Archiv für November 2015



13
Nov
15

nur noch 5 minuten… liegen bleiben…

Ich lieg im Bett und bin echt müde,
mein Wecker tickt schon aus.
Das Kissen dreht sich trotzig-prüde
von mir weg. Im Haus

trampelt wieder mal der neue Morgen
durch den dunklen Flur.
Er macht mir laute Einschlafsorgen,
auf und ab. In einer Tour.

Warum kann er nicht früh schlafen gehen?
Nur für eine gute Nacht?
Manchmal wünsche ich mir aufzustehen,
wenn er ist schon erwacht.

13
Nov
15

Jeneisklar

wie hieß sie noch gleich
unsere ex-familienminsterin
ursulavonderleyen
muttervonziemlich
vielenkindern
war wohl ihr vollständiger
name denn immer war sie
vor allem auch eins
die mutter von ziemlich
vielen kindern

heute ist sie nun
verteidigungsministerin
wahrscheinlich hat sie die kinder
wie ihr zweites erkennungsmerkmal
ihren stahlhelm
beim friseur gelassen
jedenfalls hat man ziemlich lange
nichts mehr von ihnen gehört
komischerweise
mich würde interessieren
frau ursula von der leyen
mutter von ziemlich
vielen kindern
was würden sie wohl sagen
wenn drei von ihnen
sagen würden
wir.dienen.deutschland.
wahrscheinlich ein bisschen
von dem bisschen wahrheit
das sie kennen
wäre wohl auch ziemlich egoistisch
ihre kinder als helden sterben
zu lassen
wo es doch so viele arme
familien gibt
mit entbehrlichem nachwuchs
sie scheinen grundsätzlich übrigens
eine top-generälin zu sein
mit keinem bisschen rückgrat
jegliche sozialkompetenz
geht ihnen ab und
sie sind unausstehlich genug
um andere aus dem weg gehen
oder gehorchen  zu lassen

für den posten der kommenden
familienministerin hat die union
auch bereits ein heißes eisen
im feuer
frau karl-theodor zu guttenberg
frisch gebackene mutter
von mindestens dreizehn kindern
fünf jungs
und sieben mädchen
sie gilt als mann
der stunde
denn als frau
des volkes
hat er sich von
ganz unten hoch gearbeitet
ohne doktortitel
und vielleicht sogar
ganz ohne ein
abgeschlossenes studium

beeindruckend

13
Nov
15

kalte bastarde mit grips (1)

wenn ich frau merkel
und ihre raute reden höre
höre ich immer wieder
es muss nicht schön sein
nur einzigartig
klingt für mich irgendwie
nach der alten schlechten
verdammt guten schule

wenn man sich fragt
wie frau merkel es schafft
unbeirrbar keinen weg zu gehen
dann denke ich sie
schafft es gar nicht aleine
nie und nimmer
hat sie die tickets gebucht
wahlkampfurlaub
während der spd-kleinwagen
mit steinbrück am steuer
und nahles auf der
windschutzscheibe
alles rammte was nicht
mal im weg war
das kommt wohl dabei
raus wenn man
die emanzipation für
eine frauenquote opfert

ich erinnere mich
an den bundestagswahlkampf
herr seehofer für eine maut
frau merkel dagegen
offen standen sich meinungen
gegenüber
doch war es mir als ob
sie es beide abwechselnd und von
nebeneinander liegenden pulten
zum besten geben
erst jubeln die bayern
seehofer über fünfzig prozent
und dann bejubelt man frau merkel
für ihre strikte verteidigung
der europäischen werte
und ihre gegenteilige meinung
die gar keine war
wie ich denke
und ich denke sie tun es
nun schon wieder
von wegen menschlichkeit
frau merkel heißt flüchtlinge
herr seehofer orban willkommen
gegenteilige meinungen
stehen nebeneinander als könnten
sie das jemals tun wenn sie
wirklich welche wären
und es ist als ob sie abwechselnd
von nebeneinander liegenden
pulten redeten
kein disput
kein böses blut
ein regal zwei pakete
ein orangenes ein braunes
ohne verlaub
frau merkel
herr seehofer
ich denke sie sind
feige schweine
die sich dem dunklen
und dem hellen
deutschland jeweils gemeinsam
anbiedern die sich
die existenz tausender menschen
so lange ausleihen
bis frau merkel sie behält
oder seehofer sie wegwirft
vielleicht sind ein paar von ihnen
ja zur not zu gebrauchen
für frau roth um die leicht braunen
nägel rein zu waschen
vielleicht hat sie ja gar keiner
gesehen aber man kann ja nie
genug ausländer haben
um anderen zu beweisen
das man bestimmt kein nazi ist
von wegen menschlichkeit
ob ihnen wohl bewusst
das sie auf die art endgültig
das letzte bisschen hirn
aus dem volkskörper quetschen
ich denke ja wenn man
sie ließe dann
schafften sie das

überhaupt ist frau merkel
wohl braunes gold wert
agil wie ein holzklotz
ebenso stumpf
was an spitzen auch kommt
es prallt einfach ab
oder es bleibt einfach irgendwo
stecken sie scheint da wohl recht
schmerzfrei zu sein
und ihr dynamisches gähnen
wirkt ansteckend auf das
ganze volk
und bewirkt so wohl mehr
als tausend ihrer leeren worte

die baumringe zwischen
ihrem kinn und den mundwinkeln
sie sind inzwischen tief genug
so das ich glauben könnte
sie wissen inzwischen
das sie dem teufel
den arsch küssen denn
sie sehen aus
als wären sie zwanzig
marionettenjahre gealtert
wir schaffen das
höre ich es hinter der bühne

finsterleiselachen
ich höre es und denke
nein diesmal
nicht

12
Nov
15

Plus. Minus. Null.

