Archiv für Juni 2013

28
Jun
13

Reise

Ich such‘ und such´s im Sternenhimmel
vernebelt leuchtet in der Ferne
mein kleiner Stern, dort im Gewimmel
was er gerade macht, ich könnte es gerne
will hin zu ihm, um ihn zu greifen
verloren geht´s dort, in den Sternen
konnt‘ ich ihn nicht mal annähernd streifen
nur Schritt für Schritt mich noch entfernen

Mein Aug´ es schließt sich, so benommen
vergess‘ ich mich in Raum und Zeit
als mir klar wird, was grad angekommen
war im Moment bereits Vergangenheit
als in meinem Aug´ das Licht sich brach
war in weiter Ferne längst verbrannt
der kleine Stern, der „Hoffnung!“ sprach
war nicht mehr da, als ich´s verstand

Was mir bleibt ist sein Gefunkel
seine Klarheit, die mir leuchtet
im Unterschied von Hell zu Dunkel
eine Träne, die mein Aug´ befeuchtet
denn ein kleiner Stern, hier im Gewimmel
leuchtet nur, wenn er sich bricht
wie ein Stern, so hell, vom Sternenhimmel
vergeht er unvergangen nur im  Licht

22
Jun
13

Mit vollem Einsatz

Warum sollte ich?

Den letzten Euro, den ich habe

so brennend sie sich int’ressieren

den Buchmachern zur milden Gabe

bloß in die Quote investieren

weil die Wetten immer schlechter stehen?

Sie sich gerne echauffieren?

Lass´ den Rest der Welt gern schwarz auch sehen

es ist meine Chance. Mit Nichts zu verlieren

als ob von wenig nie genug ich hätte

nur mit dem Traum von Quoten, die explodieren

setz´ ich alle Hoffnung auf die Kombiwette:

 

Wenn ich nur weiter auf mich baue

so setz´ ich 50 Cent schonmal auf mich

wenn ich dir, mein Schatz, wirklich vertraue

wer du auch bist. Geht der Rest so auf dich

 

Stell´ dir vor, wenn ich gewinne

wie wir beide frei durch´s Leben gehen

ich Dank dir dem kranken Spiel entrinne

wenn wir nicht mehr in den Regeln stehen

ich seh´ es vor mir, unser Leben:

Wenn wir frei vom Ziel den Ausgang sehen

den Ertrag. Den wir anfangen nicht herzugeben

wenn wir gemeinsam. Den Preis für den Gewinn verstehen

weil mein Fleh´n zu erhören du so frei vielleicht bist

wenn wir von Anfang an nur uns gestalten

was den Buchmachern sonst Pfand bloß ist

wir uns fest nur aneinander halten

 

Warum sollte ich? Nicht weiter auf mich bauen

in der Welt von Morgen. War ich gestern schon blank

wenn ich dir, mein Schatz. Nicht mehr vertraue

gewinnt meine Tränen selbst. Am Ende die Bank.

21
Jun
13

Reim für Reim

Wie lag doch einst im ersten Reim
unschuldig dort der Hoffnung Keim
wie zieht sich seither Reim für Reim
durch mich hindurch belastend Schleim
wie krank machte mich die traurige Wahrheit
Reim für Reim. Hust´ ich in Brocken die Klarheit:

Was als Traum dort begann. In Poesie
lag entfernter als heute zuvor mir noch nie –
so schlau wie noch nie nicht so schlau wie zuvor
wo find´ ich ihn wieder? Den nie ratlosen Tor.

21
Jun
13

Santa Muerte

Wie stolz sind sie hinfortgeritten
erste Krieger die für Glauben stritten
vor Gott wurden sie zur neuen Herde
sein Kreuz prangerte an Hemd und Pferde
so machte man sich auf die Suche
nach diesem Segen, der die Welt verfluche!
So wart der heil´ge Krieg geboren
die Männer wurden eingeschworen
wenn am Schlachtfelde sie ihm von Nutze
sei Gott mit ihnen, ihnen zum Schutze
und hatte der Teufel einen Sohn gestohlen
der Vater würde Heim ihn holen
was als Gemetzel begann, dort in Nahost
wo die Leiber längst Erde. Die Rüstungen Rost

