n Stand des Augenrandes.

Gutes ist in schlechten Händen
stehst du einfach drüber,
verdammt sich abzuwenden
belässt man’s gegenüber.

Nirgends ist die Wahrheit lauter,
sie ist, wo keiner hört,
in Psychatrien, zum Klabauter
krakelt sie laut weil ungestört,

nirgends ist das Leben leiser
als im Hellen, beim vorspielen,
nirgends ist die Blödheit weiser
fühlt sie lichte sich vor vielen,

ich fühl am Ende wirklich klarer
durch alle meine Lügen
wird Wirklichkeit wahrhaftig wahrer,
wahrhaft wusst ich mich zu trügen,

wahrhaftig bin ich schwer am kämpfen,
der Feind? Mein eignes Gähnen.
In Wirklichkeit kämpf ich mit Krämpfen,
meinen, um die eignen Tränen.

Du weißt dich mir zu zeigen?
Du findest? Ohne dich zu lassen?
Klugheit würde dich verschweigen!
Ließe sich von dir nicht fassen.

Klugheit lässt sich niemals leiten,
sie lenkt bloß ab, verleitet,
sie gibt es nicht gut zubereitet,
fokussiert nicht, sondern weitet,

sie lässt dich oft die Suche finden,
sie lässt niemalsnicht sofort verstehen,
schützt vor Blindheit einen Blinden
im Überschreiten, Weitgehen.

Sie lässt glühen und erhellen,
wo Freunde waren Schatten stehen.
Sie lässt Feinde hinter Rücken schnellen,
Hunger dich im Satten sehen,

im Weitgehen, Überschreiten,
durch Finsternis und Nebeldunst,
lehrt sie uns in Dunklen Zeiten
an Heimatfronten Friedenskunst.

Sie macht dir aus den klugen Fragen
zu viele, bis sie eine sind,
bläst ins Gesicht und kann dich tragen,
sie macht aus Rückenwinden Wind,

sie lässt dich vor dir fliehen,
lässt von dir Stück vor Stück
kannst du gegen dich in Kriege ziehen,
gibt’s sekundenschlaflang Friedensglück.

Komm her! Fühl dich gerissen!
Komm her! Lass mich kapieren!
Komm, lass mich zweimal täglich wissen:
ich bin, wo sie Verstand verlieren –

du das Wort umsonst. Behalt es besser!
Mach mich spitz, sei angestiftet,
bis Funken schlägt dein rost’ges Messer
das nicht tötet, bloß vergiftet,

nimm’s her, lass mich dran glauben!
Nimm das Hirn und nimm den Sinn!
Den Verstand sollst du mir rauben
bis ich alleine mit der Liebe bin.

.

20
Feb
20

Wir alle, alle

Wir alle sind in Not geboren,
letzte Opfer ersten Krieges.
Wir alle, alle sind verloren,
Erbverluste ersten Sieges –

wir alle, alle am erblinden.
Wir alle, alle am Verstehen.
Wir alle suchen Grund zu finden,
wir alle, alle übersehen:

Nur im Dunkeln tanzen Farben,
Finsternis tut Träumen Gutes –
Leben, sprudelnd aus den Narben,
gebiert uns Tränen reinen Blutes.




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