Archiv für Februar 2012

26
Feb
12

Protokoll X

Manchmal
gehe ich
durch´s Leben
wundere mich
wie konnte es nur
so weit kommen
kann das alles
Zufall sein
wie maßgeschneidert
am Beispiel
führen alle Wege dorthin
wo kein Mensch
je enden wollte

Das Geld
macht lange schon
nur noch wenige reich
die Gesetze
dienen lange schon
nicht mehr Bürgern
zum Schutze
die Bildung
schafft lange schon
kein Verständnis mehr
die Information
führt lange schon
nicht mehr zum Wissen
die Freiheit
scheint mir lange schon
nur noch Illusion
selbst Menschlichkeit
ist so lange schon
nicht mehr
menschlich

Der letzte Ausweg
ist diesen Plan zu durchkreuzen
der seit dem Anfang
bis heute
kurz vor Vollendung
nie wirklich existierte
der aber doch
so lange nun schon
funktioniert

25
Feb
12

Traumhaft

Ich hatte einmal einen Traum
ein fremder Mann, ein fremder Raum
Verheißung lockte durch die Türen
ließ ins Ungewiss´ mich gerne führen
wer der Mensch auch immer war
es stellte sich nicht wirklich dar
doch eine Klarheit blieb, allein
er war viel mehr, als sein Schein
gekreuzte Schwerter, Helme, Wappen
ließen mich durch´s Dunkel tappen
Worte, die so menschlich schienen
verschwiegen ließ er sie mir dienen
denn die Bedeutung konnte ich erst fassen
als ich den Raum schon lang´ verlassen
scheinbar längst vergangen, guter Rat
doch auf meinen Wegen stets parat
wenn ich nicht mehr weiter wusste
wusste ich, wohin ich musste
führte mich von Ort zu Orte
lehrte mich an jeder Pforte
immer tiefer in der Nacht
kleine Stücke seiner Macht
als konnte er verdammt gut raten
welcher-Wahnsinn-wo-würd´-warten
als konnte er schon vorher sehen
wer-wann-wo-wie-weit-würd´-gehen
als konnte er schon damals ahnen
wo-vor-wem-wieso-zu-warnen
gemischt mit meiner Trauer, Kummer, Sorgen
dem Bild vom kommend´, kalten Morgen
gewürzt mit einer zarten Brise
benannte er nach dir die Krise
aus einem ganz privaten Kampf
wurde öffentlich dann bald der Krampf
in dem alle glaubten nur zu nützen
im Recht zu sein und zu schützen
sie mit vielen, Gnade keine
nur gegen mich, mich alleine
so viele Tränen, kalter Schweiß
keiner, der zu zwicken weiß
ich muss heute noch müde lachen
jeder wollte mich zum Unmensch machen
wenn ich manchmal, mir zu Ehren
mich versuchte zu erwehren
versuchte man mir zu erklären
warum ich falsch sei, mich zu wehren
„du willst dich also wirklich rächen?
Du weißt genau, woran sie brechen
du willst sie doch auch gerne quälen?
Brauchst meine Lehre nur zu wählen
zeige allen, dass du weißt, wo sie schwitzen
die wie selbstverständlich vor dir sitzen
spotten, schimpfen, lügen, lachen
du kannst selber dem ein Ende machen!
Wirst umsonst hier weite Wege gehen
sie wollen´s wohl nicht verstehen!“

