05
Jun
13

Vom Stellungskrieg an der Heimatfront

„Spieglein, Spieglein, an der Wand
wohin ist es, was ich sah in dir?
Die Befriedigung? Die ich gestern hier fand?“
„Weg!“ sprach die Leere aus dem Bild vor mir.
Auf der Suche wie von Sinnen
als ich berührt´ was mich berührte
so die Tränen vermisste, die längst nicht mehr rinnen
spürte ich wie´s mich verführte

Zwischen Neuanfang und Selbstzerstörung
erkennend bis zur Selbsternennung
zwischen Bewunderung und lauter Empörung
benennend bis zur Selbstverkennung
wurde aus einem Kampf für Wahrheit und Werte
ein Kämpfer der den Kampf bloß nährte
weil in seiner Hand erschien ihm´s Gute im Schwerte
ich aus gutem Grund vom Falschen zehrte

Das ähnlich einzigartig der Wicht schon gewesen
der vom guten Glauben einst das Böse abzog
wie unheilvoll sind sie am Wesen dessen genesen
als er zur Differenz damals sich selbst betrog
wie erschrak ich vor mir. Im Glauben Wärme zu geben
wollt´ ich vom Himmel wie die Sonne scheinen
doch ging ich so, wie er, den einen Schritt vom Erheben
hin zu verdunkelnden Wolken, die sauer nur weinen

Grinsend nun, so steht er wieder. Vor mir im Spiegel
vor dem es gilt sich zu bewähren
„du Arschloch! Hier! Mit Brief und Siegel!
In Zukunft werd´ ich´s dir erschweren!“
Vor dem Menschen in mir gibt’s eh kein Entrinnen
so schwer´s auch fällt, sich motivieren
der Mensch in mir kann den Kampf nur gewinnen
wenn er bis zum Ende versucht, ihn nie zu verlieren

Vielleicht erkenne ich ja, was Frei-sein wohl ist
wenn wir´s gemeinsam in die Furchen säen
die der Selbstzweifel hindurch mich frisst
wenn ich dir vertraue, dieses Feld auch zu mähen
ohne mit meiner Person dir dabei im Wege zu stehen
„und wenn´s Dank dir, durch dich, erst alle wissen“
spricht´s  wieder vor mir, indem ich mich so oft gesehen
in Momenten, als ich zum Erkennen war zu hingerissen

Macht´s mir direkt wieder klar –  was in mir lauert
bin ich zu versucht zum Widerstehen
hat der heutige Kampf bloß bis gestern gedauert
droht er lachend vor´m „Auf  Wiedersehen!“
Im Spiegelbild liegt mir um den Hals noch die Schleife
die mich oft schon verführte ihn zu missbrauchen
mit meinem Verstand gestopft bietet er dort mir die Pfeife:
„Solltest du dringend deinen Frieden brauchen? Junge, einfach rauchen…“

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