02
Mrz
14

deathblow

Ich lieg am Boden, den Rücken zur Wand,
hab kalten Schweiß im Stift in der Hand.
Ohne Gründe, jetzt grad aufzustehen,
mit Angst am Himmel schwarz zu sehen,
mit Angst, doch muss ich eingestehen:
Es ist Zeit. Zeit zu gehen.
Deshalb schenk ich Trinkern nochmal ein,
leg für die Kokser eine Line,
werf den Druffies ein paar Pillen,
wünsche Fixern starken Willen
und geb allen Andern meine Hand,
zumeinemKopfdurcheureWand.

Lasst einmal uns die Wahrheit nennen:
„wir frieren, denn wir sehen’s brennen,
wie’s knarrt und kracht im Erdenhaus –
Mensch, du räucherst dich hier raus!“
Lasst uns dieses eine Mal noch tanzen,
wir trinken, feiern, rauchen Pflanzen .
für die nochmal das Haupt zu senken,
für die nochmal die Fahne zu schwenken,
die wir viel zu früh verloren,
für die, denen wir zu gedenken geschworen!

Denn in der Küche stehen um den Brei
viele Köche, kochen Einerlei,
das Grau noch mit Beton zu würzen
und Trümmern, die vom Dach stürzen.
Sie stehen da und hoffen munter
auf sich selbst. Wer kriegt’s runter?
Dabei steht das Fenster offen.
Das Leben flieht. Gejagt vom Hoffen
wird’s eingeholt und erlegt,
aufgebrochen und zersägt,
in Plastik konserviert,
damit’s in Truhen liegend friert.
Weil der Mensch selbst das verkennt:
das Haus! das Haus! es brennt! es brennt!

Und so geht mein letzter Fingerzeig
nach Hause Richtung Bürgersteig,
auf einen Flug!
auf einen Zug!
auf ein Gläschen!
auf ein Näschen!
auf ein Stößchen!
auf ein Röschen!
auf ein Möschen
ohne Höschen!
auf! ein grillen!
nochmal chillen!
auf ein Küsschen
vor dem Tschüsschen,

wenn sich der Tag gen Ende neigt
ihr Blutdruck bis ans Limit steigt,
wenn Köpfe sich nach unten neigen,
zum Spiegelbild auf Bürgersteigen.
Dann wein ich meine letzten Tränen
für alle, die sich bei mir wähnen,
dann spucke ich das letzte Sehnen
auf das selbstgerechte Gähnen
und geh zurück nach Hause.
Auf die Suche. Ohne Pause
zieh ich mit der Melodie
weg vom Sturm, flieh und flieh,
während laut die Stille schreit
„Mensch, ich bleib gern unbefreit!“,
während tot gesagte länger sterben
und tot geplagte nichts vererben,
hab ich im Gepäck noch ihren Schatten.
Vom Leben, dass sie niemals hatten,
hab ich in Gepäck und Kämpferherz
Blut, Narben, Tränen, Schmerz
im Gepäck. Zu dem Hoffen:
das Ende ist, vielleicht, noch offen,
dass sich ein Anfang findet dann,
wenn Mensch die Wahrheit fühlen kann,
wo sein Wesen wurd zum Raub von Flammen.
Dort will ich Fahnen in die Asche rammen.

 


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