Gestern saß ein Typ vor mir,
ich dacht, er sei ein Freund.
Wir hingen dort, hingen hier,
wir fuhren, sind gestreunt,

es wurd nicht groß gefragt,
los ging es! Auf die Bahn.
Es wurde einmal los gesagt,
entschieden dann im Affenzahn.

Doch etwas ist passiert.
Irgendwo letzte Nacht,
hat er etwas summiert.
und kein Plus gemacht.

Nun hockt er da. Ist still.
Aus den Ohren? Dampf!
Ein einziges…. ich will…
reicht für einen Krampf.

Er rechnet hin, rechnet her.
Wieviel was wo genau nun war,
weiß er wohl nicht mehr.
Nur Zweifel stell sich dar,

es wird ganz genau geguckt,
Augen sagen: Meins und Geiz!
Ich frag etwas. Und er schluckt.
Scheiße! Schlüsselreiz!

Dadaaa! Komplexkonfetti!
Ein Neurosenstrauß!
Wie Hack und Spaghetti,
kommt’s Hirn zur Hirse raus.

Mann, ist der sich wichtig!
Wer will der Chef hier sein?
Arschlochhaltung! Richtig!
Nein! Nein! Nochmal: Nein!

Tja, ich nehm’s nicht krumm,
ich kenn’s ja. Derart kühl
bleibt am Ende halt nur dumm.
Abgestumpft, ohne Gefühl,

bleibt nur die Bilanz,
nicht, was wichtig wär,
ein Mitsichselbstpaarungstanz
und eine Traurigkeit mir mehr.

Das Wort mit Mehrgewicht,
alles, was nicht zählbar ist,
prallt ihm ab am Gesicht.
Zeig mir, wie immun du bist!

So verlässt er stolz das Haus,
als hätte er es selbst erdacht,
er rechnet sich das Ende aus
seit der Schulhofegoschlacht,

seit er das Pausenbrot verlor,
rechnet er. Und? Siegt!
Wie er es sich heilig schwor!
Wer nicht spurt, der fliegt!

Wegen Nichts. Freundschaft aus.
Hier sieht es aus wie arme Sau.
All sein Inhalt! Komplett raus!
Er rechnet ab. Es passt genau!

11
Nov
15

Bestimmt sogar

Vielleicht ist es Liebe, einen zu finden.
Einen Menschen. Ein Gesicht.
Vielleicht heißt lieben, sich zu binden.
Vielleicht tut es das nicht.

Vielleicht ist es ja sogar vermessen,
wenn man einfach ewig bleibt,
vielleicht hat man sich ja bloß besessen,
vielleicht hat man sich einverleibt,

vielleicht heißt lieben, auch zu sehen,
wann man sich im Kreise dreht,
vielleicht heißt lieben, auch zu gehen,
wenn man sich im Wege steht.

Vielleicht wirst du mich jetzt dafür hassen.
Vielleicht ist das nicht fair.
Vielleicht will ich dich nicht gehen lassen.
Vielleicht bedeutet’s umso mehr,

vielleicht ist die Liebe mehr als ein Spiegel.
Vielleicht ist sie gar kein Pfeil.
Vielleicht ist sie zwischen Schloss und Riegel
wenn sie da war dann ein Keil,

vielleicht öffnet Liebe und hält offen.
Vielleicht ein kleines Stück.
Vielleicht heißt lieben, nun zu hoffen,
wer dort einkehrt, bringt dir Glück.

10
Nov
15

Dezemberlied

Seh ich Menschen hier vorüber gehen,
in der Nacht , am Gleis der Bahn,
bleibt vor mir oft die Frage stehen:
Wer hat ihnen das wohl angetan?
Ob Gewichte ihre Rücken krümmen?
Die Schritte scheinen schwer.
In den Augen fehlt das Glimmen.
Ausgeraubt. Und leer.

Rechts lärmt der arisch Weiße,
der als Herrenmensch sich glaubt –
er riecht beim Reden so nach Scheiße,
das es mir den Atem raubt.
Am Bürgersteig in Lederjacke
geht eine Breitlinguhr vorbei,
plötzlich hallt es „Alter! Kacke!“ –
ein entsetzter, kurzer Schrei.

Unter all dem Elend am Ersticken,
begraben unter blankem Hohn,
gejagt von Uhren, die gen Ende ticken,
kreischt sie laut, die  Evolution,
weil die Bettler Blut schwitzen,
wenn der Winter sich anschickt,
weil sie festgefroren sitzen.
Im Eis, das aus dem Schicken blickt.

