Posts Tagged ‘Leben

16
Jun
12

Warum ich nie Professor werde? Weil ich immer alles besser weiß.

Zum Glück sind wir Menschen
die immer besser
zu helfen wissen
dank unserer Wissenschaft

Wie dieser Frau, die
vom einen auf den anderen Tag
plötzlich nicht mehr sie selbst war
unerklärlicherweise
begann sie zweifelnd zu zerbrechen
vor aller Augen
bis sie eines Tages
verzweifelt
aus dem Fenster sprang
weil sie zu wissen glaubte
ein außerirdisches Ufo
gesehen zu haben
wo sie es doch eigentlich
besser wissen müsste

So übergab man sie
in die Hände von Menschen
die es besser wissen
fesselte sie an ein Bett
betäubte sie mit Drogen
dank derer sie nicht mehr weiß
was sie glaubte nur
vielleicht zu wissen
ihre Selbstzweifel sind so gebannt
dank der Wissenschaft

Außer Gefahr vegetiert sie dahin
bis sie alt und grau ist
nicht mehr in der Lage zu erkennen
das sie so, wie sie heute lebt
lieber Tod wäre
als weiter gerettet zu werden
vor dem Tod
den sie sterben wollte
als sie sich das letzte Mal lebendig fühlte
so ist die Suizidgefahr gebannt
dank der Wissenschaft

Wie verrückt kann man sein
frage ich mich
weil ich mich plötzlich frage
haben wir eigentlich
dank der Wissenschaft
nicht alle schonmal Ufos gesehen
von denen wir heute glauben zu wissen
es kann sie nicht geben
wo wir sie doch lange schon selber erbauen
um auf anderen Planeten
nach Fremdem Leben zu suchen
um dort vielleicht eines Tages
als Außerirdische genannt zu werden
von denen wir heute glauben zu wissen
das sie ganz sicher nicht existieren

Wenn wir also irgendwann
das erfolgreich gesucht hätten
von dem wir heute glauben zu wissen
das man es morgen finden könne
könnten wir es nicht
heute schon besser wissen?

Denn, wovon wir heute glauben
ganz sicher zu wissen
man könne es nicht wissen
von dem wollen wir gleichzeitig hoffen
es morgen doch wissen zu können

Ach, zum Glück sind wir Menschen
die sich selber zu helfen wissen
dank der Wissenschaft
die alles beweist
was wir heute glauben
zu wissen
dank der Wissenschaft
die uns doch daran glauben lässt
morgen unglaubliches wissen zu können

Dank der Wissenschaft
die eine Frau vergessen lässt
weil sie heute nichts mehr weiß
von dem, was sie gestern vielleicht wusste
was wir womöglich morgen alle wissen könnten
dank der Wissenschaft
die uns heutzutage glauben lässt
das wir es besser wüssten

was noch zu beweisen wäre

11
Mai
12

Seinen Meister zu finden

Wie oft muss ich ihn noch
grinsen sehen
in diesem Albtraum
wenn wieder einer von uns
hinfort getragen
von diesem traurigen Leben
nachdem er sich
mit dem Zeitgeist
betrogen
zur Ruhe gebettet
in den ewigen Frieden
eines scheinbar gemachten
Nestes

Wie oft muss ich ihn noch
schnitzen sehen
in diesem Albtraum
in dem Nichts bleiben darf
vom Menschen
außer dieser einen Kerbe
für jeden
am Ende
gemeinsam Nichts ergebend
außer den Bettpfosten
zwischen denen er sich selbst
zur Ruhe bettet
wenn er auch den Letzten von uns
dazu gemacht

Wie oft muss ich noch
schweißgebadet
einsam aufschrecken
in diesen, seinen Gemäuern
bis mir endlich
ein Traum in Erfüllung geht
in dem wir gemeinsam
aufwachen
Schulter an Schulter
aufstehen
um den Duft der Freiheit
zu atmen
und seiner kalten Klinge
zu zeigen
aus welchem Holz
wir wirklich
geschnitzt sind

04
Mai
12

Wortgewaltig

Lassen wir sie
doch Formen
beherrschen
ihre Worte ordnen
und ganze Bände
so sprechen

