Posts Tagged ‘Kampf

09
Apr
13

Zusammen

Hatte in letzter Zeit so viel zu klagen
doch heute will ich Dank euch sagen
an die Felsen in den Menschentrauben
vereint durch ihren gemeinsamen Glauben
ohne Not, weil heiß umworben
ist mancher gar dafür gestorben
sehen durch dunkle Augen größte Ziele
in aller Munde im geheimsten der Spiele
für all jene, die ich bis heute verloren
habe ich sooft schon Rache geschworen
voller Leid im Herzen eingebrochen
bin ich frierend schon nach Haus´ gekrochen
wollte die Wut so gern´ in Fressen rotzen
ihnen mein Leben vor die Füße kotzen
in den nimmersatten Menschenmassen
jeden einzelnen Menschen brennend hassen
doch kurz davor die Hand zu passen
konnte ich mich doch auf euch verlassen
durch pure Energie in euren Tönen
die das Kämpferherz mit Kampf verwöhnen
muss ich tanzend, dabei nur am Flennen
in all dem Übel diese Chance erkennen
in Ketten am Grund´ des kalten Herzen
tanzen ausgelassen größte Schmerzen
sehe einen Rucksack eben Tonnen wiegen
als Welt in Trümmern uns zu Füßen liegen
fühlt er manchmal sich auch hingerissen
als würde keiner ihn wohl je vermissen
der Sorgen tausend, Angst nur eine
der Träume viele. Wahl wohl keine
würde er am liebsten sich zum Teufel hocken
mit ihm ganz einfach bis zum Ende zocken
doch auf ihn geschissen, Kämpfergruß!
Bis zum Schluss, zur Not zu Fuß
wäret ihr  jetzt hier, ich würd´s versprechen
bis zum Ende einfach nicht zu brechen
wenn wir die Fäuste zum Gebete falten
sind wir gemeinsam durch nichts aufzuhalten
wenn wir gemeinsam nur die Augen schließen
aus ihnen blutend unsre Tränen fließen
wenn wir gemeinsam einfach alles geben
spürt ihr unter uns die Erde beben?
Wenn wir  die Felder hier mit Mut begießen
seht ihr hoch uns zu den Kronen schießen?
Ihr wisst es ja, man braucht euch sehr
ich flehe euch an, bitte gebt doch noch mehr
will nun kurz nochmal die Augen schließen
die Aussicht den Moment genießen
könnten gewinnen, könnten verlieren
könnten versagen, doch bestimmt triumphieren
lieb´ dieses Leben so sehr, werde alles gern geben
um für Frieden am Ende mit euch kämpfend zu leben

30
Okt
11

Lasst die Erde endlich beben

Ein alter Mann
eine alte Träne
eine immer währende
Geschichte

Damals im KZ
seine ganze Familie
sein bester Freund
vor seinen Augen
gespannt zwischen Pferden
in zwei Hälften gerissen
den Hunden zum Frass
vorgeworfen

Diesen Menschen alleine
bin ich verpflichtet
zum Dank
für jeden einzelnen Tag
für jeden einzelnen Schritt
für jedes Problem
das wir in Freiheit
gemeinsam haben dürfen
es zu lösen
für jeden Menschen
den nur wir
so frei
je erleben durften

Ihnen alleine
gilt mein Kampf
der Weg
des nicht Vergessens
wozu wir fähig waren
wenn wir nicht fähig sind
all denen
die gelitten haben
bis in den Tod
für den Menschen
den ich im Spiegel
bewundern darf

Sein Grab zu würdigen,

werde ich es nicht zulassen
das man weiter vergisst
in der eigenen Kälte
auf der Suche
nach einem Wort
nach einer Berührung
nach einem Freund
nach der Wahrheit
erstarrt ihr
bevor ihr je
die Strasse des Lebens
aus der Ferne nur hört
wie niemand mehr
sie noch befährt

Ich werde es nicht zulassen
denn euer Geld
macht euch nicht so reich
wie ihr fühlt
denn euer Wissen
macht euch nicht so schlau
wie ihr denkt
und unser Leid
gibt uns noch lange kein Recht
den Weg nicht zu gehen
dem wir verpflichtet
durch ein Leben
dessen Verlust
weit weniger schmerzlich
denn zu vergessen