Dieser Hass, er wär´ wohl längst vergessen
wollte ein Gott nicht Rache üben, wie besessen
gibt selbst im Sprengstoffgurt noch Selbstvertrauen
lockt ins Paradies zu mehr als zwanzig Frauen
wie leicht lässt es sich hier doch schießen
wenn nach dem Tode Milch und Honig fließen
wie ähnlich hat sie doch der Gott gemacht
der im anderen Buch als Teufel bloß lacht
wollen sie Hass und Tod und Blut hinbringen
selbst denen, die nie in die falsche Kirche gingen
deren Himmelstore geschmiedet aus Gold
weil der arme Teufel immer mehr noch gewollt
wo die Kurse, die nach unten zeigen

enden als Hölle auf den Bürgersteigen

So hat der eine Teil der Welt das Geld
der andere Rache. Und einen Gott, der sie hält
Rache für gestern, für morgen, für heute
des Einen Leben ist des Anderen Beute
so ist diese Welt. Bewaffnet bis unter die Zähne
weil sie sich nur noch dreht. Um finstere Pläne
eine Welt. Die sich lebendig begräbt unter Gottgeldundfeuer
sie macht Träume gar. Und guten Rat teuer.

13
Jun
13

Wie besesson (1)

Sarah Palin

An seiner Grenze wie besessen
patrouilliert ein Ami stolz mit Smith and Wesson
alle die dorthin aus Armut kommen
werden von ihm gnadenlos auf´s Korn genommen
weil vor Allem, was den Stolz beleidigt
er sein Land zur Not bis in den Tod verteidigt

An den Grenzen dieser Welt unterdessen
patrouilliert der Ami stolz mit Smith and Wesson
damit auf Erden Frieden werde
hinterlässt er weltweit vielen nur verbrannte Erde
durch die Kriege, die er unternommen
nur für jene. Die Dank ihm in den Genuss gekommen

An der Grenze steht er, wie besessen
was aus ihm wohl wird? Mit Smith and Wesson?
Wenn die Konsequenz aus diesem Treiben ist
das Ami, du? Selbst dann bald der Ärmste bist?
Ich frage mich: Auf wen wirst du wohl schießen?
Wenn´s in Zypern begann. Und am Ende deine Banken schließen?

08
Jun
13

Mein Urteil

Wer zu gerne sich glaubt, dass er fehlerlos ist
weil er sich nie für nichts entschuldigt
weil er die eigenen Fehler so einfach vergisst
wer statt zu erkennen selbst sich lieber huldigt

Der klagt sich gern´s Gericht in Gesichter
weil er sie so beklagend mit der Wahrheit schon bricht
henkert er selbst sich verkennend zum Richter
weil er vergisst. Das der Richter ist. Wer die Urteile spricht!

06
Jun
13

Beginne

Ach Mensch,
was hast du dir
bloß aufgebürdet
in dem Glauben
Wissen sei Macht
machtest du aus einem Puzzle
von tausendundeiner Wahrheit
deren Teile im Zusammenhang
als Bild die Wahrheit ergeben
diesen riesigen Haufen

Unter Millionen von Teilen
liegt sie so nun begraben
seiner Größe angesichts
sitzt du dort ratlos
mit deinen Teilstücken
die irgendwie
ein Bild ergeben
gehalten vom Kleister
der zwar am Ende
dem Druck
von Realitäten nicht standhält
doch irgendwie
zufrieden mit dem
was du gebastelt
wirst du
irgendwie
die Frage nicht los
wie bloß
soll es weitergehen?

