17
Jun
13

Santa Muerte

Wie stolz sind sie hinfortgeritten
erste Krieger die für Glauben stritten
vor Gott wurden sie zur neuen Herde
sein Kreuz prangerte an Hemd und Pferde
so machte er sich auf die Suche
nach diesem Segen, der die Welt verfluche!
So wart der heil´ge Krieg geboren
die Männer wurden eingeschworen
wenn am Schlachtfelde sie ihm dort nütze
käme auch Gott, der ihn beschütze
hatte der Teufel einen Sohn gestohlen
der Vater würde ihn dann holen
was als Gemetzel begann, dort in Nahost
wo die Leiber längst Erde. Die Rüstungen Rost

Diese Rache wär´ wohl längst vergessen
wollte ein Gott nicht Rache üben, wie besessen
selbst im Sprengstoffgurt noch Selbstvertrauen
warten im Paradiese doch die zwanzig Frauen
wie leicht lässt es sich hier doch schießen
wenn im Tode Milch und Honig fließen
wie ähnlich doch Gott sie gemacht
der im anderen Buch als Teufel gelacht
wollt´ Hass und Tod und Blut herbringen
wo keine Menschen mehr in Kirchen gingen
unsere Himmelstore sind geschmiedet aus Gold
so hat der arme Teufel nur noch mehr gewollt
wenn die Kurse hier nach unten zeigen
wird dir die Hölle auf den Bürgersteigen

So hat der eine Teil der Welt das Geld
der andere Rache. Und einen Gott, der ihn hält
Rache für gestern, für morgen, für heute
des Einen Leben ist des Anderen Beute
eine Welt. Bewaffnet bis unter die Zähne
die sich dreht. Um finstere Pläne
eine Welt. Lebt nur für Gott, Geld und Feuer
Macht Träume gar und guten Rat teuer.
In der Nacht erscheint mir dort ein Bengel
aus Fernost kommt hinein ein Engel
ach, wie wundervoll. Wenn sie´s nicht sagen
weil sie nicht hören, was die Anderen klagen
weil sie beide von Geburt an stumm
wie Bauernkinder. Zum Lesen zu dumm

Sie trauten sich ihre Hände zu falten
in den Himmel zu sehen. Das Gleiche zu halten
es war kein Gott ihm im Weg, als er sie küsste
so brach er auf, weil er´s ihnen sagen müsste
„für Gottes Predigt viel zu stumm
für Gottes Werk dazu zu dumm“
so sah er dort hinfort sie reiten
die bis heute ihren Krieg bestreiten
in der gleichen Nacht erscheint im Traum
nur er, ein Gott, ein Buch im Raum
schaut ihn grinsend an: „Sieh her! Der meine!“
Eine Offenbarung mit dem heil´gen Scheine
wie beschrieben war´s ein Engel. In sich brachte
er den Teufel Gott, den Gott uns machte

Als vom Strick man ihn dann abgehangen
einen Bengel der ins Nichts gegangen
ich schrecke hoch, so wie ich´s spüre
wohin Gottes Frieden uns wohl führe
fühl´ mich armen Teufel. Wie entmachtet
wenn Gott mir nach dem Leben trachtet.

13
Jun
13

Wie besesson (1)

Sarah Palin

An seiner Grenze wie besessen
patrouilliert ein Ami stolz mit Smith and Wesson
alle die dorthin aus Armut kommen
werden von ihm gnadenlos auf´s Korn genommen
weil vor Allem, was den Stolz beleidigt
er sein Land zur Not bis in den Tod verteidigt

An den Grenzen dieser Welt unterdessen
patrouilliert der Ami stolz mit Smith and Wesson
damit auf Erden Frieden werde
hinterlässt er weltweit vielen nur verbrannte Erde
durch die Kriege, die er unternommen
nur für jene. Die Dank ihm in den Genuss gekommen

An der Grenze steht er, wie besessen
was aus ihm wohl wird? Mit Smith and Wesson?
Wenn die Konsequenz aus diesem Treiben ist
das Ami, du? Selbst dann bald der Ärmste bist?
Ich frage mich: Auf wen wirst du wohl schießen?
Wenn´s in Zypern begann. Und am Ende deine Banken schließen?