Ich will nicht
mit irgendwem
ich will nicht
irgendwann
ich will nicht
irgendwo
ich will mit euch
ich will jetzt
ich will hier
nicht gegen irgendwen
sondern nur dafür
den letzten, einen neuen
Anfang
der das Ende bedeuten wird
wenn wir nicht begreifen
ihn zu finden

Wer immernoch glaubt
kommt Zeit

kommt Rat
wenn ihr immernoch beruhigt
wenn ihr immernoch an das glaubt
wenn man euch nur erzählt
wenn ihr immernoch nicht
zu begreifen
bereit
die Hüllen fallen zu lassen
zählt ihr zu den Feinden
wie der Gegner eigentlich
den ich nicht mehr habe

Denn unter mir
könnt ihr es spüren
will die Erde beben
auf das einstürzt
was der Wahrheit nicht standhält
auf das der Erdboden
wieder verschluckt
was er nicht selber gebar
auf das einstürzt
was ungerecht
auf das die Grenzen fallen
und Dämme brechen

Auf das hier und jetzt
es zu überleben
nicht einfach zu verschwinden
am Ende
im Nichts

Auf uns, werte Herren
die bereit zu kämpfen
dieser Welt verpflichtet
wissend
worum sie sich dreht
auf das ewige Leben
so
oder so

Auf Ewig
hier im Paradies
oder auf bald
in der Hölle
nur für die Versager
die es besser
hätten
wissen
müssen
Zeit stehen liessen
dabei die Welt vor Augen
und den Menschen
der leibhaftig gerissen
in Hälften
bleibt als ganze Wahrheit

24
Okt
11

Im Zeichen der Zeit

Am Strand des Lebens, blicke zum Horizont
glühend rot mein Himmel brennt
grollend nähert sich dunkel die Front
rasend schnell die Zeit mir rennt

Einen Schritt im Wasser, zu meinen Füßen
es ankern Schiffe in der Fremde
lansgam schon die Kälte lässt grüßen
rasselnd fern im Kettenhemde

Im Schatten der Berge beraten sich Gruppen
als läge hinter mir die Verschwörung
auf ihren Hügeln formieren sich Truppen
vor mir liegt nun die Zerstörung

Mit geschlossenen Augen, auf meinen Knien
Luft vom Meere, sie riecht nach Blut
in der Ferne blitzend, die Klingen sie zieh´n
Luft der Lungen, sie riecht nach Mut

Geballt die Faust, gewillt mich aufzurichten
in der Luft liegt nur noch die Stille
vom bitteren Ende die Winde berichten
so weht in ihnen schierer Wille

An den Ufern, genau wie der Felsen so still
gesenkt der Kopf, hoch der Kragen
ja, ich kann, ja, ich muss und ja, ich will
bereit die letzte Schlacht zu schlagen

Hole tief nochmal Luft, um laut zu schreien
ein letzter Blick, der zu Allem bereit
ineinander zu krachen, bald ist´s nun soweit
dem Kampf! Im Zeichen! Der Zeit!

30
Sep
11

Seinen Meister zu finden

Ich sehe mich handeln, höre mich sagen
doch sehe über allem Zeichen
sie einzig sind´s wert, ohne zu fragen
wird mein Glaube an sie reichen

Nur das Vertrauen an sie wird mich lehren
mir Stärke und den Mut beweisen
die Meister zu bitten, sich zu bewähren
einsam durch die Welt zu reisen

Jeder wahre Krieger hat sie je erklommen
wahren Kampfes höchste Hürde
den Kampf sich aufzugeben angenommen
dessen Opfer bringen ihn zur Würde

So adelt´s zur Demut, des Menschen Bürde
Bedeutungen zu schwer zu tragen
´s tadelt nur jenen, der bereit nie sein würde
scheinbar unbedeutend anzuklagen

Vertrauen kann der Mensch nur wagen
durch die bedingungslose Liebe
stets trotzend Zweifler selbst zu sagen
guter Glaube trotzt dem Hiebe

Es kann jeder Tag neu mir die Enden verheißen
Dank deiner Gaben, dir mein Gott
im Vertrauen zu dir will ich mich beweisen
stets dienen wie du mir im Trott

Es muss im Lehrling diese Einsicht reifen
Gelegenheit macht zum Diebe
wahrer Meister auch zum Ziel begreifen
aufzuzeigen, wenn nichts bliebe

Nur Wahrhaftigkeit lässt meine Einsicht reifen
Gelegenheit bestiehlt selbst Diebe
bitte Meister, lass´ mich als Ziel dich begreifen
bedingungslos, dem Kampfe zur Liebe!

