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11
Dez
11

Oh Gott (2)

oh gott
seit ich
verstehe
verstehe ich
nur noch
den bahnhof
von dem ich
ständig predige
es sei winter
dort
der vor mir
schmilzt
auf der flucht
in den süden

er nicht
sie nicht
du nicht
ich nicht
nur wir
sind
alle nicht
gleich

16
Nov
11

Schwer erziehbar

Mein Papa schenkte mir den Drachen
um hoch hinaus zu fliegen
wollt´ selber sich Geschenke machen
in seinem Schoße wiegen

So tollte ich herum, auf meiner Wiese
ließ mich beinahe entgleiten
gar fest im Griff hielt mich der Riese
so zog´s mich in die Weiten

Am Horizont lockte mich Vogelgesang
ich wollt´ so gerne hinterher
doch erweckter Herzen Freiheitsdrang
der missfällt dem Papa sehr

Sah mich zappeln und hörte mich plärren
nur zu sicher seiner Sachen
befahl er dem Wind, mich wegzuzerren
laut war noch sein Lachen

Denn Papa schenkte mir den Drachen
ließ nur steife Brisen wehen
selber sich´s Geschenk zu machen
mich fliegend bald zu sehen

Noch will er´s selber nicht verstehen
ich reib´ mir schon die Hände
von hoch oben, ihn stehen zu sehen
er lacht jetzt und ich am Ende.

13
Sep
11

Augenblick, bitte

Manchmal ist es wohl ein „ja“
manchmal auch ein „alles klar?“
oft ist es auch „ich liebe dich“
oft ist es nur „ich tue es nicht“
ein „nein“ kann es genauso sein
wie dich ladend „komm herein!“
wie die Frage nach dem „wie?“
und wie die Einsicht vor dem „nie“
„ich brauche dich“ ist oft so hart
wie die Einsicht „in der Tat“
ob ich „bitte bleib“ dich bitte
ob ich „wow“ darüber schütte

Zwischen Mut und bloß Geschick
entscheidet nur der Augenblick

20
Jun
11

Ich bitte dich

Bitte
frage nicht mehr
wo ist es hin
das Leben in dir
ich kann nicht mehr
antworten
nur einfach machen

Bitte, bitte
frage nicht mehr
wo ist es hin
dein Lächeln
ich kann nicht mehr
antworten
nur einfach lachen

Ich flehe dich an
sie mich nicht mehr an
wenn du fragst
ich kann nicht mehr
antworten
mit einem lachenden Auge
zusehen
diesem Augenblick
in dem eine Welt aufhört
sich zu drehen
ohne die Kraft
deiner traurigen Augen
die  mir sagen
verloren ist die Hoffnung
diese Welt
dieser eine Augenblick
würde eines schönen Tages wirklich
nur uns noch gehören

10
Nov
10

Wo bin ich bloß?

Meter um Meter
irre ich planlos
durch die dunkle Nacht
auf der Suche
nach mir selber
muss ich mich fragen
warum
der Arme
mit der Angst
alles zu verlieren
woher
der Blutleere
seine Angst
vor den Vampiren

Endlich geht Licht auf
wieder einmal wird mir klar
wo ich bin
bin ich
jemand
geblendet
wenn ich bloß bleibe
wo ich bin
werde ich
niemand.

25
Okt
10

Tweet 13

ich frage
wer ist
bei dir

du sagst
du wärst
nicht allein

ich frage
wo sind
die deinen

du sagst
dort sei
jemand

ich frage
nach menschen
es antwortet
keiner

25
Okt
10

Geht ruhig

Sie sind
alle gegangen

ich war
viel zu extrem
viel zu
unbequem

Sie sind
nun alleine,
glauben gemeinsam
sie hätten sich
auseinander gelebt
das Leben
hat sie
verdreht

ich wäre
schon zufrieden,
wenn ich nur wüsste
seid ihr
glücklich

dann lasst mich
doch einfach
hier
bleibe ich dann
mit euch
alleine

25
Okt
10

Ich brauche euch doch

Du Mensch von Welt
will mich nicht streiten
suche wer mich hält
bitte, um dein Begleiten

Kam aus finsterem Tal
was keiner möglich sah
ich probierte es Mal
als nach Leben mir war

Niemand lehrte mich je
ein Wort über die Formen
willig bin ich, allein ich steh
macht aus Formen mir Normen

Nicht einmal einer kam
der mich unterrichtete
der bei der Hand mich nahm
oder für mich belichtete

Und ich schaffte es doch
aber ich reiche euch nicht
ihr grabt mir ein Loch
unter mir die Erde bricht

Von oben nur die Stimme
hör auf, du kannst es nicht
glaubt, dass ich nie erklimme
es tut weh, wie sie mir abspricht

Warum probierst du nicht mal
kein Mal. Warum willst du nicht
nicht ein Mal. Sind null an der Zahl
die helfen im Dunkel mit Licht

Hört ihr´s denn nicht weinen
seht ihr nicht aus finsterem Loch
eine gestreckte Hand, sie will einen
helft mir bitte! Ich brauche euch doch!