Lass uns doch
lieber formen
was wirklich zählt
Leben
es nehmen
wie es kommt
soll´s in Träume fließen
mein Herzblut
aus der klaffenden Wunde
die du geleckt

Lassen wir doch
lieber Taten
sprechen

28
Apr
12

Neuland

Wie oft muss ich noch vor´m Spiegel steh´n
wie oft die Angst noch in den Augen seh´n
bis ich bereit bin zu gestehen
bereit es endlich einzusehen

Wie oft muss ich ihn bloß noch verstehen
den falschen Weg auf dem wir gehen
bis ich mich endlich wirklich traue
bereit bin und auf Hoffnung baue

Wie oft muss ich mich selber noch hassen
wie oft noch träumen vom Verlassen
bis ich bereit bin für die Wende
bereit zu kämpfen gegen´s Ende

Das wir doch alle hier lang´ schon kennen
im Gewissen nur beim Namen nennen
erschienen erst in schlimmsten Träumen
lässt´s nun die Wut vor Mündern schäumen
was keiner traut laut auszusprechen
diese Angst lässt Menschen brechen
wenn wir einfach immer weiterleben
wird es weiter einfach Opfer geben
bis wir es gemeinsam wagen
unser Leben wirklich anzuklagen

Wie oft muss ich es mir noch versprechen
Morgen endlich auszubrechen
wie oft muss ich es mir noch versprechen
Morgen all das Leid zu rächen

Wann werden wir es gemeinsam verstehen
diesen Ort, den wir sehen
wenn Gedanken hoch im Himmel kreisen
es ist die Zeit dorthin zu reisen

Wo jeder Mensch das Größte ist
so lange du nur menschlich bist
wo es keinem Menschen daran fehlt
was heut´ mehr noch als das Leben zählt
wenn wir in Gedanken diesen Traum erbauen
uns gemeinsam ihn zu leben trauen

Wie oft muss ich es mir noch versprechen
bitte helft mir endlich auszubrechen

06
Apr
12

Warum nur?

Warum nur fällt es
scheinbar so leicht
über die Liebe
zu schreiben
wenn doch
offensichtlich
niemand mehr
erkennt

die wahre Liebe
beschreibt kein Gedicht

Warum nur ist es
scheinbar so schön
mit der Kunst
zu leben
wenn doch
offensichtlich
niemand mehr
erkennt

wirklich zu leben
ist keine Kunst

28
Mär
12

Am Fuße des Traumes

Die Fassade empor, in Richtung des Daches
in meinem Traum ist es ein flaches
das vertrauteste Haus, im weitesten Raum
doch, von oben dann, sehe ich kaum

All die, die unten sich versammelt haben
auch all die, die mir mein Leben erst gaben
noch so vertraut, doch die Wolken aus Schaum
verschleiern sie alle hinter nebligem Saum

Ich höre sie rufen, doch die Schreie verhallen
kamen wohl nur, um zu warnen vor´m Fallen
will sie begreifen, meine Hand ihnen recken
ein kleines Stückchen mich noch strecken

Wie vertraut höre ich dabei Engelein singen
verlass´ mich so sehr auf ihre Schwingen
als könnten sie diesen Traum schon erkennen
ohne des Träumenden Namen jemals zu nennen

Ein letzter Schrei, es hallt noch ein „Halt!“
im nächsten Moment nur noch bitter, so kalt
so ließ mich weit oben alleine die Einsamkeit
geh´n diesen einen Schritt, viel zu weit

Ich falle so tief, hör´ meine Schreie noch klingen
bete so sehr, dass Engel mich doch sicher bringen
am Fuße des Traumes schützt mich nur ihr Geleit
vor´m Fall in die Tiefe, bis ans Ende der Zeit

14
Mär
12

Protokoll X (2)

Ich kannte ihn zwar
nur flüchtig
diesen Jungen
im Internet
bestellte er sich
eine Brise Badesalz
für ein paar Euro
bekam er
termingerecht geliefert
den eigenen Tod

Hätte dieser Junge
auf dem Weg
zur letzten Bestellung
noch Interesse behalten können
am eigentlichen Preis
dem eigenen Leben
hätte er nicht
bei der Anfrage spätestens
von selber
auf den Punkt stoßen müssen
der ihm das Leben
gerettet hätte?