03
Apr
11

The Beast (2)

Mir hilft auch keiner
flüstert es
wenn Hände nach dir greifen

mach dich nicht lächerlich
lacht es
wenn dein Herz weint

wen interessiert es
schreit es
wenn man dich ruft

auf das Schlachtfeld
der Isolation
führt es
schafft dort in Seelenruhe
einen nach dem anderen
verloren
auf einsamem Posten
einfach vergessen
aus Angst
vor Demonstrationen
einer Macht
die im eigenen Kampf
hoffnungslos macht

24
Okt
10

“Was, wenn…?”

Aufgeregt hetzte er durch seine Wohnung. Die neuen Klamotten in seinem Schrank, sie waren ihm wie ein Geschenk des Himmels.
Jeden morgen, wenn er Aufstand zur Arbeit, sprang er auf in Euphorie, um mit einem breiten Grinsen im Gesicht den Schrank zu öffnen und seine neuen, seine ersten Statussymbole, die er sich zulegen konnte, einfach nur zu bewundern.
Und sich vorzustellen, wie er vor seinen Freunden in ihnen glänzen würde, wie er sich wohl fühlen würde in ihnen.
Wie er sich in ihnen sicher fühlen könnte.
„Was wenn…?“, schoss ihm am Freitag Abend wieder einmal durch den Kopf, eine Frage, die ihn verfolgte, seit seinen Kindestagen.

„Was, wenn ich nach Hause komme und Papa hat wieder getrunken?“

„Was, wenn ich wieder nach Hause komme, ich Mama wieder bewusstlos und blutend auf dem Wohnzimmerboden finde?“

„Was, wenn Mami ihre Drohung wahr macht und sie die Schlaftabletten tatsächlich schluckt?“

Und wie immer bekam er Antworten auf seine Fragen, wie immer die grausamsten.
Mami schluckte die Schlaftabletten.
Papi hatte wieder getrunken.
Mami hatte in ihren letzten Atemzügen wieder blutend auf dem Boden um Gnade gewinselt.

„Was, wenn ich irgendwann alleine bin auf dieser Welt? Ins Heim? Auf die Straße?“

Diese Frage hatte sich praktischerweise gleich mit erledigt. Denn Daddy wanderte, wegen versuchtem Totschlag, zehn Jahre hinter schwedische Gardinen.
Er ins Heim.
Auf die Straße.
Ins Heim.

„Was, wenn Nachts die Tür wieder aufgeht? Wird es der Pfleger sein, sich lieb um mich zu kümmern? Oder die Großen, die mich einfach nur wieder zur Belustigung stundenlang quälen und demütigen?“

„Was, wenn es woanders vielleicht schöner ist, als hier mit den Menschen? Vielleicht, wenn ich die Augen nie mehr öffne, vielleicht darf ich dann ewig träumen?“

Aber diese Frage, deren Beantwortung mit einem Selbstmord zu vollziehen, dass stand für ihn nie zur Debatte. Denn er war alles andere als dumm, auch wenn es nicht direkt das Abitur war, so wahrte er sich doch in der harten Zeit im Heim alle Hoffnung auf eine Zukunft.
„Was, wenn sie mich eines Tages lassen?“, diese Frage machte es ihm warm ums Herz. Denn er verstand sehr wohl diese Welt, ihre Menschen und auch wenn der Weg noch so hart würde, er verlor nie die Hoffnung auf ein Leben, dass ihm einmal beim Aufstehen ein Lächeln ins Gesicht zaubert.
Denn er hatte ein Herz zum Kämpfen. Und er kämpfte. Immer mit der strikten Weigerung im Hinterkopf, sich selbst zu vergessen, er hatte es sich geschworen, er würde, wenn es ihn weist, immer zugunsten des Herzens entscheiden.