Wenn du wirklich
wissen willst
wo du genau stehst
beginne zu suchen
vergiss Religion
beginne zu suchen
vergiss das Übernatürliche
beginne zu suchen
vergiss all das
das dir passend gemacht
um nicht passendes
scheinbar passend zu machen
beginne zu suchen

Was du wirklich brauchst
besitzt der Mensch in dir
die Logik
Zusammenhänge zu erkennen
die Sehnsucht
nach dem menschlichen Vorbild
die Kreativität
um deine Idee aufzuzeichnen
als Orientierung
für einen neuen Anfang

Beginne zu suchen
um zu vergessen
damit vom Tisch kommt
was uns bloß belastet
beginnst du zu suchen
wirst du nach nach den ersten
passenden Teilen bereits
beginnen
es dir auszumalen
wie viel du geben kannst
wenn du weißt
wonach du wirklich suchst
beginnst du es zu übermalen
das traurige Bild
welches vom Haufen uns bliebe
verbrannte er
in lodernden Wahnsinnsflammen

Beginnst du zu suchen
wirst du am Ende dann
durch die Phantasie
das keine Grenzen gesetzt
selbst Pinsel auch sein
die wir brauchen werden
das betongraue Bild
unserer gemeinsamen Wahrheit
die wir vorgefunden
in der Farbe
von Menschen
aller couleur
deren Zukunft
uns
neu auszumalen

 

05
Jun
13

Vom Stellungskrieg an der Heimatfront

„Spieglein, Spieglein, an der Wand
wohin ist es, was ich sah in dir?
Die Befriedigung? Die ich gestern hier fand?“
„Weg!“ sprach die Leere aus dem Bild vor mir.
Auf der Suche wie von Sinnen
als ich berührt´ was mich berührte
so die Tränen vermisste, die längst nicht mehr rinnen
spürte ich wie´s mich verführte

Zwischen Neuanfang und Selbstzerstörung
erkennend bis zur Selbsternennung
zwischen Bewunderung und lauter Empörung
benennend bis zur Selbstverkennung
wurde aus einem Kampf für Wahrheit und Werte
ein Kämpfer der den Kampf bloß nährte
weil in seiner Hand erschien ihm´s Gute im Schwerte
ich aus gutem Grund vom Falschen zehrte

Das ähnlich einzigartig der Wicht schon gewesen
der vom guten Glauben einst das Böse abzog
wie unheilvoll sind sie am Wesen dessen genesen
als er zur Differenz damals sich selbst betrog
wie erschrak ich vor mir. Im Glauben Wärme zu geben
wollt´ ich vom Himmel wie die Sonne scheinen
doch ging ich so, wie er, den einen Schritt vom Erheben
hin zu verdunkelnden Wolken, die sauer nur weinen

Grinsend nun, so steht er wieder. Vor mir im Spiegel
vor dem es gilt sich zu bewähren
„du Arschloch! Hier! Mit Brief und Siegel!
In Zukunft werd´ ich´s dir erschweren!“
Vor dem Menschen in mir gibt’s eh kein Entrinnen
so schwer´s auch fällt, sich motivieren
der Mensch in mir kann den Kampf nur gewinnen
wenn er bis zum Ende versucht, ihn nie zu verlieren

Vielleicht erkenne ich ja, was Frei-sein wohl ist
wenn wir´s gemeinsam in die Furchen säen
die der Selbstzweifel hindurch mich frisst
wenn ich dir vertraue, dieses Feld auch zu mähen
ohne mit meiner Person dir dabei im Wege zu stehen
„und wenn´s Dank dir, durch dich, erst alle wissen“
spricht´s  wieder vor mir, indem ich mich so oft gesehen
in Momenten, als ich zum Erkennen war zu hingerissen

Macht´s mir direkt wieder klar –  was in mir lauert
bin ich zu versucht zum Widerstehen
hat der heutige Kampf bloß bis gestern gedauert
droht er lachend vor´m „Auf  Wiedersehen!“
Im Spiegelbild liegt mir um den Hals noch die Schleife
die mich oft schon verführte ihn zu missbrauchen
mit meinem Verstand gestopft bietet er dort mir die Pfeife:
„Solltest du dringend deinen Frieden brauchen? Junge, einfach rauchen…“




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Bedeutet im Klartext: Teilen? Jederzeit! Zerteilen? Kein Stück! Alles, was hier an Texten erscheint, ist geschrieben ohne kommerziellen Hintergrund und in diesem soll es auch bleiben.
Und jedes Wort, das in meinem Namen erscheint, und sei es der Nick-Name, soll damit auch möglichst unter diesem weitergegeben werden, so, wie ich auch mit den Texten anderer verfahre.


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