08
Jun
13

Mein Urteil

Wer zu gerne sich glaubt, dass er fehlerlos ist
weil er sich nie für nichts entschuldigt
weil er die eigenen Fehler so einfach vergisst
wer statt zu erkennen selbst sich lieber huldigt

Der klagt sich gern´s Gericht in Gesichter
weil er sie so beklagend mit der Wahrheit schon bricht
henkert er selbst sich verkennend zum Richter
weil er vergisst. Das der Richter ist. Wer die Urteile spricht!

06
Jun
13

Beginne

Ach Mensch,
was hast du dir
bloß aufgebürdet
in dem Glauben
Wissen sei Macht
machtest du aus einem Puzzle
von tausendundeiner Wahrheit
deren Teile im Zusammenhang
als Bild die Wahrheit ergeben
diesen riesigen Haufen

Unter Millionen von Teilen
liegt sie so nun begraben
seiner Größe angesichts
sitzt du dort ratlos
mit deinen Teilstücken
die irgendwie
ein Bild ergeben
gehalten vom Kleister
der zwar am Ende
dem Druck
von Realitäten nicht standhält
doch irgendwie
zufrieden mit dem
was du gebastelt
wirst du
irgendwie
die Frage nicht los
wie bloß
soll es weitergehen?

Wenn du wirklich
wissen willst
wo du genau stehst
beginne zu suchen
vergiss Religion
beginne zu suchen
vergiss das Übernatürliche
beginne zu suchen
vergiss all das
das dir passend gemacht
um nicht passendes
scheinbar passend zu machen
beginne zu suchen

Was du wirklich brauchst
besitzt der Mensch in dir
die Logik
Zusammenhänge zu erkennen
die Sehnsucht
nach dem menschlichen Vorbild
die Kreativität
um deine Idee aufzuzeichnen
als Orientierung
für einen neuen Anfang

Beginne zu suchen
um zu vergessen
damit vom Tisch kommt
was uns bloß belastet
beginnst du zu suchen
wirst du nach nach den ersten
passenden Teilen bereits
beginnen
es dir auszumalen
wie viel du geben kannst
wenn du weißt
wonach du wirklich suchst
beginnst du es zu übermalen
das traurige Bild
welches vom Haufen uns bliebe
verbrannte er
in lodernden Wahnsinnsflammen

Beginnst du zu suchen
wirst du am Ende dann
durch die Phantasie
das keine Grenzen gesetzt
selbst Pinsel auch sein
die wir brauchen werden
das betongraue Bild
unserer gemeinsamen Wahrheit
die wir vorgefunden
in der Farbe
von Menschen
aller couleur
deren Zukunft
uns
neu auszumalen

 

05
Jun
13

Vom Stellungskrieg an der Heimatfront

„Spieglein, Spieglein, an der Wand
wohin ist es, was ich sah in dir?
Die Befriedigung? Die ich gestern hier fand?“
„Weg!“ sprach die Leere aus dem Bild vor mir.
Auf der Suche wie von Sinnen
als ich berührt´ was mich berührte
so die Tränen vermisste, die längst nicht mehr rinnen
spürte ich wie´s mich verführte

Zwischen Neuanfang und Selbstzerstörung
erkennend bis zur Selbsternennung
zwischen Bewunderung und lauter Empörung
benennend bis zur Selbstverkennung
wurde aus einem Kampf für Wahrheit und Werte
ein Kämpfer der den Kampf bloß nährte
weil in seiner Hand erschien ihm´s Gute im Schwerte
ich aus gutem Grund vom Falschen zehrte

Das ähnlich einzigartig der Wicht schon gewesen
der vom guten Glauben einst das Böse abzog
wie unheilvoll sind sie am Wesen dessen genesen
als er zur Differenz damals sich selbst betrog
wie erschrak ich vor mir. Im Glauben Wärme zu geben
wollt´ ich vom Himmel wie die Sonne scheinen
doch ging ich so, wie er, den einen Schritt vom Erheben
hin zu verdunkelnden Wolken, die sauer nur weinen