So nahm er sein letztes Geld, um an Anti-Nazi-Demos teilzunehmen. Oder nahm es gar, um es Katastrophenopfern zu spenden.

„Was, wenn sie wieder hinter meinem Rücken reden? Wenn sie wieder über meine zerrissene Hose und meine zerlatschten Schuhe lachen, sich amüsieren, ich solle mir doch erst einmal ordentliche Klamotten kaufen und dann erst den Bimbos helfen, oder die Welt retten?“

Ja, er hatte Angst. Denn an niemandem geht sie spurlos vorbei, diese willkürliche Demütigung, aus Langeweile. Aus Boshaftigkeit. Aus Neid.
Und er gab sein Geld trotzdem. Immer im Glauben, eines Tages würde er dafür belohnt, dann könne er lachen, ohne das er sein Herz dabei zwingen müsse zu weinen.
Und so kam es. Er kämpfte sich im Heim noch durch eine Lehre, bis er im dritten Lehrjahr immerhin nur noch fünf Tage des Monats hungern musste, um alleine in einer Bruchbude zu wohnen.

„Was, wenn sie mich besuchen kommen? Werden sie wieder über mich lachen, wenn ich mein eigenes Bett nicht benutzen kann, weil sie es mit Absicht total einsiffen und ich nicht mal mehr Klopapier habe, um es zu säubern?“

„Was, wenn sie wieder, mitten im Sommer, direkt am See, vor allen lachen? Warum ich nicht froh sei? Ich hätte mir ja mit meiner Bettwäsche wenigstens jetzt den Arsch abwischen können, wo ich sie eh nicht mehr brauchen kann…“

„Was, wenn sie wieder dabei ist, wenn sie mit ihnen gemeinsam über mich lacht?“

Sie, dieses eine, wunderschöne, hauchzarte, ganz besondere Mädchen.
Natürlich hatte man keine Hemmungen. Man lachte.
Es tat so weh, doch ebenso natürlich: Er kämpfte.
Und wurde belohnt.

Er bekam das Mädchen, sie erkannte die Sonne, die er sich in seinem Herzen, trotz allem, als einer der wenigen noch bewahrt hatte. Er konnte gar mit ins Haus ihrer Eltern ziehen und als er all seine Kraft nahm, all seinen Schlaf und jeden Pfennig opferte schaffte er es sogar, für die gemeinsame Zukunft, eine wahre Perspektive zu schaffen: Das Abitur in der Abendschule.

„Was, wenn ich nicht gut genug für sie bin?“

Diese Frage, sie zermarterte ihn jede Sekunde in der sie getrennt waren, die Narben die seine Vergangenheit ihm ließ, sie erinnerten ihn so sehr an das Gefühl der Einsamkeit, dass er sooft schon durchleiden musste. Doch er kämpfte weiter.
Und wurde wieder belohnt. Einmal sogar mit Glück.
Denn ein Gewinn am Pokertisch war schließlich die Initialzündung, um ihn endlich zu beginnen: Den Start in ein eigenes, freies, in jeder Sekunde seines Lebens hart erkämpftes, glückliches Leben.

Und so stand er nun da, an einem Freitag Abend. In seinen neuen Klamotten. Mit seinem neuen Handy. In seiner neuen, schicken Wohnung. Sich immer wieder „was, wenn….?“ fragend. Triumphierend, denn egal, was sie auch für Probleme haben würden, seine Freunde mit denen er verabredet war zum Feiern, mit ihm, mit sich, mit der ganzen Welt.
Sie konnten es nicht wieder an ihm auslassen. Sich an seinem Leid belustigen, sie konnten ihn nicht wieder in Gedanken durch seine traurige Vergangenheit jagen, treiben, so wie die Katze die Maus vor sich her hetzt.
„Was, wenn…“, die Frage, die ihm seit den jüngsten Kindesbeinen einen Schauer durch den Leib jagte, sie bereite ihm ein wunderbares Wohlbehagen.
Denn die Antwort lautet immer gleich: „Nichts! Einfach nichts!“
„So will ich alt werden“, waren seine letzten Gedanken, als er die Wohnung verließ.

