16
Aug
14

Word up!

Ach, wie war das eben herrlich,
mein Liebeslied, es klang so ehrlich:
vermissen, leben, lieben wär
mein Leben, doch ich merkte nicht mehr:
Ich krächz es an die Welt bloß raus
für Theater, Blumendank, Applaus,
wie angeblich diese Liebe ist
in der Hoffnung, sie vermisst,
gesetzt dem schlimmsten Falle dann
mich, falls ich es nicht mehr kann.

Es klatschte laut und schrie stumm
ganz wunderbar das Publikum,
als Plüschtiere und Rosen,
BH’s, Herzen und Unterhosen,
flogen mir im Traume zu,
von dem ich glaubte, er seist du.
Es klatschte stumm und schrie ganz laut,
der mich an, der sich nicht traut,
um im Schlau schwätzen, Finger heben,
nach bestem Gewissen die Lüge zu leben.

So stand ich da, auf meiner Bühne
und weinte, als vermeintlicher Hühne,
meine Tränen laut für die,
denen ich schwor: So werde ich nie.
So stand ich, wusst nicht wo und wie
und war beinah so fast, wie sie,
weil man das Leben lieber hasst,
als es zu machen, wie es passt –
wie die, die ihr das Leben lasst.
So war ich eben. Doch nur fast.

Ich war fast wie du, bitch
schrieb lieber großen Kitsch,
statt stolz zu sein, die man bitch nannte
stoß ich mit Stolz von der Bettkante
und nehme sie in den Arm,
halte sie fest, halte mich warm,
bevor ich anfange, wie ihr zu ticken
und das Elend noch zu ficken.
Vom fremden Fluchen hingerissen,
fing ich laut an, mich leise zu verpissen,

nur zwischen den Zeilen, in jedem Wort,
stand es dort: Liebe ist…? Fort!
Statt stolz zu sein, das ich noch weine,
bin ich, wie ihr, ganz alleine,
gab ich es klamm und heimlich auf
und sang mein eignes Loblied drauf.
Ich machte Wahrheit aus der Lüge,
im Zuge meiner Selbstbetrüge,
weil es leichter ist, schnell zu schießen,
statt ehrlich zu sagen: Tränen fließen.

Was Zweifler, Blender, ich nicht sah:
Ich war, wie ihr. Nur beinah,
denn ich glaubte mir und bog
die Liebe, die ich log,
aus Liebe zum Leben zur Lüge,
weil ich das Leben lieber ausschlüge,
als ohne Liebe zum Leben zu leben,
aus Weigerung, sie aufzugeben.
So wurden aus Lebensliedern, im Applaus,
mir falsche Liebeslieder draus
und ich hoffe, ehrlich, sie bleiben nicht stumm,
bis sie schweigen, weil ich weiß: Es geht auch anders rum.

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