Er wusste ich würd´ lange fragen
und keiner eine Antwort sagen
auf die ich vorher so sehr schwor´
den Glauben an sie so verlor´
so tauchte er die Welt in Schuld
einen jungen Menschen in Ungeduld
mit großem Herz, doch in der Brust
verbreiteten sich Wut und Frust
es schien die Frage nur von Zeit
bis ich, am Ende dann, soweit
würde einen Menschen richten
lehrte er mir doch´s vernichten
entartete mir Menschenkenntnis
Interesse, Mitgefühl und viel Verständnis
konnte nicht länger Wunden nur sehen
wusste plötzlich damit umzugehen
mit Sätzen, Wörtern, sogar Zeichen
die bis zum Grunde einer Seele reichen
und am Unverständnis abgeschliffen
hätte ich manches Mal auch zugegriffen
einen Grund zu geben, mich zu hassen
ein Ventil zu öffnen, abzulassen
„doch verliere jeden Grund zum Lachen
wird aus Angst doch nur Gewissheit machen“
ich fühlte mich sooft alleine
meine Zukunft war lange schon seine
denn der Dunkle, zum Liebesbeweis
legte sie heimlich auf Eis
sein frostig-düstrer Seelenhauch
den spürte so Mancher um mich auch
jede Chance nach Rat zu fragen
konnte er so von mir jagen
nur Klagen sollten´s noch mehr werden
alleine, gefangen, die Hölle auf Erden
so Manche wollte´s nun gar wagen
die Chance nutzen, mich niederzuschlagen
mich mit aller Macht kaputt zu kriegen
als müsste ich am Boden liegen
nur für ihr Glück und ein Lachen
nichts kann einen so traurig machen
sah mich vor sich schon, auf meinen Knien
mich mit meinem Hass nach vorne flieh´n
spätestens dann bei der Einsicht
die über mich hereinbricht
spätestens dann an dieser Stelle
an der sich mir noch erhelle
an der nichts mehr war, keiner geblieben
sich offenbaren würde, wer´s mit mir getrieben
als ich merkte, wem ich Lehrgeld zahlte
war er es selbst, der´s Bild dann malte
und hatte es, grinsend, in den Augen steh´n
„zu wem willst du noch reden gehen?“,
„und findet sich doch mal einer
vertraue mir ruhig, glaubt dir keiner
spiel doch weiter mir den Unterjochten
hast so bravorös für mich gefochten“
lag´ dann vor ihm leer, auf den Knien
„willst nicht stehend lieber Fäden ziehen?
Komm´ werde mein, du armes Ding
sei nicht schwach. Küss´ den Ring…“

Doch was er wohl im Traum nicht dachte
was ich mir schwor, denn ich erwachte
weil ich sie heute noch vor mir seh´
des Luzifers-ein-Mann-Armee
hören kann sie mich zwar kaum
doch brüll´ es in den Albtraumraum:
„Um auch deine Hoffnung mal zu dämpfen
ich entscheid´ mich für den Tag zu kämpfen
wirst mich nie dein Eigen nennen
kann nun das Tier im Mensch erkennen
mancher Mensch, der glaubt´s zwar kaum
aber manche Lehre überlebt, auch den Traum
das wirst auch du dann bald verstehen
wenn wir uns doch wiedersehen
dafür leb´ ich im Traume nun, ohne Pause
nur für deine Fahrt nach Hause
Meister, kannst dir jedes deiner Worte sparen
sollst von mir aus nur zu Hölle fahren!!!“

24
Feb
12

Für Volk und Vaterland

Hat denn der Wunsch
noch Bestand
für Freiheit, Volk
und Vaterland?

Warum dann bloß
marschiert ihr nicht
einfach los
im Gleichschritt
gleich im Trab
auf den Weg,
schiebt endlich ab!
Das gottverdammte
Nazipack
geht den Deutschen
auf den Sack!

20
Feb
12

Abschied

Es ist
ein Abschied
wie immer
ein warmer
Händedruck
ein unschuldiges
Lächeln
unter traurigen
Augen
sagen schon lange
es ist Zeit
endlich
zu gehen

Ein letztes Mal
nun geh schon
durch diese Tür
ich weiß
das Urteil
ist lange gefallen
leider
waren deine Tage
bereits gezählt
bevor du
damit rechnen konntest
leider
waren deine Tränen
bereits geweint
bevor du
wirklich schreien konntest
leider
warst du
mit deiner Hoffnung
schon lange begraben
bevor der Mensch
in dir
das Licht
dieser Welt
erblickte

Lass uns
einen Moment noch
inne halten
dann komm auch du
an meine Seite
ich schwöre dir
wir werden uns
gemeinsam rächen
für all das
was du dir
entwaffnet bereit
warst
selber anzutun