Die Luft, sie riecht nach fiesen Dämpfen,
das Leben schwitzt geschafft.
Und der Mensch, anstatt zu kämpfen?
Raubt er sich die letzte Kraft,
mit der sie durch die Gassen stressen,
auf die der saure Regen fällt,
den sie aus dunklen Wolken pressen,
an denen man sich krampfhaft hält.

Am schwarz verhüllten Horizont
dämmert Morgen kalt und grau –
wo man hinschaut: Wolkenfront!
Erfrischung, sie schmeckt eklig lau,
es ist kühl. Und ich schwitze.
Es knistert die Natur, der Wald,
in um sich greifender Betriebshitze.
Die Flammen lodern eisig kalt.

Es zieht vorbei, ich steh daneben
und frag mich, wo ich bin.
Plötzlich. Denn bis eben
war ich mittendrin.
Es zieht vorbei, ich steh darüber
und weiß nicht, was ich fühl.
Aus einem Feuer wurde Fieber,
das im Kopf brennt. Und zwar Schwül.

Ratlos such ich meinen Mittelfinger,
find ihn in der Faust versteckt.
Mal ehrlich: Nicht mehr so der Bringer!
Schlaff, als sei er drin verreckt.
Ich seh nach oben, seh mich fallen,
von unten hör ich’s grüßen:
Besser sei’s, sich festzukrallen!
Klingt nach kalten Füßen.

Ich suche mich, will mich erinnern,
ich schaue mich im Spiegel an
und frage mich: In euren Zimmern,
sehr ihr euch – was seht ihr dann?
Seht ihr es dort vor uns stehen,
das Vergessen? Es kommt nah!
Zeit wird‘s wohl, in sich zu gehen,
sonst ist es dann morgen da.

Wenn wir uns nicht zu packen wissen,
dann erwachen sie. Und erblinden.
Was uns heute fehlt und wir nicht missen,
wird kein Kind mehr Morgen finden.
Wenn wir uns heute selbst vergessen,
dann ist sie morgen weg,
all die Traurigkeit wird dann besessen
auf Beton zum roten Fleck.

Ich such und such und strecke,
bis auf kaltes Glas die Hand,
vor‘m Raum, in dem ich fest stecke,
hinter der Gedankenwand,
such ich in jeder kalten Ecke.
Inmitten der Gedankenschlacht
find ich was und strecke
mich nach der Träne, die dort lacht.

Ich lach sie an, schreib sie nieder
und für den Moment,
seh ich lächelnde Menschen wieder
und den Weg, der uns noch trennt.
Ich hol sie raus und schreib sie nieder.
Seht! Für den Moment!
Dort am Ende scheint es wieder!
Das Licht, das sich durch’s Finster brennt.

10
Nov
15

Alle Jahre nieder

Alle Jahre nieder

Was kann man heute Bessres haben,
als einen, der bei Seite geht,
während die Massen vorwärts traben,
einen, der sich mit umdreht,
der auch mal hilft, nicht klar zu sehen,
mit dem man auch mal tanzt und singt,
während wir im Alltagsregen stehen
und das grau nach Winter klingt?

Was kann man heute Härtres haben,
als seinen kalten Tränensee,
über den die Menschen traben,
während ihr Gedankenschnee
dabei ist, sich das grün zu krallen,
wenn ein kluger Kopf sich senkt,
weil von Augen Blätter fallen,
aus Angst, das keiner an sie denkt?

Komm wir haben das Vertrauen,
komm wir stricken darum einen Schal,
komm lass uns einen Schneemann bauen,
komm wir schmücken ihn mit eigner Wahl,
komm wir nehmen all die Kohlen,
komm wir machen draus was mehr,
nur wenn wir geben, was sie uns gestohlen,
gibt die Kälte unser Lächeln her!

Komm lass uns bleiben nach der Hitze,
die am Horizont aufgeht,
sie kommt die letzte Wetterspitze,
nach der all das zu Schmelz vergeht.
Bleiben Zahlen dann und Sachen,
bleibt nichts von dem, was wir sind –
nur aus einem warmen Pfützenlachen
blüht vielleicht das Frühlingskind.




Blog Stats

  • 65.743 hits

Gedanken-Feed

Ein Klick bis zum Feed-Abo

 Mit einem Feed-Reader abonnieren

Meine Gedichte HIER abonnieren

FollowMe


TwitterCounter for @Macaveli85

November 2015
M D M D F S S
« Okt   Dez »
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
30  

Archive

HTML-Tags

Creative Commons

Creative Commons Lizenzvertrag
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.

Bedeutet im Klartext: Teilen? Jederzeit! Zerteilen? Kein Stück! Alles, was hier an Texten erscheint, ist geschrieben ohne kommerziellen Hintergrund und in diesem soll es auch bleiben.
Und jedes Wort, das in meinem Namen erscheint, und sei es der Nick-Name, soll damit auch möglichst unter diesem weitergegeben werden, so, wie ich auch mit den Texten anderer verfahre.