Posts Tagged ‘Gicht

24
Jul
10

hier geht er. hier steht er.

Ein Jahr ist´s her, lag friedlich da
spring auf. Mit einem Mal wach
guck mich um, “was das wohl war?”
alles aus. Tief . Wummernd. Krach.

Schnell und schneller, war so irritiert
plötzlich. In der Brust, ein Schmerz
Körper erstarrte. Hatte nun kapiert
´s kracht von innen. S´ war mein Herz.

Schnellerlauterlauterlauterschneller
geatmet. Angehalten. Gelacht. Geschrien
gerannt. Weg vom Tunnel, immer heller
geschlagen, versucht meine Haare zu ziehen.

15 Minuten. Verzweifelt, gegen den Tod
gekämpft. Bis Hoffnungen Null betrugen
war plötzlich ruhig. Trotz all meiner Not
als die Augen innen gegen den Schädel schlugen.

Ganz gefasst. War so sicher, ich verrecke
Aufgegeben. Hingelegt. “Ich bin dann soweit”
abgeschlossen. Mein Blick Richtung Decke
“nimm mich zu dir, wenn´s schon ist an der Zeit.”

Eingeschlafen. Fünf Minuten schon später
Aufgewacht. Zum Arzt? Natürlich, ging nicht
“vielleicht bloß geträumt. Morgen, da geht er
wenn´s nochmal passiert. Dann ändert´s die Sicht.”

Wollte, konnte, musste es mir einreden
hab mich so geschämt. War nicht mal versichert
wollt lieber glauben. `S wird nie mehr eintreten
zu viel Angst. Vor´m Arzt. Der hinter mir kichert.

Natürlich. Dieses Grauen, nächste Nacht wieder
ab zum Arzt. “Hilft nichts, du stirbst! Musst gehen!”
bis zum Morgen. Zitterten vor Angst all meine Glieder
zum Arzt. Weggeschickt. Ließ mich flehen. Musste gehen.

Dieser Moment, irgend was war in mir zerbrochen
keine Chance. “100 Euro Pfand? Dann kann ich´s machen!”
bin Richtung Uni. Nicht mehr gegangen. Nur noch gekrochen
in der Mensa. Gebrochen. Geheult. Ein ganzer Saal war am Lachen.

Stand Abends vor´m Bett. Blieb einfach stehen
“werd ich´s überhaupt bis zum Morgen noch schaffen?”
keine Kraft mehr. Nicht mal ins Bett zu gehen
zu viel Angst. Im Schlaf da kommt´s. Mich dahinzuraffen.

So stand ich nun da. Einen Monat lang
jede Nacht. Hab ich es wieder mitgemacht
bis ich selber das Lied vom Tod mir sang
die Erlösung? Einschlafen. Einfach nicht aufgewacht.

Einen verdammten Monat. Dachte, darf nie mehr sehen
die Menschen, die ich liebe. Nur noch geheult. Diese Qual
nie wieder sehen. Wie sie leben, lieben, tanzen, gehen
packte all meinen Mut. “Geh! Noch hast du die Wahl!”

HIER GEHT ER. HIER STEHT ER.

Drei Monate später. Vergessen war´s Herz
der Weg nach oben. So hab´ ich gedacht
wollte gehen, spürte im Fuß einen Schmerz
“hast´n jetzt gemacht?”. Einen Moment gelacht.

Der Fuß wurde dicker. Hab´s nicht gerafft
halbe Stunde später. Ein solcher Schmerz
hab´s nicht mal bis zur Tür noch geschafft
einfach da gelegen. Geschrien vor Schmerz.

“Was ist das bloß? Das darf doch nicht…?”
bis der andere Fuß. Auch noch schmerzte
schnell war klar. Dieser Schmerz, die Gicht
Hoffte so sehr, das Schicksal, es scherzte.

Hatte schon Knochen gebrochen, Bänder gerissen
lernte an diesem Tag, was Schmerz wirklich ist
“zum Fenster? Springen? Doch die weiße Flagge hissen?”
zwei Tage. Spürte ich, wie´s mir Fleisch von den Knochen frisst.

Lag einfach da. War wieder sicher, “das war´s”
diesmal endgültig. So wie´s für mich schien
“wie lange? Noch so? ” Diese Schmerzen, diese Farce
da gelegen. Den Tod abgewartet. Und geschrien.

Ab und an noch in mich hinein gekichert
“werde nie, nie wieder auf Knien flehen”
wieder so geschämt. Nochmal unversichert
vor´m weißen Kittel? Dann lieber gehen.

