30
Okt
14

Wie versprochen – an und für Hans-Werner B.

Ich seh sie noch im Winde stehen,
den Finger raus, am Halten,
so sicher, es wird vorwärts gehen,
dieses Leben zu gestalten,
es zu fassen und weiter zu leben,
als läge dieser ganze Sinn
im Wind, darin weiter gegeben –
doch die Böe ist dahin.

Ich seh sie noch am Rande stehen,
neben sich, der Allgemeinen,
nichts durch graue Haare wehen,
Überschrift reicht, so meinen
sie es. Schwer fällt jeder Atemzug,
keiner, der’s noch ändern kann.
Es klingt, wie glatter Selbstbetrug –
sie glaubten, glaubten dran.

Ich seh sie noch im Winde stehen,
in der Heckscheibe Gewackel,
Wahrheit scheint vorbei zu gehen,
wie der tote Wackeldackel
und die Scheiße in der Plastiktüte
konserviert das junge flehen,
unter der Aufschrift „meine Güte“ –
ist es Zeit, es einzusehen?

Nur noch nicken, nicken und nicken,
wenn sie vor Schülern stehen,
wie ein böser Traum, kein Zwicken,
den sie dort kommen sehen.
Vor ihnen die gebügelten Hemden
nur noch vom Draht getragen,
vor dem Fremden unter Fremden
liegen in der Luft die Fragen,

die Kinder heute nicht mehr stellen,
wie diese Fragen zum Denken
und Dichten, die versiegten Quellen
lassen sie sich heute schenken
und ich seh sie Paragraphen reiten,
doch hier sind noch Blumen!
Die ich ihnen versprach zu bereiten,
deshalb hier diese Krumen,

nach denen sie zur Straßen gehen,
in dem kleinen Rückenwind,
den Finger raus! Ich lass ihn wehen,
hier, vom gebrannten Kind,
die Flamme, nochmal aufzustehen,
nochmal an die Wetterfront,
noch einmal an der Straße stehen,
nochmal Richtung Horizont,
noch einmal mit den Vögeln singen,
noch einmal voller Vertrauen,
noch einmal einem etwas bringen,
nochmal auf den Wind bauen

und wie damals nochmal Finger raus,
in der Hoffnung, einer wendet –
sie werden gebraucht, dort geradeaus,
wo die Straße dann bald endet!

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