24
Jan
16

Bonnie und Clyde

Weißt du noch, was wir verstanden,
erinnerst du die Leidenschaft?
Als wir ein Gefühl im Andern fanden
und in Momenten diese Kraft,
als wir fühlten, was wir spürten,
als wir standen voll im Saft?
Als wir sie aus dem Knast führten,
sie nahmen so in Geiselhaft,

als wir an der Liebe zerrten,
als wir glaubten ans Stockholm-Syndrom?
Da wurde frei, was sie versperrten.
Ja, ich weiß. Was weiß ich schon.
Doch weißt du noch, in Luft und Liebe,
wie sie uns sehnend angeblickt,
wie sie gesagt, das sie gern bliebe?
Bis sich das Leben angeschickt

und am Himmel Helikopter lärmten,
bis Vergangenes uns angelacht,
bis all die Wunden ausschwärmten,
bis die Zukunft Angst gemacht,
bis im Licht der Suchscheinwerfer,
die nach und nach das Haus umstellt,
die Töne wurden immer schärfer,
bis Aug und Ohr, komplett vergrellt,

all die Sinnlichkeit vergessen ließen.
Bis es schließlich schlug dann zu,
nachdem es drohte, scharf zu schießen,
als wir kämpfend kamen aus der Ruh,
als dieses Dröhnen riet uns, aufzugeben.
aufzählend, was uns wohl erwartet.
Da war’n wir zwei. Umstellt vom Leben,
bis das, womit wir durchgestartet,

in verfolgten Köpfen und Gedanken
für den Augenblick verloren ging,
in großer Furcht, in unsrem Wanken,
verlor’n wir Hoffnung, Ziel und Swing;
so stürmte es mit Schrot und Knüppel
durch alle Löcher in das Haus,
sie schossen dein Gefühl zum Krüppel
und trieben es dir letztlich aus,

als sie dich alleine zum Verhör zerrten.
Da bereutest du. Es tat dir Leid.
Was wir tief im Herz mit Glut begehrten,
ist plötzlich nun vertane Zeit,
seit sie unsre Liebeshöhle stürmten,
die wir zu einem Heim gemacht,
durch dessen Fenster Zweie türmten,
zurück in diese kalte Nacht,

wo ich einsam wachend wach liege,
schreit dein Leuchten, jeder Stern:
„Weißt du noch? Mach nicht die Biege!
Scheint es momentan auch fern!
Versuch es fest im Arm zu halten!
Dieses Feuer, euer Glück!
Lässt du es deinen Traum gestalten!
Kommt der Tag! Ihr schlagt zurück!“


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