Posts Tagged ‘Tränen

29
Mrz
11

Gut verschlossen

Nächtelang
muss ich ihn sehen
wie er sich windet
zusammenbricht
aufsteht
um sich schlägt
als wolle er sich
zur Not in Fetzen
aus dem Käfig sprengen
in dem er hoffnungslos
auf ewig ungehört
scheinbar verloren

Warum will ich nicht
frage ich ihn
ich hasse dich
brülle ich zu ihm
ich liebe dich
bete ich zu ihm
auf den Knien
will ich nur
gequält sein wie du
der arme Teufel
im Spiegel vor mir
warum nur verdammt
ein letzter Schrei in die Welt
und wieder verliere ich mich
in diesen Augen

So verzweifelt
so traurig
so lebendig
scheinen sie wie letzte Hoffnung
wartend auf den einen Moment
an dem sie selbst alles ändern
wenn sie nur daran glauben
ihn je zu entdecken
wird man ihre Tränen verstehen
als funkelnde Hoffnung
wenn sie nur daran glauben
nicht bloß gemacht zu sein
wird man begreifen
den leblosen Rest
der gegen jede Vernunft
nur noch kreist
um ihre Blicke

Wieder und wieder will ich
nach ihnen greifen
wieder und wieder greife ich nach Händen
hoffe immer wieder so sehr
bis zu dem kalten Glas
das auf ewig uns trennen soll
sehe hindurch
wie sie Rinnen
die Tränen des Verlorenen
mit der Angst
nie zu bekommen
was er so sehr braucht
und wieder bin ich
diesen einen Moment
den ich begreife
überglücklich
gescheitert zu sein
doch hoffen zu können
den Glauben nicht zu verlieren
an den schönsten Traum
der zusammen mit eisernem Willen
fest verschließen kann
im scheinbar unendlich Tiefen
und einsamsten Verlies

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01
Nov
10

Lasst uns nun kämpfen

Am Fuße der Treppe, da stand ich nun
als kleines Kind, das Haupt war gesenkt
jeder Blick nach vorne, er schien verschenkt
voller Angst beschloss ich ihn doch zu tun

Doch was ich sah war Nichts als Nichts
so erdachte ich, noch einmal umzukehren
hoffend Vergangenheit könnt´ mir bescheren
es flossen nur die Tränen der Bilder angesichts

Der Hof, auf dem ich als Kind gespielt
lag vor mir nun als eisige Tundra brach
der graue Bau, in dem man mir Lehren sprach
grau auf grau, wie sich´s auf der Welt verhielt

Er war verschwunden hinter Felsen und Eis
nach vorne nur nichts, Blicke nach hinten bitter
vor mir der Abgrund, hinter mir nun ein Gewitter
so kroch ich los, kochte innerlich langsam heiß

Hinter den Felsen, erfroren in der ewigen Kälte
tote Körper von Müttern, Vätern und Kindern
nur verwelkte Blumen, die Kadaver von Rindern
mit den Schreien der Lieben, es reichte als Schelte

Mich doch aufzurappeln, um auf den Grund zu gehen
die Angst zu ergründen, um die Lüge, die ich lebte
seit jeher ich fühlte, als ob man ins nichts mit mir strebte
auf dem Weg nun alleine, wollte mich selber verstehen

So fand ich ihn dann. Diesen Bau, der einst war grau
gemahlen zum Häufchen, in aller kleinste Scherben
zerbrochene Weltbilder, sie zeugten so vom Verderben
der Menschen. Zu leben zu dumm, zu sterben zu schlau

Ich stand alleine im Regen und hörte zu gut
die Schreie der Lieben, von ihren bitteren Enden
das längst begonnen, doch wohin sollte ich wenden?
Schlug die Faust in die Scherben, um zu sehen nach Blut

Verlor meine Sinne, doch weigerte mich zu glauben
dies sei das Ende, so schloss ich die Augen
schrie gen Himmel, was sollte die Stimme noch taugen
plötzlich ein Flüstern, es begann dem Dunkel zu rauben

Von Menschen wie mir, kämpfend, um gefrorenes Herz
sie begannen zu reden, nach mir zu rufen
ich nach ihnen. Stimmen geeint, die ein Obdach schufen
für neue Hoffnung, in ihm zu heilen den Schmerz

Vom du zum ich und VOM ICH ZUM WIR
in gemeinsamen Glauben, so wurden wir ein
dies Gefühl, ein Teil nun dieser Welt zu sein
diese Welt, sie wurde ein Teil von mir

Drehte mich um sie, sie drehte um mich
während langsam die Vermissten sich fanden
um mich herum, nur ihre Stimmen verschwanden
im Mahlstrom der Stimmen durfte spüren ich dich

Wie du nach mir wolltest greifen noch
konnte nicht, deine Hand nicht mehr fassen
die Augen, ich musste sie geschlossen lassen
so nah bei mir, verlor ich der Nächsten dann doch

Dich sicher zu wissen, ich musste schwören
einfach weiter zu kämpfen, mich durchzuringen
wie jede der Stimmen mein Opfer zu bringen
die Augen zu öffnen, es könnte den Traum zerstören