Noch ein Gebet. Den Abschiedsbrief geschrieben
mit letzter Kraft. Bin zum Computer gekrochen
geschrieben. Hochgeladen. Vielleicht, einer der Lieben
könnt´s finden. Verstehen. Hab Hoffnung, ein Wunder, hab Lunte gerochen.

Wunder kam, am gleichen Abend noch, also doch
ein Gott. Ein Engel hat´s gelesen, Alarm geschlagen
am nächsten Morgen schon, der nur noch kroch
wurde gefunden. Aufgehoben. Zum Arzt getragen.

HIER GEHT ER. HIER STEHT ER.

Natürlich, für mich, Medikamente gab´s keine
“erst versichern, bevor wir die bösen, bösen
Schmerzen lindern. Für den Weg noch hier, einige Steine”
Angst konnte man. Kosten noch keine auslösen.

War mit den Nerven so drüber, lagen so in Fetzen
bin schlafgewandelt. Einfach eingeschlafen, verlor Stunden
fast den Verstand. Wollte aufstehen, spürte ein Aussetzen
zwischen Schlaf und Realität. “Einschlafen? Eben? Schon hier befunden?”

War so verzweifelt. “Doch diesmal, da bist du nicht alleine”
falsch gedacht. Fühlte mich endgültig nur noch betrogen
fühlte mich nur belogen. Keine Brücken, wieder nur Steine
weißer Kittel. “Dein Geist ist Krank! Der Verstand verbogen!”

Was ich noch hatte. Kaputt geredet. Einfach genommen
“bist krank von Drogen. Nicht fähig zu denken. Ein Schlag
in deinem Gehirn. Daher könnt´s zu den Aussetzern kommen!
Demenz?” Und wieder lachen. Als ich heulend vor der Praxis lag.

Hab gedacht, geht ewig so weiter, endet nie
diese Bilder. Kalte Schauer, kalt wie Frost
der letzte Ort, wohin ich noch ab und an flieh
bald weg. Die Gedanken. Nicht mal 30. Menschlicher Kompost.

Zwei Monate Horror. Allein diese Angst vor´m Wahnsinn
macht wahnsinnig. “Wieder vergessen? Ein Zeichen? Ob ich krank bin?
Ich wollt doch noch. Wo ist die Zeit hin? Ob ich schon spinn?
Sicher. Kannst´s selber spüren. Verlierst. Zug um Zug. Sinn um Sinn.”

Zwei Monate, bis zum Schädel-MRT
“Sind immer da, im Stich lässt dich keiner!”
alleine. Test negativ! endlich! vorbei! “seht mich Leben! Seht, wie ich geh!”
wollte feiern. Ob ich leb? Oder sterb? Einer wollt´s wissen. Genau einer.

HIER GEHT ER. HIER STEHT ER.

Warum? Wofür? Weshalb? Ich´s euch erzähle?
Mit den finsteren Gedanken, meinen Geschichten
euch zu Tränen rühre? Oder euch sogar quäle?
Will nicht verdunkeln. Seht hin. Will nur belichten.

Will sagen. Seht hin. Hinfallen bedeutet
zu kämpfen. Sich aufzurappeln. Aufzustehen
werde nie akzeptieren. Wie ihr Hoffnung vergeudet
wenn ihr verdrängt. Nicht lachen könnt, ohne wegzusehen.

Will sagen. Seht mich tun. Seht mich machen
seht mich weinen. Schreien. Seht mich kämpfen
seht in meine Augen. Seht mich leben, herzlich lachen
dieses Gefühl. Gelöster Schmerz, nach scheinbar ewigen Krämpfen.

Will sagen. Glaubt an euch, lasst euch nicht brechen
wenn ihr Leben, Seele, euren Verstand noch spürt
lasst euch nicht biegen. Selbst wenn sie Hoffnug versprechen
seht her. Ist´s Irrsinn? Oder Hoffnung? Die Feder hier führt?

Will sagen. Hattet mir, hab mir selbst schon fast alles genommen
egal was ihr sagt. Lebe gegen, nicht für den Schmerz
will sagen. Egal wer. Wer mich bekämpfen muss. Der soll kommen
egal was ihr sagt. Ich liebe mein Leben. Hör auf mein Herz.

Will sagen. Hattet mir, hab mir selbst schon fast alles genommen
soll für mein Leben kämpfen? Einfach vergessen den Schmerz?
will sagen. Eins ist sicher. Meine Zeit, sie wird bald kommen
muss gewinnen. Nicht ertragen. So lang´s noch schlägt in mir. Das Kämpferherz.

HIER GEHT ER. HIER STEHT ER.




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