Author Archive for Sebastian Deya

28
Jul
14

Kühlschranke runter, bevor Menschen entgleisen! Es kommt ein Luftzug!

Es fliegt über dem Dach noch Konfetti,
was ihnen drin einmal war Phantasie,
es hängen Tomatensauce, Spaghetti,
wo gekocht wurde heiß, gegessen nie.
Als Bild auf eines anderen Lätzchen,
hat manch Bildnis noch ein Plätzchen.

Gestern noch schlugen drinne Herzen,
ganz hoch hinaus, bis zum Himmel,
heute redet man drin über Schmerzen,
jedes Wort ist verloren im Gewimmel.
Kein Widerspruch stellt sich noch dar,
falsch ist, wer zuerst gegangen war.

Ohrenbetäubend tropft von den Decken,
in Eiseskälte noch das Schwitzwasser,
es knallen Hintertüren, rascheln Hecken,
argumentierend erklärt der Aufpasser,
was zu wissen sei, falsch und wichtig,
und manch Gefühl als falsch, unrichtig.

Die Zusammenkunft wirkt bedrückend,
und um das Dach fliegt bunt Konfetti,
Unglück bewirkt manche beglückend,
im Wind verweht die letzte Phantasie.
Und im Regen bunter Gedankensplitter,
grinst am Fenster noch der Schnitter.

27
Jul
14

Sich fügen heißt lügen!

Wie wurden aus Brüdern und Schwestern,
aus stolzen Banden, denen von gestern,
wie wurden sie Teil der lärmenden Meute,
nur Teil des Krachs von hier und heute?
Andacht, Demut und selbst Schweigen,
verlernt ihr im stolzen Finger zeigen.
Seht ihr nicht, um für’s Leben zu werben,
mussten viele gestern für uns sterben!
Hört ihr sie nicht? Melodien zu bringen,
gab man Hämmer! Sie zu schwingen,
wär in ihrem Sinne und sie zu heben,
nicht erklären, sondern alles geben,
um sie zu schwingen! Das wäre leben!
Sie hören zu lassen war ihr bestreben!

Aus diesem Sterben ein Leben zu machen,
nicht zum urteilen, richten und verlachen,
wo kein Fürst, kein Herrscher, kein Gericht,
für uns mit der fatalen Wahrheit bricht,
gab man uns Hämmer! Nicht zum Klagen!
Nicht zum Erklären! Um Alarm zu schlagen!
Zum nehmen der letzten Stufe Evolution,
die man heute vor uns sah, gestern schon,
doch ihr erbaut ihr euch, blanker Hohn,
aus ihren Knochen einen Thron -
für schwingen! Schlagen! Zum Wenden,
dafür mussten gestern ihre Leben enden!
Das Urteil ist dem Schächter das Fest,
drum gesellt euch damit nur zum Rest!

27
Jul
14

Vom Regen in die Traufe

Ich würde so gern laut es schreien,
wo ist er geblieben, dieser Tag?
Der in Ferne immer vor mir lag -
man konnte Schultern, Ohren leihen.

Davon ließen wir uns längst befreien,
komm sage es mir, komm her und sag,
wie es dir nach wirklich stimmen mag -
einzeln steht  Glied für Glied in Reihen.

Als ich damals auf der Straß noch saß,
mit letztem Hemd und ohne Schuhe,
diese Tage, die ich fast schon vergaß,

sie liegen vor mir in der offnen Truhe.
An Tagen, als ich trocken Brot fraß,
lebt ich in der Gosse noch in Ruhe.

26
Jul
14

Komm, mein Kind! Hiss Sonnenblumen!

Ein Kind nascht vom Schmerzensbäumchen,
die Tollkirschen, pflückt sich Blumen,
einsam verweilt es, träumt sein Träumchen -
es läuft davon, verliert nie Krumen.

Es läuft und läuft und läuft unaufhörlich,
nascht Kirschen, pflückt sich Blumen -
es läuft und läuft und es versteckt sich,
wenn sie von draußen herein zoomen.

Es läuft und verläuft sich, hübsches Kind,
bis Baum und Wiese liegen im Kargen,
wenn Verstecke ihm dort nicht mehr sind -
läuft und läuft es nur, wird es verzagen.