Und es war ein toller Abend, alles wie immer. Bereits im Flur zur Wohnung seiner Kumpel roch es nach Stoff, wie immer saßen sie bereits tagelang zusammen. Wie immer war die Bude runtergekommen, wie immer verschimmeltes Essen auf dem provisorischen Tisch, der im Wohnzimmer stand. Ein mindestens zwei Wochen liegender, bereits die Raumluft mit Aroma füllender, schimmelnder Schinken, war alles, was neben drei Aschenbechern auf dem riesigen Pappkarton zu finden war.
Nur eins war nicht wie immer. Er scherzte mit, wenn einer Vorlaut wurde, erst vorsichtig, dann immer befreiter, zum ersten Mal in seinem Leben war er unter einer Gruppe Menschen und fühlte sich dabei nach und nach völlig frei von Angst.
Einmal, ganz ohne „was, wenn…?“

Bis er es sich wagte, eine etwas herablassende Bemerkung, über die Aufmachung seiner Freunde, in die Runde zu werfen.
Plötzlich Stille, im ganzen Raum. Zwar wagte es sich keiner, ihm contra zu bieten, denn sie würden in jeglichem Vergleich den Kürzeren ziehen.
Doch ihre Blicke, alle plötzlich auf ihn gerichtet, anvisierend, als wollten sie ihm sagen: „Der Tag wird kommen, an dem wirst du einen Moment wieder schwach sein. Das hast du nicht umsonst gemacht.“

„Was, wenn ich irgendwann wieder klein bin?“, so schoss es ihm durch den Kopf. Kurz darauf beschloss er schließlich zu gehen, denn in der eisigen Kälte, die seit diesem Moment in der Runde herrschte war keine gute Laune mehr möglich.
Dabei hatte er es nicht mal böse gemeint, schließlich wusste es ja gerade er, dass es keinen zum schlechten Menschen macht, nur weil seine Kleidung schlecht aussieht.
Er brauchte lange zum Einschlafen diese Nacht, denn nur dieser Blick, er ließ ihn im Dunkeln wieder fürchten, die Frage „was, wenn…?“, sie war wieder in allen Variationen und in aller ihrer Grausamkeit in seinem Kopf präsent.
Zwar versuchte er immer wieder, das Glück, dass er beim Verlassen seiner Wohnung am Abend noch verspürte mit in die gedankliche Waagschale zu werfen, doch es blieb ein Unbehagen bis zum Einschlafen.

Den nächsten Morgen erhellte ein Schrei das ganze Haus zur frühen Stunde, es war der Schrei seiner Freundin.
Hinter der Badtür, die schlicht beklebt war mit einem Zettel auf dem die Worte „es tut mir so leid“ standen, da hing er von der Decke. Leblos. In seinen guten Klamotten.
Der, der so viele Kämpfe austrug, austragen musste, sich nie umwerfen ließ, der, der immer das Herz hatte, um zu kämpfen.
Er war doch noch gebrochen.
An einem Blick seiner Freunde, an einer Nachrichtensendung. Und an einem schimmligen Schinken.
Denn er verstand diese Welt, er verstand die Menschen, die auf ihr leben.

„Was, wenn sie mir irgendwann doch nochmal glauben weh tun zu können?“

Dann würden sie ihm alles heimzahlen, was er eigentlich nie getan hatte. Sie würden es ihm wohl nie vergessen. Seine Vergangenheit.

„Was, wenn ich wieder der Schwächste bin?“

„Was, wenn die Dinge wohl unweigerlich so kommen, wie sie die Nachrichten in all der Verlogenheit derjenigen Menschen, um die sie sich drehen, ankündigen?
Was, wenn dieses beschissene Stück geschimmelter Schinken, nur ein Stück davon, der Anspruch wäre den ich stelle, einfach, weil ich es muss?
Neben diesen Menschen, meinen Freunden, die meinen bloßen Anspruch auf Gleichberechtigung mit einer gedanklichen Vendetta quittierten?“

„Was, wenn ich es trotzdem tun müsste, weil ich eben Hunger leide?“

„Was, wenn alle dann Hunger leiden?“

„Was, wenn ich dann wieder der Schwächste bin?“

„Was, wenn ich immer der Schwächste bleibe, nur weil ich mich weigere, der Stärkste zu sein?“

Er würde es in einer solchen Situation immer bleiben, der Schwächste.
Und es musste ihm klar werden: Der Tag wird doch noch kommen, an dem er sich entscheiden müsste, zwischen seinem guten Leben und seinem Herz.

