19
Mrz
15

Das Schicksal ist ein mieser Programmierer

Das Schicksal ist ein Programmierer,
der das Spiel des Lebens schreibt.
Die Mitspieler macht er zum Verlierer,
wenn es sie mit einverleibt.

Er findet alsbald seine Lücke,
egal, ob du verzweifelst suchst,
oder – und das ist die Tücke –
einfach einen Platz dir buchst.

Bist du nun ein Level-eins-Verlierer,
oder der absolute Oberboss,
das Schicksal ist ein Programmierer,
hängt dir vor das Herz ein Schloss,

wenn Augen sich nicht mehr befeuchten
und das Herz nicht mehr blutet,
wenn die Lichter in Monitoren leuchten,
auf denen man sich nur noch bootet.

Ist er überfüllt der Arbeitsspeicher
und sind die Lider erstmal zu,
macht Erfahrung dich nicht mehr reicher
und das Unheil hat seine Ruh.

Er installiert seine Betriebssysteme
ganz routiniert und unerhört,
man fragt sich nicht, woher es käme,
wenn man von innen her zerstört

sich in diesem teuren Spiel verloren,
das nur auf Zahlen aufgebaut.
Was jung und frei einst war geboren.
Brummt im Tower. Kaum noch laut.

Man sieht ein Flimmern Wärme rauben,
hört, wie es in Stirnen piept,
die an den Sinn des Spieles glauben,
das uns alles nimmt, was man liebt.

Doch wenn ein Jung mit wirrer Mähne
mal diese Totenstille bricht?
Plötzlich: Löschen! Virus! Quarantäne!
Dabei bin auch ich bloß ein Wicht,

doch zeig dem Bastard meine Zähne,
denke schreiend solang laut,
reiß an Tisch, Stuhl und Lehne
und allem, was sich aufgestaut,

bis Rechner und auch Leitung rauchen,
denn hast du mich erst infiziert,
wird er lauter: „Nicht zu brauchen!“
Bis die Maschine explodiert.

Wenn Fenster Wände aufpoppen,
warnt er mit „Vervirt! Vervirt!“,
er sagt dir „in die Tonne kloppen!“,
macht dir Angst, man verliert

die anerzogene Spielkontrolle
und den Fortschritt somit auch.
Doch an meinem Virus ist das Tolle
das er geht mit Knall und Rauch.

Meist will man mich laut fort treiben,
denn am Chaos bin ich Schuld,
manchen werd ich gerne bleiben,
blieb dort ein Herz. Und Geduld.

Lass den Qualm sich erstmal legen,
und sieh, wie die Sonne scheint.
Nein,  ich bin nicht gut im fegen,
doch hab ich’s immer gut gemeint –

du kannst schimpfen und auch klagen,
doch bevor du uns vergeudest,
solltest du dich immer ehrlich fragen:
Wen gibt es, dem du mehr bedeutest?

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