Du solltest wortlos diese Träne vergießen,
bevor es heimatlos, das hübsche Kind -
man wird es pflücken, lässt du’s sprießen,
wo Schmerz und Leid zu Hause sind.

26
Jul
14

Perlentaucher

Dein Unterbewusstsein
ist ein Ozean
unendlicher Weite
jeder Gedanke
ein Tropfen
wenn du hinein weinst
schimmert er blau
wenn Herzblut tropft
schimmert er rot
wenn du hoffst
schimmert er grün
wenn du liebst
erhitzt er
bist du wütend
beginnt er zu kochen
wenn du hasst
fällt sein saurer Regen
wenn du einsam bist
friert er dir zu
bist du es nicht mehr bist
lauft ihr zu zweit
Schlittschuh
dann taut er wieder auf

Du standest nun
so lange im Regen
hast gefroren
jedes Gefühl ist auf
Glatteis geendet
du stehst nun davor
eine Plane bedeckt
was in allen Farben
leuchtete
wenn ich weiß nicht
was ich fühle
hineintropfte

Nun stehst du vor
dieser Plane
und jedes Gefühl
nur noch ein Geräusch
ein Tropfen
auf Plastik
doch siehst du nicht mein
Lächeln hindurch?
Ich friere
ich halte
die Luft an
für dich also schneide
endlich ein Loch
ich werde das
Eis brechen

Spring ins kalte Wasser
und lass uns
noch einmal eintauchen
beim nächsten Mal
Luft holen
sehen wir Sonne
am Himmel
einen Regenbogen
nach verziehenden
Wolken
des noch warmen
Sommerregens

25
Jul
14

Haiku IV

Am Horizont Blut -
rot bekleidet Dämmerung
die Abendsonne

24
Jul
14

Der Wankende

Aus Fehlern lernt man, das ist Fakt,
doch wird das Lernen Drahtseilakt,
wenn Mensch lieber laut empört
richtend auf die Tugend schwört
und mit Fingern zeigt, verlacht,
um zu tun, als ob er keine macht.
Von oben herab lässt man gern grüßen,
tritt ab und an auch mal mit Füßen -
als ob jene, die sich selbst zerstören,
dort außen vor dazu gehören.

Warum ihm dort nicht Angst und Bange?
Etwas hält ihn bei der Stange!
Warum er sie nicht fallen lässt?
Ist doch klar! Er hält sich fest!
Er ging seinen Weg, immer weiter,
oben wankend, Richtung Leiter -
bis er’s gewagt sich umzublicken.
Nun will er sich so gerne zwicken,
doch hat er nicht die Hände frei -
wenn er es tät, wär es vorbei.

Konzentrier dich also anzukommen
und tu, was du dir vorgenommen!
Siehst du die Finger auf dich zeigen,
die dir wünschen, direkt abzusteigen -
es wird dir nur Angst und Bange!
Halt dich fest! Bei einer Stange!
Wurde euch ein neuer Weg zum Ziel?
Ihr gingt schon weit? Euch wird’s zu viel?
Ihr wollt vor Wut die Fäuste ballen?
Dann lasst nicht los! Wir werden fallen!

 

 

 

20
Jul
14

Alles dreht sich

Kreatives und Gedichte
Logik, Sprache und Berichte
Tausend Ideen und ein Schopf
alles dreht in meinem Kopf -
platzt er nicht, schreib ich Geschichte.

20
Jul
14

Und sie marschieren wieder hinterher (4)

Ihr also glaubt
wirklich Widerstand
zu leisten?

Aus der schlafenden Masse
ausgebrochen
seid ihr dabei,
zu einer trampelnden
Herde zu werden,
die auf jeden
zu hält,
der euch im Weg
steht.

Der Widerstand ist
zur Not
eben auch alleine
bereit,
sich dem entgegen
zu stellen,
was auf uns alle
zukommt!

 

 

20
Jul
14

Und sie marschieren wieder hinterher (3)

Ihr sagt mir,
ich sei
wie alle anderen
bloß ein Schlafschaf -
wie alle anderen
ein Tier
einer blinden
Herde?

Hört ihr nicht?
Ich sage
nicht
stehen geblieben,
sondern schreie
umgekehrt!

Außerdem wäre
schlafend zu stehen
immernoch
wesentlich besser,
als ferngesteuert
im Halbschlaf
zu wandeln.

 




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