Grinsend nun, so steht er wieder. Vor mir im Spiegel
vor dem es gilt sich zu bewähren
„du Arschloch! Hier! Mit Brief und Siegel!
In Zukunft werd´ ich´s dir erschweren!“
Vor dem Menschen in mir gibt’s eh kein Entrinnen
so schwer´s auch fällt, sich motivieren
der Mensch in mir kann den Kampf nur gewinnen
wenn er bis zum Ende versucht, ihn nie zu verlieren

Vielleicht erkenne ich ja, was Frei-sein wohl ist
wenn wir´s gemeinsam in die Furchen säen
die der Selbstzweifel hindurch mich frisst
wenn ich dir vertraue, dieses Feld auch zu mähen
ohne mit meiner Person dir dabei im Wege zu stehen
„und wenn´s Dank dir, durch dich, erst alle wissen“
spricht´s  wieder vor mir, indem ich mich so oft gesehen
in Momenten, als ich zum Erkennen war zu hingerissen

Macht´s mir direkt wieder klar -  was in mir lauert
bin ich zu versucht zum Widerstehen
hat der heutige Kampf bloß bis gestern gedauert
droht er lachend vor´m „Auf  Wiedersehen!“
Im Spiegelbild liegt mir um den Hals noch die Schleife
die mich oft schon verführte ihn zu missbrauchen
mit meinem Verstand gestopft bietet er dort mir die Pfeife:
„Solltest du dringend deinen Frieden brauchen? Junge, einfach rauchen…“

31
Mai
13

Vor dem Absprung

Am Ende dieser Straße steh´ ich
zurück zum Anfang blickend seh´ ich
einen Jüngling dort im schicken Wagen
wie er getrieben bloß von seinen Fragen
lässt sich so von Sehnsucht tragen
begann von ganzem Herzen es zu wagen
dieses eine Lied zu singen
das ihn könnte bis zur Sonne bringen
bis ein weiser Mann mit grauen Haaren
ihn plötzlich zwang rechts ranzufahren
er erklärte, wer die Straßen baute
auf die bis dahin er noch fest vertraute
entschlossen die Wahrheit fortan anzuklagen
hatte man ihm gestohlen leider den Wagen
so blieb ihm weiter nichts als rennen
wovon bis heute ihm die Füße brennen
gegen all den Krach laut anzuschreien
so wollt´ er sich von Last befreien
Schritt um Schritt ließ es ihn spüren
das gen Ende uns die Straßen führen
weil er so gedacht, er wär´s, der müsste
weil er dachte, dass er´s besser wüsste
bekam bei vollem Lauf er Schellen
wollten viele gern´ ein Bein ihm stellen
wie´s Karnickel hat´s ihn überschlagen
mit dem Kopf voran dann aufgeschlagen
war er vom Schmerze auch verwirrt
ist er doch weiter geradeaus geirrt
es erschien ihm oft sogar als klar
das manch Aufschlag recht erfrischend war
doch am Boden liegend überfahren
selbst von denen, die einst Freunde waren
begann er sich selbst zu verkennen
dacht´ er könnte sich was Bess´res nennen
er holte sie ein, selbst auf Krücken
er holte sie ein, selbst in Stücken
sah´ sie lachen, wenn er am Wanken
wankte so ausgepumpt sogar durch Planken
sah´ sie weiterhin in großen Scharen
irrend Richtung Ende fahren
musste einen Rucksack mit der Last so tragen
gefüllt mit Antworten auf all die Fragen
doch wie er´s auch tat, keiner wollt´ hören
Wut ließ ihn gar Rache schwören
bis keiner mehr ihm geblieben
weil der Frust sie alle fort getrieben
weil man ihn doch ausgelacht
weil er´s doch auch für sie gemacht
doch spielte er weiter dies´ alte Spiel
die Suche war´s erklärte Ziel
sah´ er sich zwischendurch mal angekommen
hat der Restweg plötzlich zugenommen
von des Meisters Aura angetrieben
weil es so kam, wie er beschrieben
sein Wesen war´s, dass ihn verführte
weil er in ihm das Besondere spürte
ließ die Wut ihn nur noch schneller rennen
die Reibung ließ ihn heller brennen
doch kurz davor hinfortzuschweben
in die kalten Sphären abzuheben