Musstest mich so gequält, brechend, fast tot gar sehen
doch Stein für Stein, unser Heim, ´s ist am Entstehen
siehst mich weinend, schreiend, redend, am Flehen
aus Angst um mich musst du beschließen zu gehen

Du fehlst mir so sehr, wie unsere Blicke sich einen
doch ich tu´s auch für dich, auch das deinige Leben
denn ohne den Kampf, die unsere Welt hat´s gegeben
unsere Kinder wird sie quälen. Unsere, alle, die Deinen

So lass sie uns noch weinen, diese letzte der Tränen
ob ich die Augen je wieder öffne, dein Gesicht zu sehen
es ist so ungewiss. Doch bitte, musst mich verstehen
ich liebe mich, dich zu sehr, muss sicher uns wähnen

Sehe vor geschlossenen Augen aus Nichts entstehen
aus den Scherben, diesen einen Platz
an dem ich dich halten kann, den wertvollsten Schatz
werde mit Unbekannten diesen Weg zu Ende gehen

Denn du bist sie wert, jede noch so große Qual
ihr wisst, ich kann nicht mehr zurück noch gehen
ließt längst schon los, auf nimmer Wiedersehen
meine Furcht um uns alle, sie lässt mir keine Wahl

Auch mit dieser Angst, dass ich nur noch kann vererben
diesen letzten Gedanken, um schließlich zu verharren
um mit geschlossenen Augen dann ewig zu erstarren
hab solche Angst. Ich bin längst bereit, für uns zu sterben.

Doch wie es auch kommt, ich muss so nicht gehen alleine
die Welt im Arme. Hoffe ich so, je wieder zu fallen in deine.

20
Sep
10

Moment der Liebe. Moment der schafft.

Vor mir liegt sie, bewegt sich nicht
ein Rinnsaal zeichnet ihr Gesicht
Pechschwarz, aus Tränen und Schminke
schaue sie an, während ich versinke

Ein Gedanke, der Moment nimmt mich
plötzlich. Spüre. Etwas verändert sich
schaue ihr ins Gesicht. Es ist so traurig
höre Geschichten. Ihres Lebens, schaurig

Angst vor´m Vater, gequält von der Mutter
im Schlaf stöhnend. Eine weitere Träne kullert herunter
dieses verletzliche Gesicht, ihre Wangen
diese Gedanken. Seh´ sie erwachen, seh´ sie bangen

Seh´sie kreischen, geschüttelt von Krämpfen
sehe sie leiden, sehe sie jeden einzelnen Tag kämpfen
einen Menschen. Den ich eben noch als fertig betrachtet
sehe sie alleine, verzweifelt, vom Leben unbeachtet

Wie sehr muss sie kämpfen, nur für Glaube an Glück
jeden Tag ein neuer Kampf, sie will nur ins Leben zurück
sehe, wie sie auf mich zählt, mich liebt, mich vermisst
sehe mich. Wie er sich lachend über sie fast bepisst

Stehe vor ihr am Bett, beginne mich zu hassen
kann mich plötzlich selber nicht mehr fassen
der Blick zur Decke, eine Träne, Augen schließen
spüre mit einem Mal Blut durch Fäuste schießen

Plötzlich ist sie da, diese unglaubliche Kraft
ein Mädchen so glücklich. Das unbeschwert lacht
in meinen Träumen. Wie sie tanzt, wie sie schwebt
wie sie an meiner Seite am Ende glücklich doch lebt

Sehe die Menschen, sie wollen´s mit ihr treiben
spüre ein Feuer in mir, Seelen, wie sie sich reiben
sehe diese Menschen, aus ihrem Leben sie gehen
sehe mich vor ihr, über ihr, seh´ mich hinter stehen

Blicke ihr wieder ins Gesicht, geb´ ein Versprechen
diesem wunderbaren Menschen. Niemand wird sie je brechen
beuge mich über sie und streichle ihr langes Haar
„wenn du mich je brauchst, ich bin für dich da“

Ein einziger Moment, bin ich plötzlich wieder so voller Kraft
Mut. Willen. Lust. Kraft, die nur Liebe zu Menschen schafft
so flüstere ich ihr noch zu, so überzeugt, muss ihr noch schwören
„Menschen wie dir. Mir. Uns. Versprochen. Uns alleine. Wird die Zukunft gehören.“

30
Apr
10

Trauriges Ende?

Ich bin
traurig
eure Hoffnungen, so schaurig
Mensch aus Glas
Macht
Tränen
zum Spaß
zerbrechlich
zart
zerbrechend hart.

Mensch aus Glas
Macht
Tränen
aus Spaß
gute Mine
sprengt Kinder
zum bösen Spiel.
Zu wenig Hoffnung.
Davon zu viel.

Mensch aus Glas
undurchschaubar
offen
von Erleuchtung durchleuchtet
vom Wissen besoffen
rät mir zu hoffen.
Erzählt böse Geschichte
guten Endes?
Offen.




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Bedeutet im Klartext: Teilen? Jederzeit! Zerteilen? Kein Stück! Alles, was hier an Texten erscheint, ist geschrieben ohne kommerziellen Hintergrund und in diesem soll es auch bleiben.
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