10
Okt
14

Über Wintern

Der Winter hält Einzug in kalten Straßen,
die ersten Menschen, die schon streuen,
scheinen, als ob sie die Freude vergaßen,
wenn sie sich über das Ergebnis freuen.

So verstreuen sie, was ihnen geblieben,
den salzigen Rest getrockneter Tränen,
eingesackt und aufgerieben,
verfüttern sie ans grau ihr Sehnen.

In den Fenstern flackern letzte Lichter,
als kämpften sie dagegen an,
man sieht verhangen traurige Gesichter,
wenn sie das letzte Mal erlischen dann.

Der erste Schnee, er bleibt nun liegen,
Träume, die in Flammen verdampften
die im kalten Wind tanzend zu Boden fliegen,
in dessen Frost sie erst verkrampften

und mit dem sie dann verwehen,
wenn die Schneeberge sich so hoch türmen
das kein Traum darunter mehr zu sehen,
weggefegt von Winterstürmen.

In den Schnee gestapft führen Spuren,
zu dem Rest, der von mir zu noch sehen,
meine abgezeichneten Konturen,
die mit jeder Flocke mehr vergehen.

Ich höre über mir die Stimmen stammeln,
doch keiner braucht sich Hoffnung machen,
keine falsche – Hoffnung war alles, was ich hatte,
und ich werde mit ihr aufwachen,

oder unter ihr einschlafen,
und ich werde mit ihr liegen bleiben,
weil sie mir blieb, als sie mich trafen,
werde ich’s mit ihr zum Ende treiben,

denn, siehst du nicht? in der weißen Weste
verbindet sie sich mit dunklen Rändern
unter blauen Augen tief zum Reste,
der es möglich machte, was zu ändern,

so komm in kalte Laken! Komm! Wir frieren!
Wenn wir uns aufheizen und drinne wälzen,
bis wir uns in der Schneedecke verlieren,
zeugen wir den Frühling noch,
gemeinsam im dahinschmelzen.

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