Archiv für September 2013

27
Sep
13

Vom alten Riesen

Ich weiß noch, wie er vor mir steht
als fünf vor zwölf vorbei war
im Glas vor mir, sich weggedreht
kalt und kühl und unnahbar
musst ich meine Augen schließen
sah nicht mal Tränen fließen
ich sehnte mich nach diesem Kind
dort wie erstarrt im kalten Wind

Ich weiß noch, als ob’s gestern wär
stand er dort. In sich vermummt
ich konnt und wollt! Ich konnt nicht mehr!
Das letzte Lied schien verstummt
bis der Horizont grell geblitzt
fror und war doch nass geschwitzt
sah vor mir leuchtend, hin und her
die Augen zu! Ein Lichtermeer!

Ich weiß jetzt, der da vor mir steht
kalt und kühl und unnahbar
wie er sich dort. Drehte und dreht
seit dem Tag, als ich ihn sah
thront Majestät am Horizont
durch kommende Kaltwetterfront
scheint’s mir doch helle. Denn es steht
ein Leuchtturm, der für mich sich dreht

26
Sep
13

Nur die Nacht weiß

Es hängen im Dunkel Träume in Seilen
das müde Jahr. Arg müde, ja! Will mir enteilen
ich ummantele dich im wärmenden Licht
lösch ich es dann aus? Verrat ich noch nicht…

26
Sep
13

Kämpferische Grüße nach Berlin-Hellersdorf

So dumm könnt‘ selbst ein Tier nicht sein
„Ins deutsche Land? Kommt ihr nicht rein!“
statt die Flüchtlinge willkommen zu heißen
sieht man dich den rechten Arm hoch reißen

In Grund und Boden schäm‘ ich mich hier
du deusche Eiche! Ja! Wegen dir
seh‘ ich am Ende es soweit schon kommen
an dem ihr auch die letzte Chance genommen

Wenn du mit Inbrunst in die Schlachte braust
dich auf Ruinen als Soldat erbaust
dann geht die SA hier wieder auf Pisten
heute mal zwei, einmal plus „lafisten“.

Vor diesem Tag will’s mir schon grausen
wenn die Nazis dann nach Hause sausen
und statt hoch gereckten, rechten Hacksen
sieht man unter Glatzen Bärte wachsen

Du erkennst es nicht, wie dumm es ist?
Wenn du der Hasspredigt als Inhalt bist
bis sie mit gleicher Münze uns dann hassen
die der Arier als Erbe hat uns hinterlassen.

Die Ränder sieht man Hass verprassen
ohne Gesellschaft, die mutig wär es anzufassen,
so drehen sich die mahlenden Mühlen
die von Rand zu Rand die Wellen spülen

Es könnt uns wirklich nochmal blühen
das in Auschwitz wieder Ofen glühen
denn gerne zahlt man uns wohl zurück
Grab für Grab und Stück für Stück,

wenn man Dank dir erst überzeugt ist
das als Deutscher du gleich Bestie bist
was als Albtraum mir zuerst erschienen
seh ich nun vor mir. Wie sie ihn verdienen.

25
Sep
13

Haltlos (2)


Hätt ich Geld
müsst ich kaufen
ein paar Schuhe
loszulaufen

Hätt ich Zeit
könnt sie nehmen
schaut ich bloß wo
wir hinkämen

Bin so frei,
geld-und zeitlos!
Geh‘ ich voran
nur mit Nichts bloß!

25
Sep
13

Ohne Worte

Dort stand sie nun
vor mir in der Tür
ich wusste nichts zu tun.
Und ihr Blick fragte: „Wofür?“

Dort stand ich nun
vor mir in der Tür
ich wusste nichts zu tun.
Fragte den Spiegel: „Wofür?

Doch bleibt mir was
wir besessen
Mit dir! Bleibt mir doch das.
Bleibst du mir unvergessen.

Siehst du mich dort?
Ich steh in der Tür
durch die ich lang fort.
Und zeig dir. Heut! Nun! Wofür.

18
Sep
13

Haltlos

Hätte ich Geld
müsste ich kaufen
ein paar Schuhe
um loszulaufen

Hätte ich Zeit
um sie zu nehmen
wartete ich
wohin wir kämen

Doch habe ich
weder Zeit noch Geld?
Auf geht’s! Ohne
etwas das mich hält!

17
Sep
13

Tweet 27

„Ich liebe dich! Ich liebe dich!“
Drei Worte, denen die Liebe wich
seit die Zweifel an ihr nagen
bleibt nur: „Ich liebe dich“ zu sagen.

17
Sep
13

Wunsch-Kind

Sie sagt zu ihm: „Ich liebe dich!“
er denkt für sich nur: „Wow!
Gott wie sehr doch lieb‘ ich mich
bei Seite einer Hammerfrau!“

Sagt er zu ihr: „Ich liebe dich!“
denkt sie für sich: „Genau!
Gott wie sehr doch liebt‘ ich mich
wüsst‘ ich nur, ob ich ihm trau!“

Sie sagen sich: „Ich liebe dich!“
toll vom Liebestreiben
nur die Liebe, sie verlässt sich:
„Dem Kind sei Dank könnt’s bleiben!“

16
Sep
13

Flaschenpost

Siehst Du mich hier winkend treiben?
Wer Du auch bist, ich bin für dich!
Siehst Du mich hier sinkend bleiben?
Wo Du auch bleibst, hier treibe ich –
auf der Suche fort, ganz unpoetisch
nach unsrem Heimatorte
versinke ich, ganz unpathetisch
mit jedem meiner Worte!

12
Sep
13

Tödlicher Frieden (5)

Erst kamen sie sie wegzuzerren
von zu Hause um sie einzusperren
mit Zäunen, Panzern und mit Minen
nichts als Grenzen ließ man ihnen
ohne ihnen Platz zu geben –
ein ohne Brot und Wasser Leben.
Um das Nötigste zu haben
mussten sie sich Tunnel graben –
bis  jene dann die Angst verspürten
der Hass, den sie zu Felde führten
„wenn es andere erfreute?
Was man selber streute?“
So ließen sie die Tunnel  fluten
um die Menschen auszubluten
denen sie gekommen
und Haus und Hof einst weggenommen.
Sie machen ihrem Frieden Opfergaben
nehmen denen das Leben, die kaum eines haben.
Mensch! Ich glaub‘, du rechnest schlecht!
Zweimal Unrecht gibt noch lang kein Recht!
Das wir das Elend nicht erkennen
diesen Zustand auch noch Frieden nennen –
die ganze Welt, hört ihr sie pfeifen?
Auf Jahrzehnte Leid im Gaza-Streifen!




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