Archiv für November 2010

28
Nov
10

Mein Herz für euch (1 / Ihr sagt “Wissen ist Macht”, ich sage: “ich weiß es besser”)

Wissen ist Macht
sagen wir
ist das wirklich
frage ich mich
abgewendet
im Schutz der Stille
um mich fragen zu können
ist es wirklich noch
was ich fühle

wenn wir immer mächtiger werden
warum wenden wir uns ab
in den Schutz der Stille
nur dort das Herz zu sehen
das in Heimlichkeit weinend
sagt ich weine nie
verzweifelt allen mitteilt
ich gebe nie auf
das selbstbewusst trotzend
uns auf Knien berichtet
von seiner Einsamkeit
das von Freiheit nur spricht
dabei um Befreiung bettelt
das lauthals posaunend
alleine zweifelt am Sinn

wenn wir immer mächtiger werden
warum flehen unsere Herzen
ausgeliefert
bitte beschütze mich
wenn wir immer mehr wissen
warum flehen unsere Herzen
vergiss mich nicht
im Versteck
wenn wir uns zuwenden
die Augen öffnen
ein Hallo zum Abschied
und gemeinsam vergessen wir wieder
bevor wir ehrlich sein können und sagen
was wir wirklich wissen
wie wir sind
machtlos

27
Nov
10

L.

So, nachdem seit längerer Zeit (gezwungenermaßen) keine Gastpostings mehr auf meinem Blog zu lesen waren, hat es sich also endlich mal wieder ergeben, dass ich euch ein solches präsentieren kann. Der Autor ist seinerseits ebenfalls Betreiber eines Blogs, der sich “Schmerzwach” nennt und auf dem man lohnenswerterweise durchaus die ein oder andere Minute mit lesen verbringen kann. Ich bin recht zuversichtlich, dass es in diesem Fall mit dem Betreiber des Blogs, Jannis Plastargias, dazu kommen wird, dass wir öfter einen solchen Austausch Zustande bekommen und ihr deshalb dann und wann eines seiner Gedichte hier zu lesen bekommt.

Die weiße Orchidee
verwelkt
die Tapete
vergilbt
volle Aschenbecher überall
leere Pfandflaschen
das Sofa abgewetzt
der Musikschrank kurz vor dem Zusammenbruch
den Kopfhörer des MP3-Players auf den Ohren
das immer gleiche Sigur Rós-Lied auf Repeat gestellt
mit dem Kopf an die Decke gerichtet
die Lampe betrachtend
seit geraumer Zeit eingedellt
Essensreste neben mir
endlich keine Ordnung mehr
würde L. mit Wohlwollen sagen
wenn er da wäre
wenn er da wäre.

22
Nov
10

Irrlichter

Und wieder geht
eins der Jahre
zur Neige
der Blick zurück
Wege zum Ziel
verwandeln sich
im Herbst
zu ausgetrampelten Pfaden
im Matsch meiner Gedanken
aufgeweichte Hoffnungen
tiefe Löcher
voller Tränen
in denen ich versinke
wie bloße Vorboten eines Unheils
im Dauerregen
hinter längst welkem Schilf
droht ein reißender Fluss
endgültig ausufernd
alles mitzureißen

Ängstlich
frierend
durchweicht
alle Jahre wieder
frage ich mich
warum überhaupt noch
immer weiter entlang dieser Leidenswege
werde ich je wieder
Sonne sehen dürfen
die hinter den Unwettern verdunkelt
Wärme spüren
die langsam der Kälte weicht
werde ich je ankommen
im Sommer des Lebens
endet mein Weg
im Schatten von Vergangenheit
unter grollendem Donner
führen wir uns
gegenseitig
ins ewige Eis

14
Nov
10

Unter grauem Beton

Auf grauem asphalt
die lebenswege
durch den alltag
auf denen ihre stimmen
vom rauen winde verweht
ihre seelen
liegen unter der oberfläche
begraben
erblindete spiegel
die leeren augen
sind stumme zeugen
die verzweifelt und ungehört
beklagen

menschliches schicksal
vom leben zertreten
liegen sie
schutzlos im rauen wind
am grauen asphalt
die blicke ins dunkel
angesichts von tätern
hören sie die eigenen schreie
in der ferne
vom winde verwehte
verlorene stimmen

sehnen sich so
nach einem zu hause
wünschen sich nur noch
behütete stille
endlich zu durchdringen
den harten beton

ist zu hause nun
darunter
begraben

10
Nov
10

Wo bin ich bloß?

Meter um Meter
irre ich planlos
durch die dunkle Nacht
auf der Suche
nach mir selber
muss ich mich fragen
warum
der Arme
mit der Angst
alles zu verlieren
woher
der Blutleere
seine Angst
vor den Vampiren

Endlich geht Licht auf
wieder einmal wird mir klar
wo ich bin
bin ich
jemand
geblendet
wenn ich bloß bleibe
wo ich bin
werde ich
niemand.

07
Nov
10

Tweet 16

Es schreit in mir
lass mich sein
akzeptiere mich einfach,
wie ich bin
oder schämst du dich
wegen der Tränen
bin doch bloß
ein unschuldiges Gedicht

06
Nov
10

Soziale Gerechtigkeit

So viele Alte
die ungehört beklagen
das Bisschen
über das sie verfügen
müssten sie sparen
bis in den Tod
mit der Angst
um einen würdigen Abschied

Derweil die Mächtigen
die öffentlich beklagen
das Bisschen
über das sie verfügen
müssten sie sparen
mit der Angst
um die Pyramiden
für die andere ausgeblutet
während sie sich darin einbalsamiert
zur Ruhe gebettet.




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Bedeutet im Klartext: Teilen? Jederzeit! Zerteilen? Kein Stück! Alles, was hier an Texten erscheint, ist geschrieben ohne kommerziellen Hintergrund und in diesem soll es auch bleiben.
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