Hätte dieser Junge
sich wirklich verlassen können
auf ein System
das in der Lage wäre
zu beschützen
würden dann Ordnungshüter
Eltern, Freunde und Verwandte
immer wieder
zum Zuschauen verdammt
tatenlos
zusehen müssen
wie er einfach
auf seinem Weg
immer weiter
zu Ende geht?

So viele Tränen fließen
wegen diesem Gift
gegen das wir machtlos
so lange hinter den Kulissen
die Hexenmeister
ungestört bleiben
in Totenstille
berauscht am jungen Blut
eines jeden Gefallenen
feiernd
die erfolgreiche Heraufbeschwörung
dieser verzweifelten Zeit
in der man sich gerne
ihren tödlichen Cocktail
schmecken lässt
gut vorbereitet
für den Fall
jemand könne es
nur wagen
an ihr Bein
zu pinkeln

So hebt man das Kinn
rümpft die Nase
streckt die kalten Arme
zeigt mit dem Finger
auf die Wahrheit
sie zu verfolgen
mit aller Macht
wird sie zur Not verschlossen
im dunkelsten Verlies
bis zu dem Tag
an dem es zu spät ist
an dem sie,
vor unser aller Augen
wieder zurück
ans Licht kommt

07
Mär
12

Kampfgeist

Gegen den Staat
gegen den Hass
gegen den Tod

Bei alldem
was wir einsetzen
dagegen
vergessen wir
nicht manchmal
wofür?

Für die Gemeinschaft!
Für die Liebe!
Für das Leben!

Wenn du
bestehen willst
im Kampf
gegen Leid und Elend
Not und Tyrannei
den Tod
musst du
sie rufen können
Lebensgeister
die leere Strassen fluten
mit deinem Herzblut
zu erwecken
was begraben liegt
tief unter grauem Beton
nur darauf wartet
von dir befreit
ins Leben
zurückzukehren

24
Jan
12

Am Ende für´s Leben

Es steckt so viel vom Schmerz in ihr
war gestern Abend schon gegangen
all der Hass, er entlädt sich auf mir
lässt mich oft um Hoffnung bangen

Die Bilder gehen mir nicht aus dem Kopf
ein kleines Mädchen, gepackt am Zopf
wie sie unter einer kalten Dusche blutet
es ist die eigene Mutter, die es zumutet

Eine Drahtbürste zerreisst ihren Rücken
sehe das böse Gesicht und sein Entzücken
sie nimmt alles auf, mit einer Kamera
und jedesmal, wenn die kleine unartig war

Dann musste sie´s mit Freunden gucken
spüre heute noch das verängstigte Zucken
jedesmal wenn sie glaubt, zu verfehlen
sieht man bald Dämonen ihre Seele quälen

„Es tut mir so Leid, dass ich nun schon hier
doch lieber Gott, sie waren so gemein zu mir“
so hörte ich sie im Schlaf schon sprechen
Schmerz ließ heulend mich zusammenbrechen

Vier Tage wach, doch beschließe zu gehen
zehn Kilometer, ich muss nach ihr sehen
quer durch die Wiesen, beginne zu rennen
spüre das Feuer wieder im Herzen brennen

Auf meine Vernunft hofft ihr wohl vergebens
nicht bloß Liebe, es ist auch mein Willen
nur allzu süchtig macht der Sieg eines Lebens
nur er kann meine Sehnsucht stillen

Ich werde wieder tun, was keiner kann
keine Medizin und kein Psychologe
der eh keinen je zurückbesann
nicht vom Kaltgetränk und nicht von Droge

Setze die Nadel an, aus Fetzen von Leid
nähe ich ihr´s schönste Abendkleid
für den einsamen Kämpf, gegen die Norm
schmieden meine Finger ihr die Uniform

Im ganzen Körper spüre ich die Schmerzen
trage so viel fremdes Leid im Herzen
doch fühle im Kalten noch so große Kraft
die nur verlorener Seelen Rückkehr schafft

Die reichen wird, um am Ende zu gewinnen
kann so laut in mir die Musik spüren
sie lässt den letzten Tanz mich besinnen
brennend das Kind glühende Feder führen

Sollte mich dann doch die Kraft verlassen
du brauchst nicht zu weinen, glaube mir
lieber liebend gestorben, als lebend zu hassen
für mich gibt’s eh niemals den Frieden hier