16
Okt
10

Wege aus Liebe

An Patrickthuritsabinenandosaschamarcelundmarcelbastimarcochristianisaollilasse
alledieichvergaßdiemichvergaßendieichvergessennievergessenwerdenatürlichnoch
meinebrüdergianniundchristopher…
You´ll always have a place in my heart.
Not a poem. But Poetry.
Also, hoch die Tassen. Auf euch. Auf uns. Unsere Zukunft.

Drei Tage wach, acht Kilometer bis Heim, im kalten Regen
Augen zu und losgegangen. Verflucht gestartet, endet´s im Segen
der Weg, so kalt – ohne Jacke – er hätte manchen wohl geschafft
Meter um Meter, Schritt um Schritt, ich gewinne mehr an Kraft

Musik in die Ohren, selbst der Wind, der meinen Schirm zerfetzt
lässt mich noch mehr grinsen – ja, es hat mein Hirn längst zersetzt
“sieh´ ihn dir an, den Schirm in der Hand, zu kaputt ihn zu tragen”
seh´ sie lachend, in ihren Autos, höre sie verletzende Dinge sagen

Es mag euch nicht passen, doch auf eins dürft ihr euch verlassen
so sehr ihr es wollt, kann, werde, will euch nicht, niemals hassen
Finger längst blau angelaufen, die Gewissheit, keiner wird  halten
mich vor´m Frieren zu bewahren, mir einen Weg einfacher  gestalten

Von oben bis unten, nass und durchweicht, noch sechs Kilometer
wird mir wärmer und wärmer, “guck da, der Kaputte, da geht er”
“hat´s ja echt weit gebracht, bis dahin, friert, und: total verkracht”
ein Blick, ein Gruß, plötzlich  noch einer, der einfach nur  lacht

Plötzlich schwindet ihr Grinsen, nochmal schön durch die Pfütze
so sehr ihr mich hasst, es wird euch am Ende auch nicht von Nütze
mein Herz kann die, die ich liebe, selbst in der Kälte noch fühlen, spüren
wie langsam die Worte entstehen, der Lieben Herzen, die die Feder führen

Ja, der Wahnsinn wohnt mir inne, leg´ dem Teufel mein Leben zu Füßen
muss es spielen – a propos, ein alter Freund, er lässt grinsend euch grüßen
ja, am Rande des Wahnsinns, lebt der, den man meist überheblich nennt
spart es euch, glaubt, dass er sich so weit doch dann selber noch kennt

Vergesse sie einfach, die im warmen, heimlich mich wohl sehr  hassen
will frierend nur noch die ganze Welt, bei den Händen einfach fassen
was ich habe, dass wird man mir nicht, kann man mir nicht, nie ´nehmen
ich liebe die Menschen so sehr, kann mich noch so sehr danach sehnen

In hoffende Augen zu sehen, zu lachen, ich fühle mich so sehr erlesen
der ärmste Tropf, der kaputteste Kopf, grob, faul, dazu noch unbelesen
gibt die, die ihm vertrauen, ihn brauchen, er lässt manchen gar genesen
es gibt sogar die, die an ihn glauben, an mich,  der um ein Haar gewesen

Er hat sich aufgerappelt, sich wieder ins Leben, vor die Lieben gestellt
er spuckt wieder Töne, und auch wenn es euch vielleicht nicht gefällt
er hat Hunger auf´s Leben, selbst euer Hass kann mir Kraft noch geben
der, den ihr Hasst, er schmiedet den Heiligenschein, der mir hilft zu leben

Der, den ihr hasst, zu seinen Füßen, da hab ich im Finster meinen Schrein
ohne zu wissen, wie ich bin, weiß ich, so darf ich nie, nie im Leben sein
es ist gut zu wissen, bin nie zu Lieben, dann gehe ich eben einfach nur ein
anstatt darbend, zerstörend, gehässig und klein, nur noch hassend zu sein

Hinter dunklen Augen, auf das Ende eines Anderen einfach zu hoffen
trauriges Ende sehen, gibt eine Art Gewissheit,  ist´s eig´ne noch so offen
begradigt weder, noch, dass es ebnet, doch in tiefe Abgründe zu sehen
lässt euch die eigenen Täler, tiefste Tiefen, einfach mal als Gipfel sehen

Ein ganzes Volk hat sein Lachen, seine Jugend an die Angst verloren
sich auf subkultivierung, anstatt wahrer Individualität eingeschworen
Globalisierung ? Es werden doch die ersten Grenzen schon gezogen
an der Tür nach draußen, nebenan, oder an der Treppe nach oben

Jeder im eigenen Terrain, darf, wie selbstverständlich, Privilegien erfahren
nur im Gewinnfall sich zu nennen, sich bei Verlust im Schweigen wahren
wir, die zum Glück verpflichtet, die den Segen des Wohlstands genießen
“Was kann ich dafür?”, “Wie kann er nur?”, sind nur um uns am Schießen

Junge Menschen Fallen in Reihe, nehmen sich das wertvollste, ihre Leben
ihre Zukunft, wie kann euch der Wohlstand noch die Zufriedenheit geben
wie könnt ihr noch Lachen, es ist ein Friedhof, auf dem wir längst leben
junge Menschen, die nur unter die Erde, nicht mehr nach Himmeln streben

Sage  hier und jetzt, über den Tellerrand, an alle, zu entferntesten Rändern
ich nehme mir vor, ich will, ich kann, ich werde diese Welt verändern
aus angeblicher Vernunft will man mir raten, “nimm sie nicht so wichtig”
meine Worte. Dabei seid ihr nur feige, tickt ihr doch nicht ganz  richtig?

