04
Apr
20

ThugzPassion

Die Tür fällt zu, wird später.
Durch Nasen fällt der Schnee.
Füße schmerzen, jeder Meter
unter Schmerzen tut so weh.
Was ich liebte, ist verloren.
In mir tobt ein Krieg.
Ich wurd in ihn hinein geboren.
Ohne jede Chance auf Sieg.
Jeder Mensch, so dacht ich immer
sei ein Platz für jedes Kind.
Hab nie gedacht, das Kinderzimmer
einmal Psychatrien sind.

Aus den Ohren bluten Schreie,
wo Kälte aus den Knochen friert.
Die Hoffnung fällt in Reihe,
wo mein Gedanke weg marschiert.
Dröhnen lässt mir keine Ruhe,
ich stell mich taub, stell mich blind,
ich zieh sie aus, die schweren Schuhe,
ich leg mein Leben in den Wind.
Ich wach auf und seh mich gehen.
Mensch ist weg, kommt nicht mehr,
den Teufel siehst du heulen, drehen
wenn du schreist: komm bloß her!

Auf diesen Wegen ist kein Leben,
hier war’s zu viel vom Tod.
Ich denke, so ist Auschwitz eben.
Fremd verstehst du kaum die Not.
Mit den Händen in den Taschen
geh ich weiter durch das Nichts,
Dämonen würde gerne naschen –
sie verhungern angesichts.
Hinter Wiesen, Stacheldrähten,
kein Opfer und kein Schwein,
keine Gnade und kein Beten,
keine Sünden, kein Verzeih’n,

kein Blut und keine Schreie,
Leere, bis ich Leuchten finde
in einer Fünferscheißlochreihe
sitzt vorne drin ein Kind.
Ich kann, ich kann’s nicht glauben.
Ich seh ihn an – ob ich das bin?
Nimmt mich hin mit bloßen Augen,
Augen suchen schimmernd Sinn,
Ich lasse es mein Herz zerreißen,
wenn die Kugel durch ihn siebt.
Mama, sie muss auf ihn scheißen.
Hat ihn mehr als sich geliebt.

Der Wuschelkopf, er will was sagen.
Wieder, wieder zieht’s mich hin,
er zieht Scheitel. Ich muss fragen:
Knirps, wie hälst du hoch dein Kinn?
Goldner Stolz! Zeigt mir Strümpfe!,
malt die Taktik in den Sand.
Ohne Angst, dass ich ihn schimpfe,
nimmt der Krümel meine Hand,
hört nicht auf, zu erzählen
was er in den Strümpfen spürt,
bestimmt! Man wird ins Team ihn wählen!,
die Kraft, die raus uns führt,

während ich vor Freude schreie.
Tränen, Tränen, alles raus,
kleiner Mann, befreie
vom Trübsal dieses Erdenhaus!
Auf alles hier kann ich verzichten,
auf euch und mich, Welt und Land,
nicht auf die Gutenachtgeschichten,
den Jungen hier an meiner Hand.
Ihr kommt ihm nah? Das wird teuer!
Zwei Wummen hoch, wer bremst verliert,
stehst du im Weg, gibt’s Dauerfeuer,
wird da einfach durchmarschiert.

Du musst nach Schwingern schnappen.
Bist und bleibst ein kleiner Fisch.
Ich bin’s Filet, du bist der Happen.
Ich sage, du frisst unter’m Tisch!
Wenn ich will, dann regnet’s Schellen,
du bist die null, wir sind die eins,
wenn ich will, dann regnet’s Wellen.
Wenn er’s will, dann hol ich deins.
Du bist die Glatze, wir die Locken.
Diese Worte, sie sind Schwarzmagie.
Für jeden Tritt dreht sie dir trocken
einen Knoten in die Knie.

Ich bin der ewig Wirre.
Du Geldsack bist die arme Sau.
Ich bin durch, komplett irre.
Du denkst noch: ganz genau!,
schon donnern unsre Mittelfinger
während ich die Blitze bring
ist mein Kind Sternensinger
kniee ich mit Augenring
und Antrag vor dem Leben.
Die Liebe feuert rot.
Sein „ja!“ ist längst gegeben,
zu dick und dünn und in den Tod.

Mit der Faust gegen Schmerzen
durch die Träne, die noch fließt.
Weiße Bahnen gegen’s Schwärzen.
Öl, dass es ins Feuer gießt
entzündet diese kalte Halle.
Ein Superheldenschlafanzug.
Das hier geht raus, an alle! Alle!
Flügel raus zum tollsten Flug!
Lasst uns die Wette aufstocken!
Käsfuß, der aus Springerstiefeln stinkt,
lasst ihn uns im Kampf schocken,
lasst sie hören, wie es klingt,

wenn Spieler dieses Lied spielen,
dass sich um die Liebe legt,
wenn Dealer auf ihr Leid zielen,
Elend sich im Takt bewegt,
wenn Helden schmollend bocken,
weil das Opfer heilt,
wenn wir ihre Kneipen rocken,
jeder wieder gern verweilt.
Du bist Hauch, ich bin Brocken.
Was ist los? Gepackt?
Um die Welt, da leuchten Socken!
Vor’m Spiegel steh ich bloß und nackt.


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