Posts Tagged ‘Hass

21
Jun
13

Santa Muerte

Wie stolz sind sie hinfortgeritten
erste Krieger die für Glauben stritten
vor Gott wurden sie zur neuen Herde
sein Kreuz prangerte an Hemd und Pferde
so machte man sich auf die Suche
nach diesem Segen, der die Welt verfluche!
So wart der heil´ge Krieg geboren
die Männer wurden eingeschworen
wenn am Schlachtfelde sie ihm von Nutze
sei Gott mit ihnen, ihnen zum Schutze
und hatte der Teufel einen Sohn gestohlen
der Vater würde Heim ihn holen
was als Gemetzel begann, dort in Nahost
wo die Leiber längst Erde. Die Rüstungen Rost

Dieser Hass, er wär´ wohl längst vergessen
wollte ein Gott nicht Rache üben, wie besessen
gibt selbst im Sprengstoffgurt noch Selbstvertrauen
lockt ins Paradies zu mehr als zwanzig Frauen
wie leicht lässt es sich hier doch schießen
wenn nach dem Tode Milch und Honig fließen
wie ähnlich hat sie doch der Gott gemacht
der im anderen Buch als Teufel bloß lacht
wollen sie Hass und Tod und Blut hinbringen
selbst denen, die nie in die falsche Kirche gingen
deren Himmelstore geschmiedet aus Gold
weil der arme Teufel immer mehr noch gewollt
wo die Kurse, die nach unten zeigen

enden als Hölle auf den Bürgersteigen

So hat der eine Teil der Welt das Geld
der andere Rache. Und einen Gott, der sie hält
Rache für gestern, für morgen, für heute
des Einen Leben ist des Anderen Beute
so ist diese Welt. Bewaffnet bis unter die Zähne
weil sie sich nur noch dreht. Um finstere Pläne
eine Welt. Die sich lebendig begräbt unter Gottgeldundfeuer
sie macht Träume gar. Und guten Rat teuer.

25
Sep
11

Zombienation

Ein ganzes Land
versammelt um Reste
einer letzten Kerze
deren Schein
nur noch Schwach
die letzten Menschen
hält die Angst
davor nur noch wach

Aus den finsteren Wäldern
heulen die Wölfe
zum ewigen Vollmond
knackende Äste
brechende Knochen
die Untoten irren
verlassen vom Licht
ziellos durch die Nacht
ohne Liebe
ohne Hass
ohne Bedeutung
ohne Gefühl
ohne einen Hauch
ohne Leben
nähern sich Laute

Ein kalter Schauer
im eisigen Wind
sehe ich die letzte Flamme
nur noch ihr Flackern
falle auf die Knie
mit gefalteten Händen
will ich sie schützen
ich flehe dich an
bitte verlass mich nicht
in diesem Dunkel
der längsten aller Nächte

25
Feb
11

Wohin Führer lügen

Zur falschen Zeit, am falschen Ort
er war in den Wahnsinn geboren
so ging er dann als Kind schon fort
mit Führer´s Worten in den Ohren

Dieses Kind, so wild entschlossen
man hatte ihm das Hirn gewaschen
verlor seine Unschuld, hat geschossen
die weiße Weste, voller Lügen ihre Taschen

Von der Rasse, Lebensraum im Osten
sein Kindheitstraum dafür zu kämpfen
er ahnte nicht, was er würde ihn kosten
doch brennende Erde begann zu dämpfen

Junge Freunde fielen, Kinder und Frauen
all das Blut, die klirrende Kälte der Nacht
doch gab kein zurück mehr aus dem Grauen
Krieg war seine Heimat, wofür er gemacht

Bis  er dann vom Feind umstellt
betete er noch verzweifelt darum
Führer´s Versprechen, dass es auch hält
doch man hatte ihn verkauft für dumm

Hungernd, dürstend, frierend, verlassen
kam im Kessel leider dann der Tag
als er sah, wie Kameraden sich aßen
an dem auch er der Verzweiflung erlag

Was hätte er wohl alles gegeben
hätte er nur vorher schon gewusst
was ihm bedeutet, nichts wird überleben
diesen Krieg, in den er mit 17 gemusst

Wo er am Ende dann alleine gelassen
in dieser Lüge, die er lebte
begann er noch alles, sich  zu hassen
als das Blut gar an den Zähnen klebte

Hörte er den Führer durch´s Rohr
das er Stalingrad hat aufgegeben
s´ war der Moment, in dem er erfror
an Hass verloren sein junges Leben

Zur falschen Zeit, am falschen Ort
er war in den Wahnsinn geboren
so ging er dann als Kind schon fort
des Führer´s Worte in den Ohren

30
Jan
11

Wenn wir doch gelernt daraus…?

Warum wird Armut wieder
für uns belustigend
öffentlich zur Schau gestellt?

