Archiv für März 2014

31
Mrz
14

dastraum-auto(wir/horizont)

Wenn wir statt Hände ringen
einsetzend was wir haben
wir PS auf Straßen bringen
weil wir nutzen unsre Gaben –
wenn von Stoßstange bis Motorhaube
sich im Gedicht vereinigt die Denker
von Felgen bis zur letzten Schraube,
Reifen, Muttern, Sitze, Lenker,
von der Front zum Kofferraum
aus ichbin dubist erist sieist siesind
zusammen bauen auf den Traum –
WIR EIN AUTO sind und geschwind
sich Türen öffnen, wir einstiegen –
quietschen Reifen und pfeifen Ventile
man sieht zum Horizont uns fliegen,
denn wir sind eins! Sie sind bloß viele!

31
Mrz
14

aus-gerechnet(Tribute/zollen)

In Ahnlehnung an des Meisters kleines, aber feines „Damenbusen/Haustürklingel“-Selbstversuchgedicht. Ein Freund nennt mir zwei x-beliebige Worte (was er noch üben muss, was im direkt nachgefolgten Versuch noch deutlicher wurde), ich versuche ad hoc ein Gedicht daraus zu machen. Wer will kann gerne mitprobieren, macht Riesenspaß!

In Afrika im dunklen Stollen
die Minenarbeiter zollen
dessen Tributen ihr Tribut
der nie Dunkel oder Stollen
betritt ihnen Tribut zu zollen
der rechnend glaubt’s wär richtig gut
zollen Andre seinen Attributen Tribut.

24
Mrz
14

kampfansage!

Nur wer seinen Panzer
mit dem richtigen
Notenschlüssel startet
hat die Kugel im Lauf

Um auf’s Feld zu rollen
und den Bastard
den wir Leben nennen
genau zwischen
seinen Augen
zu treffen.

24
Mrz
14

vomnotenschlüssel

Hörst du nicht? Selbst in neuen Worten
erklingt uns nicht die ganze Klarheit,
siehst du nicht? Selbst an neuen Orten,
findet sich nicht ganz die Wahrheit,
hörst du nicht? Selbst diese Hand,
die im Dunkel hier dich fest noch hält,
auch sie bewandert dieses Land –
an dessen Ende sie bald mit dir fällt.
Siehst du nicht? Es ist dunkelste Nacht!
Hörst du nicht? Siehst du nicht?
Es ist das Dunkel, das uns finster macht –
was uns fehlt, ist unser Licht!

Hörst du im Dunkel Ketten poltern?
In Ketten liegend diese Schmerzen,
die Nachtruhen mit Klängen foltern –
tanzend auf dem Grund eines Herzen?
Aiehst du? Wie schwarz das Kleid umhüllt,
vom Fusse hoch bis unter die Augen,
siehst du? Ein Fass voll Glut gefüllt
allein dort stehen? Doch dran glauben?
Siehst du ihn die Hand reichen? Den Blinden,
der im Dunkeln dich dort stehen sieht?
Er ist ewig zu suchen und mmer zu finden –
spürst du? Wie er in die Tiefe zieht?

Siehst du sie dort, die weiten Welten,
die in den Augen zeugen von Ferne?
Siehe dort in Himmelszelten
hell erleuchtet die entfernten Sterne!
Höre die Welt, die zwischen uns liegt,
die ihre Noten in den Acker pflanzt,
höre den Geist, der in der Nacht fliegt,
kannst du ihn spüren? Wie er tanzt?
Hörst du weinend seine Tränen fallen?
Sie tropfen vor uns in die Pfützen!
Hör der Tropfen Echo schallen!
Sieh, wie sie beim Weinen nützen!

Kannst du die warmen Hände spüren,
die gehauchten Küsse im lauen Wind?
Kannst du es fühlen? Er wird dich führen
an den Ort, wo wir die Ersten sind.
Kannst du es spüren? In uns wird es heller!
Spürst du? Spürst du? Wie nah wir uns sind?
Kannst du es fühlen? Wir werden schneller!
Komm! Komm! Komm nahe, mein Kind!
Siehst du sie dort im Schatten sitzen?
Dann schrei! Dann schrei! Es soll erschallen,
wo spitzelnd Augen glasig blitzen!
Von mir und dir! Zum Rest! Und allen!