19
Feb
12

Tanz der Lichter

Der Visionär, mit dem Blick in der Ferne
man sieht, wie du dich gerne siehst
der Kapitän, so hattest du dich gerne
sehe wie gerne du vor Wahrheit fliehst

Denn krächzend geht es nicht zur Neige
aus langem Schatten, tief im Dunkel
spielt schief die Töne, zweiter Geige
Frust entwächst aus dem Gemunkel

Auf den verlassenen Pfaden eingereiht
mit einem Mal, da wurd’s dir klar
hörst Applaus aus der Vergangenheit
der ja, eigentlich, der deine war

Bis zu dem Tage, als plötzlich Licht
ein Herz, zart wie Samt, zäh wie Leder
durch dich schien, sich in dir bricht
ein Schmerz, unter Druck, wie eine Feder

Wie hast du geschlagen und gerungen
Schreck fuhr durch deine Glieder
vom Boden bis zum Himmel gesprungen
geht nun warm langsam dar nieder

Wie ein Zauber, der belebende Regen
tanzt wie tausend bunte Lichter
dies Kind stürmt raus, welcher Segen
sieh hin, es erhellen die Gesichter

Gespreizte Arme, Augen geschlossen
dreht sich´s im Freien, dies Kind
von ihren Augen kommt´s geflossen
zart bewegt im Hauch von Wind

Auch ich musst raus, dass Grollen hier
wieder hinter der Bühne, alleine gelassen
nur ein Engel im Regen, die Musik in mir
muss in Leidenschaft sie tanzen lassen

04
Feb
12

Kämpferherz

Immer, wenn ich durch die Strassen gehe
den Menschen in die Auge sehe
sehe ich Ohnmacht ihre Schatten flanken
die unbelebt des Weges wanken

Sehe die Stille vor den Mündern schäumen
beginne vor mich hinzuträumen
blicke auf die Kälte des grauen Randes
an den Strassen unseres Landes

Sehe vor mir den Winter, wenn nichts bliebe
denke plötzlich an sie, denke an Liebe
sehe einen Mantel, zum Teilen das Schwert
und sehe sie, wie sie mich begehrt

Während die meisten einsam sitzen
heiß vor Rage kalte Perlen schwitzen
will ich uns den Traum erfüllen
uns unter´m Mantel einzuhüllen

Einmal frei zu sein, ohne´s Versagen
ohne Narben zu beklagen
zum letzten Tanz die Hand ihr geben
bis zum Ende so dahinzuschweben

Noch einmal umarmend mich zu einen
einmal noch in ihren Armen weinen
ein letztes Mal noch ihren Atem spüren
einmal noch die Haut berühren

Einmal noch dieses „Danke“ brauchen
einmal noch ihr „Verzeihung“ hauchen
vergessen wo, wie wir hin je kamen
im letzten Winter noch einmal im Warmen

Lippen wollen sich nochmal berühren
eine Hand ihre Brust noch einmal spüren
in des letzten Stündleins dringend Schlägen
sich in der Leidenschaft des Takts bewegen

Ich erfriere jetzt, wenn mir im Winter nichts bliebe
ausser Gedanken bloß nach Rache für Diebe
ohne Geld, gefrierend auf den Strassen des Landes
nie frei von der Last des Unterpfandes

Vielleicht verliere ich alles, vielleicht sogar sie
vielleicht weiß ich nicht wo und bald nicht mehr wie
vielleicht wird das Leben schon bald in mir still
muss bis dahin nur wissen , wie sehr ich es will

Ich will so lange leben, bis ich dann sterbe
so lange blühen, bis ich verderbe
ich will so lange gewinnen, bis ich verliere
so lange glühen, bis ich erfriere

Ich muss es hören, dann zum letzten Atemzug
mein Herz wie´s in der Brust noch schlug
so weiß ich es, dann bis zum letzten Atemzug
zu kämpfen bleibt stets Grund genug

03
Feb
12

Zeitspiel

Man kann
drehen und wenden
wie man auch will
Zeit
ist und bleibt
ein undankbarer Zeitgenosse

Je mehr
man sie hat
desto eher
versucht man
sie totzuschlagen
je eher
man sie bräuchte
desto mehr
rennt sie
davon




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