Warum wird Verachtung wieder
von uns jubiliert
öffentlich mit Applaus bedacht?

Warum wird im Alltag wieder
von uns bereitwillig hingenommen
mutwillig zerstörende Hetzpropaganda?

Warum wird Hass wieder
vor uns schweigend
tolerierte Grundlage gemeinsamen Handelns?

Will nicht behaupten
wir wären wieder
kurz davor?
Will nicht behaupten
gemeinsam stünde man wieder
kurz davor?
Kann nicht behaupten
ich wüsste genau
wo wir heute wirklich stehen?

Ich behaupte bloß
niemand hier kann wirklich wissen!
Ich sage bloß
eines, was ich sicher weiß
muss mich wieder und wieder
ständig hinterfragen!

Wie weit
sind wir heute wirklich
noch davon entfernt?!

26
Mrz
10

In Auszügen: „Es wird Zeit.“

Da ich nicht möchte, dass die kurzen Gedichte und Texte auf dem „Board“ hinter dem Umfang meiner Geschichten einfach in Vergessenheit geraten, stelle ich hier vorerst nur eine „Leseprobe“ dar, weiterhin kann ich  so jedem Leser die Entscheidung leichter machen, ob, wieviel und wann er Zeit ins Lesen investiert.

Bei Interesse findet sich die Geschichte unter der Elternseite  „5. Geschichten“ meines Blogs, Punkt „5.1 Es wird Zeit„.

Oder ihr ladet euch, wenn ihr wollt, die Geschichte einfach als .doc herunter, dazu müsst ihr nur den Link unter dem Auszug klicken. Viel Spass!

Es wird Zeit.

Er öffnet die Augen. Er findet sich wieder in einem Szenario, welches ihm unbekannt scheint. Jedoch fühlt er sich nicht, als wäre er Fehl am Platz.Ein Raum, hohe Mauern. Aus grauen Steinblöcken. Ein roter Teppich ziert den kalten, harten Boden – aus dem vermutlich selben Material wie die Wände – zumindest ein wenig. Er lehnt an der Wand, lässt einen Blick durch den Raum schweifen. Lauter Unbekannte, nur Männer, wie es scheint. Ob er sich bloss einbildet, ein ganzes Stück kleiner zu sein, als alle dieser anwesenden Männer? Er ist sich nicht sicher. Ob er sich bloss einbildet, alleine zu sein in diesem mit Menschen gefüllten Raum? Auch hier ist er sich nicht sicher. Ein wenig fühlt er sich, als sei er zwar anwesend, jedoch gebannt in die Rolle eines bloßen Zuschauers.

Er blickt sich weiter um, und, in der Mitte des Raumes, endlich ein vertrautes Gesicht. DAS Gesicht. IHR Gesicht.

(…)

Er öffnet die Tür. Und was er zu sehen bekommt, es ist schlimmer, als er es je hätte befürchten können.

Lediglich zwei Menschen im Raum. Sie. Auf dem Schoss eines Typen, den er nicht kannte, so finster anmutend, eine Anziehung auf sie auswirkend, die ihm das Gefühl vermittelt, sie wäre gebunden an seinen Schoss. Sie bemerkt ihn zuerst gar nicht, streichelt das Haar des Unbekannten, zärtlich, wie hypnotisiert.

Blickt ihm dabei mitten in die Augen. Würdigt ihn dabei keines Blickes. Hilflos muss er ansehen, wie die Hand ihres neuen Angebeteten immer wieder auf und ab fährt auf ihren Schenkeln, kurz vor ihrem Ziel wendend. Immer und immer wieder. Plötzlich dreht sich ihr Blick. „Ich bin es“ will er sagen, doch er blickt in die Kälte. In Herabwürdigung. Als würde sie versuchen ihn hinauszuwünschen, mit diesem kalten, für sie völlig fremden Blick.

(…)

Plötzlich Schreie. Sie fleht. Sie winselt. Kreischt, die erbarmungswürdigkeit ihrer Rufe bricht ihm das Herz.

Alleine die Vorstellung, was gerade in den zurückgelassenen vier Wänden ablaufen könnte, sie ist so real und grausam, dass er sie nicht ertragen kann.

Er schließt die Augen, während des Rennens, als könne er die Bilder einfach vergessen. Verdrängen, was er nicht mal leibhaftig mit angesehen hatte.

(…)

EsWirdZeitDownload

So, entscheidet selbst. Nur tut es richtig ;-P






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Bedeutet im Klartext: Teilen? Jederzeit! Zerteilen? Kein Stück! Alles, was hier an Texten erscheint, ist geschrieben ohne kommerziellen Hintergrund und in diesem soll es auch bleiben.
Und jedes Wort, das in meinem Namen erscheint, und sei es der Nick-Name, soll damit auch möglichst unter diesem weitergegeben werden, so, wie ich auch mit den Texten anderer verfahre.