„Was, wenn sie über mich lachen, wie ich, der Assi, wie er da hängt?“, fragte er sich.

Er kleidete sich deshalb noch eben in die neuen, schicken Klamotten.
Und entschied sich.
Wie immer. Für sein Herz.

 

WasWennDownload

28
Aug
10

Hausfrauenblues (Oma, bitte sei stolz auf dich!!!)

So steht sie da, wirkt schutzlos
fühlt sich so allein, so nutzlos
aus Angst bleibt sie nur stumm
zweifelt an sich, fühlt sich dumm

So steht sie da und hört sie reden
Menschen wie sie, die dürft´s nicht geben
so sieht sie Frauen über Rollen reden
so groß ihre Angst, wie sie je zu leben

So steht sie da, wirkt schutzlos
fühlt sich so allein, so nutzlos
für die Träne ist sie viel zu stark
doch seht sie an, sie leidet arg

Ein Leben lang vor´m Manne nur klein
glaubt sie nun nicht mehr ganz Frau zu sein
wo doch sie gerade weiß wie gut und richtig
diese Gleichberechtigung, wie nötig und wichtig

So steht sie da, wirkt schutzlos
fühlt sich so allein, so nutzlos
sieht wie Frauen kämpfen für Frauen
zweifelt, ob sie je auf Gedenken kann bauen

So sieht sie Frauen Kampf für Emanzipation
der für Frauen wie sie kann klingen wie Hohn
war sie doch ein Leben hinter´m Herd, klein und nichtig
wo doch sie gerade beweist, der Frauen Kampf, so wichtig

Niemand soll leben wie sie, so leiden. Doch wie besessen
kämpft manche Frau für Frauen,  hat sie dabei vergessen
niemand soll leben wie sie, so hungern. Doch wie besessen
vergessen wir ihren Kampf, um´s Überleben, für´s Essen

So sieht sie uns, für Politik, unsere Überzeugungen leben
selbst so überzeugt, für mein Leben, sie würde ihres sofort geben
fühlt sich dumm als Mensch, fühlt sich dumm als Frau
dabei weiß um Emanzipation manch Frau wohl selber nicht genau

Emanzipation, einst Sehnsucht jedes Unterdrückten, in Freiheit zu leben
in den Hass geboren, für Liebe zu leben. Arm geboren, bereit alles zu geben
Emanzipation, einst Sehnsucht jedes Unterdrückten, in Freiheit zu leben
aus Liebe Opfer zu bringen. Kann´s mehr Freiheit, Befreiung denn geben?

So steht sie da, wirkt schutzlos
fühlt sich so allein, so nutzlos
sieht uns, sieht moderne Frauen wie besessen
beim Kampfe für Frauen. Frauen wie sie vergessen

Wir alle wissen, wie gut und richtig
die Gleichberechtigung, wie nötig und richtig
trotzdem Danke für alles, man hört´s leider viel zu spärlich
für alle Frauen wie sie: „OMA, WIR SIND STOLZ AUF DICH!“

Denn Bildung, Emanzipation und Freiheit wird´s wohl geben nie
wird vergessen. Ein Ziel muss bleiben: So gut zu werden wie sie.

Zwei “optionale” Zeilen, die ich persönlich meiner Oma so gern sagen will, es von hier tue bis zu dem Tag, an dem sie es wieder glauben kann:

Oma, schon zu lange ist´s her. Ich weiß, es zu glauben fällt schwer
aber ich achte dich. Verehre dich. Ich liebe dich so sehr.




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Bedeutet im Klartext: Teilen? Jederzeit! Zerteilen? Kein Stück! Alles, was hier an Texten erscheint, ist geschrieben ohne kommerziellen Hintergrund und in diesem soll es auch bleiben.
Und jedes Wort, das in meinem Namen erscheint, und sei es der Nick-Name, soll damit auch möglichst unter diesem weitergegeben werden, so, wie ich auch mit den Texten anderer verfahre.


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