Worte zu äußern, dann die Vernunft als einen Puffer zu nehmen, zusehen
wie ich kämpfe. Kann euch nur raten, endlich aus meinem Weg zu gehen
was? Wollt, dass ich nett bitte? Aus der Bahn, mein Befehl, gilt per sofort
du tust was ich sage. Wo ich dich sehe´, dorthin wirst du gehen, an jeden Ort

Führe mich nicht in Versuchung, denn habe ich erst die Lunte gerochen
wird gejagt, die Augen geschlossen, anvisiert, geschossen und aufgebrochen
kannst über mich lachen, reden, versuch nur nicht, mich noch aufzuhalten
zu viel Zeit ging verloren, dabei Korinthen zu kacken, oder Haare zu spalten

Es ist bloß noch ein Kilometer, bis unter´s Dach, ins schön gewärmte Haus
keine Spur mehr am Frieren, ich brenne, denn das hier, es soll noch hinaus
an all die, die man bekämpft, unterdrückt, quält, an die, die so viel litten
bitte, haltet durch, so sehr es auch schmerzt, ich brauche euch, mich inmitten

Derer, so sehr am Kämpfen, deren Hoffnungen fallen, ständig nur dämpfen
bitte, diese Welt braucht euch, als Soldaten, für diese Welt zu kämpfen
es kann euer Schicksal sein, so schwach ihr wurdet, könnt ihr mich fühlen
lasst uns, um die Zukunft gemeinsam, weinen, Hass mit Tränen fortspülen

Ich will euch hinter mir sehen, genau wie die, die ich so sehr brauche, liebe
bitte nehmt meine Hand, wer vorbei will, der kassiert so lange verbal die Hiebe
bis er ablässt, ich werde nicht von euch weichen,  brauch euren Atem im Nacken
lasst euch nicht unterkriegen, ich glaube an uns, müssen´s nur am Schopfe packen

Bin großmäulig, vermessen, oftmals breit und dazu noch fett aufgeblasen
hinter wem könnte mehr Platz sein, für eine Herde, dort in Ruhe zu grasen
ich glaube an euch, an die Güte und Stärke all derer, mit denen man tat
die man ein Leben lang zu nichts machte, nur vor sich her einfach trat

Ich glaube an uns, diesen Krieg zu führen, uns ihm zu besinnen
ohne ein einziges Haar zu krümmen, nur gegen Kriege gewinnen
ich glaube an uns; wir können rufen, von hier, von heute, in alle Welt
hinaus einfach schreien, wie es lohnt zu kämpfen, wie man dagegen hält

Ich glaube an mich, zu stehen wie ein Fels, ewig vor meinen Lieben
ich verspreche euch, egal, wie sie mich zersieben, klatschen vor Wände
ich lasse die Weltbilder fliegen, lass in meinen Taschen die Hände
ich verspreche euch, ich liebe euch, ich liebe euch so sehr
zu viele Narben an den Armen, muss los, es gibt gar keinen Zweifel mehr

Nur noch wenige Meter, bis zu meiner Tür, will weiter frieren und laufen
einfach ewig weiter so brennen, bis ich erfiere, wegen mir am Regen ersaufen
doch weiß inzwischen, vielleicht könnte ich mich lebendig noch brauchen
gegen Gewalt, gegen all die, die die Leidenschaft mit Vernunft missbrauchen

Die mit ihr diese Welt nur sieben, anstatt auf ihr Schlösser zu bauen
besser nochmal mein Tipp: ganz schnell schweigen und abzuhauen
an all die, die mich verachten, bitte hört auf, mich einfach zu hassen
werde lieber mein Leben, als hier meine `Liebe je lassen

Wenn mich mein Wahnsinn am Ende doch kostet das Leben
die mich als Freunde plötzlich hassten, euch ist längst vergeben
war mir des Endes schon mal so sicher, könntet nur eins noch geben
versprechen, all meine Lieben, bitte beschützt sie, lebt zusammen ein Leben

An all meine Lieben, ích werde euch niemals vergessen, so sicher
will, dass ihr mein Leben feiert, nicht meinen Tod bedauert, tanzen, Gekicher
nehmt mein Leben, setzt Samen,  schließt eure Augen, seht es als einen riesigen Rahmen
findet die ganze Armee, ihr Bild dort Platz. Auf ewig Hand in Hand, diese Welt in den Armen.

So durchschreite ich, grinsend und erschöpft die Tür
der fror. Fühlt nun den Segen, will mehr davon, alles dafür
jeder wird bekommen, was er verdient hat
ihr habt bestellt. Ich bin geliefert.






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