Doch bis dahin will ich zu kämpfen versprechen
selbst wenn es dann in Armut endet, wie es begonnen
weder mit allen, noch mit einem, werde ich brechen
habe am Ende so. Oder so. Nochmal für´s Leben gewonnen

27
Nov
11

Was mich krank macht

Im Fernsehen ist die Modepuppe
ihre Magersucht das Salz zur Suppe
anderen Menschen, die mitten im Leben
mitzuteilen, „das darf´s nicht geben!“
um ihnen ein Leben zu kreieren
lässt sie die Eigenart im Trend verlieren
verzweifelt suchend, nach einer Frau
herablassend, nett, wie sie, etwa, genau
lässt man einfach sich neu passieren
sich vom Grunde her neu strukturieren
alles was selbst ist und jemals war
war einfach mal niemals je da
der Nerd, er will´s nicht kapieren
lässt die sich die Chance so wegfrisieren
ihr zu sagen: „dein Mensch? Bin ich!“
eine Frau zu finden nur für sich
denkt keinen Moment im Spiegel dazu
„du, machten´s alle so wie ich und du
gebt ihr doch einfach scharfe Waffen
alle die sind wie wir, sie dahinzuraffen
und wenn der letzte von uns schied
lief mit Erfolg „Das Model und der Typozid!“
Warum nimmt nicht die Supernanny
den armen, kleinen, irren Benny
tut in sein Sparschwein zwei mehr Penny
nimmt dazu noch Nachbars Jenny
um mit der Kamera schon ranzufahren
wenn sie sich in der Wuthöhle paaren
um vom ersten bis zum Allerletzen
den Kindern das Leben zu zerfetzen
am Besten geboren in dem Glauben
sie seien halt, wie gehämmerte Schrauben
selbst wenn sie bis zum Kopfe stecken
passte es nicht, um´s Verrecken
selbst mit Ritalin und ihrer Begleitung
bringt ihnen Klarheit halt die Tageszeitung
also macht´s, wie ich es sage
eine Show und weg die Plage
sind´s doch lange schon zwei Welten
in der die Einen als Kranke nur gelten
um´s kranke Bild noch abzurunden
für ein Ruhekissen zwei ganzer Stunden
damit wir´s uns gemütlich machen
lässt man am Schulhof Benny verlachen
hat er sich doch mal einen Traum gestohlen
kann er sich´s ja auf Band noch holen
wie er rumflippt, seine Familie zerreißt
eine ganze Nation, die auf ihn scheißt
während die Nanny sich die Ehr´ erweist
Applaus, der Frau, die gut bezahlt weiterreist!
Fällt euch wirklich dazu Nichts mehr ein
um´s große Blatt im falschen Spiel zu sein
zeigt ihr einfach mit dem Finger dann
nehmt was ihr nicht versteht zur Wahrheit ran
bei Gelegenheit jeden noch mit Selbstvertrauen
um gemeinsam auf ihn draufzuhauen
so wie´s passt wird ein Urteil gefällt
wird an fremden Uhren rumgestellt
„sie ticken nicht richtig“, zu erkennen
reichen euch Zeilen, sie so zu nennen
ohne Denkanstoß und Hinterfragen
„der Fremde scheint irr, weitersagen!“
um dann Abends schön zu lachen
seht Kinder wie ihn euer Bettchen vollmachen
oder, die am schlimmsten sind
glauben ihr Mitleid noch für´s kranke Kind
doch kaum am Boden mit einem Bein
„danke dir Gott, nicht, wie die, so Assi zu sein!“
selbst wer lügt, verschweigt und verhehlt
macht´s nicht schlimmer, weit gefehlt
für diesen Wahn gibt’s keine Worte
zu dieser Zeit, an diesem Orte
Deshalb hier von mir ein Tipp für lau
macht´s am Besten wie meine Frau
nennt mich dumm, euch halt schlau
und bekämpft mich wie den Supergau
nennt ihr mich „krank“, sag ich „genau!“
benennt den Gewinner eurer Fleischbeschau
ja, an allem Schuld, ganz genau…!
macht den Metzger aus der eig´nen Sau
selber Schuld, ich weiß, genau…!
dreht euch rum und glotzt Hartz-IV-TV!




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