28
Apr
20

viel mehr

Was du willst, ist all das haben?
Was es hier für mich nie gab?
Dich tot zu schweigen und zu laben?
Von der Wiege bis ins Grab
stand ich auf und komm nicht wieder.
Nur ihr ward da, die ganze Zeit.
Euer Herz und unsre Lieder.
Was ihr ansaht, tut mir Lied!

Ihr saht, wie sie mich rupfen.
Ihr ließt es Federn regnen.
Ich hörte euch die Saiten zupfen.
Ich hört euch Leid durch Noten segnen.
Ihr seht mich fallen, seht mich rennen,
ihr hört mich klagen, singen,
ihr saht mich lügen, saht mich flennen.
Unser Lied, nun lasst es klingen.

Seht ihr es durch’s Leben heizen?
Während Zylinderträger, Schicksen,
während sie die Beine spreizen
das eigne Ego vollzuwichsen,
während die Verlierer loosen
laufen Zwölfzylinder, selbstgebaut,
die Vollgas Richtung Ende cruisen
durch all das, was sich aufgestaut.

Könnt ihr sie hören, unsre Lieder?
Ihr müsst ans Fenster gehen!
Legt sie auf und hört sie wieder!
Fangt mit an, den Film zu drehen!
Hört ihr die Motoren heulen?
Seht ihr Aufruhr, blaue Lichter,
die Ratlosigkeit der Pestbeulen,
das Ätzende, die Arschgesichter?

An jedes Lächeln, echtes Lachen,
an jeden, den sie rümpfend meiden,
an die Trauer und das Sorgenmachen,
an jeden Schmerz und all das Leiden,
an die Getretenen, Getoppten
die sie einsperren und halten –
an die Geschlagnen und Bekloppten!
Lasst es uns nun selbst gestalten!

Unsre Flügeltüren stehen offen!
Dreht eine Proberunde! Bald!
Den Schlüssel habt ihr! Euer Hoffen!
Wer’s nicht kann? Lernt laufen halt.
Was euch hält, das lasst links liegen!
Wir werden auf dem Teppich bleiben,
denn unser Teppich, der kann fliegen!
Leben heißt, es wild zu treiben!

Scheißt auf alles, was ihr solltet!
Wir bitten euch, ein Teil zu sein,
zu tun, was ihr schon immer wolltet.
Wenn’s euch abfuckt, dann haut rein,
wenn’s euch quält, dann lasst es wissen,
nehmt euch endlich, was euch fehlt,
wenn’s egal scheint, drauf geschissen –
lernt es lieben, wenn’s beseelt.

Was du liebst, musst du nun lassen.
Verlerne, dich dafür zu schämen.
Bald hörst du auf, dich selbst zu hassen.
Wenn es will, dann lass es nehmen.
Am Ende ist mir nichts geblieben,
dem Leben sag ich: Danke sehr!
Ihr habt gelernt, euch selbst zu lieben,
ich weiß nun: es liebt mich mehr.


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