Es soll warm, warm der Regen fallen,
auf Körper, die sich brennend erhitzen
und im Gegenwind in Fernen hallen,
wie Frischluft durch den Nebel schwitzen!
Spürst du es? Etwas liegt in der Luft,
siehst du es? Wie sie sich erheben?
Riechst du ihn? Den Morgenduft?
Hörst du es? Wie sie sich erleben?
Dann schrei! Dann schrei! Dann schrei’s heraus!
Lebe! Lebe! Lass uns leben!
Ich klatsch! Ich klatsch! Ich klatsch Applaus,
die Erde bebt! Bebt! Lass uns beben!

Siehst du ihn? Den Mensch, wie er rennt
über Tote, Leid, Blut, Gift und Nöte?
Siehst du den Planeten, wie er brennt?
Siehst du am Himmel Morgenröte?
Dann sieh mich meinen Berg besteigen.
Es war nicht Sinn, dass wir uns finden!
Siehst du mich zum Horizont hin zeigen?
Dann ist’s Zeit für mich! Zu verschwinden!
Nur vergiss mich nie! Weine und sieh:
Dinge nehmen tanzend ihren Lauf;
was zum Leben fehlt, ist Melodie –
mit diesem Lied geht neu die Sonne auf!

23
Mrz
14

seitfünfuhrfünfundvierzigwirdzurückgedichtet

Als ich neulich einen Nazi fragte,
was die liebste Zahl ihm sei,
als er an die Denkerfront sich wagte
„Zwischen eins und drei?“
Da saß er da und kratze
wild denkend seine kahle Platte sich
kurz bevor sie ihm dann platzte
sprang er auf! Schrie stolz: „Klar! 88!“
„Dein Lieblingsinstrument?“ Na klar! Baseballschläger!
Sein Traumberuf? Es ist? Na klar! Menschenjäger!
Sein liebstes Haustier ist der Bettvorleger,
seine größte Angst? „Der Wald! Da wohnen Neger!“

Als ich ihn fragte, ob er sich nicht schäme
sagt er: „Nein! Wenn ich komm schrein stolz die Leute -“
wenn er mit seiner Freundin um die Ecke käme
schrien sie alle: „FETTE! FETTE! FETTE! BEUTE!“
Er wüsste heute auch schon sicher wie man endsiege
weil was er will er Nachts wohl immer kriegt
„wenn ich meine Gattin stolz beblitzkriege,
bin ich fertig, noch bevor sie liegt!“
Achja – und er braucht den Lebensraum im Osten,
weil die deutschen Schulen, ungelogen!
„Meinen dreizehn Kindern – den eins, drei, zwölf Vollpfosten –
man hat ihnen drei Eimer bunte Knete vorgezogen!“

Dann – wie immer, wenn der Nazi verzichtet
fängt er an und hasst
„bunte Knete? Wird vernichtet!“
„Ich? Warum?“ „Weil du eine andre Farbe hast!“
Nee, mal im Ernst; pass auf! Hör zu!
Nimm einen Bus mit deinen Affen
nimm AfD, NPD, DVU
und wie sich’s gehört! Schnappt eure Waffen!
Sagt mir einfach wo! Ich komme alleine!
Soll am deutschen Heil nochmal die Welt genesen,
dann bitte kommt und macht mir Beine!
Dann will in Frieden ruhend ich lieber verwesen.

23
Mrz
14

nawennfacebookdassagt

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Liebe ist
sagen sie
Liebe ist
sagen sie
Liebe ist
sagen sie,
während zehn Prozent
einer Generation
von Crytsal Meth
der Klinge
abrasiert werden,
während fünfzig Prozent
einer Generation
hier groß werden
ohne je glücklich zu sein,
während x-Prozent
einer Generation
nicht groß genug werden,
um je glücklich sein zu können.
Sie sagen:
Liebe ist.

Würden wir unsere Schneemänner
in das Kinderzimmer,
statt in den Garten bauen –
dann könnten wir sicher sein,
wenigstens einer erreichte
dort in der Kälte
mit Sicherheit
ein höheres Alter.

Ob sie glücklicher würden,
wer weiß,
wer weiß das schon?
Denn für ein Lächeln
bräuchten ja selbst sie
erstmal ausreichend Kohle.

22
Mrz
14

thugzpassion

Ich sitze hier und sing laut heiter
leis mich fragend immer weiter:
Hab ich nen Riss? Bin ich gerissen?
Was alle Andern scheinbar wissen.
Der von draußen mir durch’s Fenster winkt.
der am Glashaus stehend sieht: Er sinkt!
Der Nachts heimlich mit am Bett mir sitzt,
der ins Ohr mir flüstert mit mir schwitzt.
Die Tag für Tag kommen und gehen,
die Tag für Tag es kommen sehen.

Ist es Schmerzens- oder Herzensblut?
Ist’s lebensmüd? Ist’s Todesmut?
Was ich vor mir seh in Klarheit:
nicht in mir steckt diese Wahrheit!
Ich bin ein Weiser, der die Wahrheit findet,
als Kind, dass sich die Schuh nicht bindet,
ich bin ein Spinner, über Senkel stolpernd,
ein Gewinner, Richtung Ziele holpernd –
je nachdem, ob sich wer findet,
der kommt und mir die Schuhe bindet!

Bin ich Grund zum Klatschen? Grund zum Fluchen?
Bin im Grund wohl nichts als Grund zum Suchen,
nach dem Ort, an den ich fort gestohlen;
mich zu finden! Dich zu holen!
Wer durch Gitterfenster in den Kerker steigt,
mir die Hand reicht, statt mit Fingern zeigt,
wer kommt und hilft mir aufzustehen
an dessen Seite will ich voran gehen –
wenn du mich hälst, kann ich dich führen
durch die Tür, wo sie Beton anrühren!

Wer mich liegen sieht und doch bewegt,
wer mich fallen sieht und doch erträgt,
dem zeige ich, was sich versteckt
an Orten, wo man sonst aneckt,
wo das Leben sich hat eingemauert
und mit letztem Stein auf’s Ende lauert.
Wo Andere verschämt wegblicken,
dort werde ich dich lustvoll zwicken,
wo du die Augen schließt zum Versteck,
werd ich brüllen: „Komm! Verreck!“,

wenn du bittest, ich soll schweigen,
werd ich lachend mit dem Finger zeigen,
bis du Wut hast, nimmst den Strolch,
fasst sein Herz, nimmst den Dolch,
fasst den Mut, nimmst den Frust,
treibst ihn in des Lebens Brust!
Hörst du, wie wir diesen Schrei befreien?
Dass Leben nach dem Leben schreien?
Siehst du uns gen Morgen rennen –
siehst du heute morgen hinten brennen?

Siehst du, wie wir gen Morgen fliehen,
wie wir Morgen morgen nach uns ziehen?
Siehst du, wie wir uns Morgens küssen,
wenn wir’s tun, weil wir es müssen?
Wie wir offen auf der Straße liegen,
uns leideschaftlich ineinander biegen?
Wie wir’s offen auf der Straße treiben,
bis den Andren wird nichts Andres bleiben,
als sich in dunklen Ecken, hinter Hecken
vor Geilheit stöhnend die Wunden zu lecken?

Siehst du nicht? Was wir verpassen,
wenn wir unser Herz nicht fassen?
Hörst du nicht? Ich such ohne Pause,
nach meinem Frieden und zu Hause,
wo ich erwache und hör Kinder lachen,
die laufen-fallen-lernen-machen,
wo ich erwache und der Frieden siegt,
weil neben mir  wer  träumt und liegt.
Du hörst mich von zu Hause singen?
So hol mich ab! Ich werd uns bringen!

 




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