Wie durch Zauberhand erbaute Brücken
ließen auf Augenhöh´ zurück ihn bücken
Meister, ich danke dir für deine Gabe
das Dank dir den tiefen Blick ich habe
doch das wunderbare in den Blicken
die mit Menschlichkeit so sehr verzücken
leider fehlt dir dieser Sinn für´s Schöne
für die betörensten der Zwischentöne
im brennend Lied verlgessener Söhne
in deren Namen ich dich hier verhöhne
sie ließen in mir Einsicht reifen
ich will lieber nach den Sternen greifen
da hast du dich leider geschnitten
dieses Leben hat mich zugeritten
als er seine Klingen an mir wetzte
er den falschen so zu Pferde setzte
durch den maximalen Druck befreit
hör´ ich in mir ein Kind, wie´s „lebe!“ schreit
will endlich über Grenzen schreiten
dies Kind in mir nach Haus´ geleiten
seid ihr hinter mir, dann lasst mich leben
müsst mir einen letzten Tritt noch geben

Brüder, auf geht’s, auf geht’s, auf geht’s, auf!
Ein Tritt. Ein Schritt. Ich schwör´s. Ich lauf
um nie wieder hierher zurückzukehren
der Blick zurück würd´s nur erschweren
will und kann´s nicht mehr verhehlen
am Ende würde zuviel mir  hier fehlen
am Ende dieser Straße steh´ ich
bin hier nicht überlebensfähig

Brüder, auf geht’s, auf geht’s, auf geht’s, auf!
wann geh´n hinter mir die Türen auf?
Damit sie lang verdiente Rache spüren
wir die Verführten in ihr Felde führen
damit am Ende sie die Rache spürten
für die vielen in den Tod verführten

Brüder, auf geht’s, auf geht’s, auf geht’s, auf!
Nehmen wir gemeinsam diesen Weg in Kauf
auf geht’s, auf geht’s, auf geht’s, lauf!
Hinter´m Horizont geht unsre Sonne auf.

17
Apr
13

Zur Not kann ich auch mit dem Leben bezahlen, richtig? Am zweiten Fenster? Na, das trifft sich doch gut! Ich hab´s sogar passend…

Es ist schwierig darauf hinzuweisen
weil wir´s geschaffen um uns abzuspeisen
doch produzierend wie die Fastfoodkette
bringts Leben am Ende nur Hunger und Fette
und kommt, wie sie, täglich mehr noch in Fahrt
weil wir´s einfacher brauchen, a la carte
scheißegal wie ungesund
Hauptsache der Laden brummt
der Gast wird es vergeblich wagen
die Gastfreundschaft hier anzuklagen
wenn er lieber, denn als Gast einer Kette
in eigner Wirtschaft sein zu Hause hätte
wenn er vermisst, wie man Finger auch leckt
wie´s einfach halt am Besten schmeckt
“nimm die Bullette”, sagen sie
“und nagel´ sie ans eigne Knie”
so Mancher hat es schon erbrochen
was er gewagt auf einem Bein zu kochen
doch sie können gerne weiter motzen
find´s ja selber, öfter. Echt, zum Kotzen
schmerzhaft ist der schönste Traum
mit Nägeln schaff´ ich in mir Raum
so lange mir selbsf Schmerzen duften
will ich weiter am Rezepte schuften
denn am Ende, um´s Verrecken
das Süppchen könnt´ nach Freiheit schmecken
von der wir wieder wirklich leben
nicht wie bestellt bloß Bestellung aufgeben
von Luft und Liebe? Glaubt ihr nicht?
Hier! Probier! Ein Gedicht!
Klingt noch halbgar? Meinetwegen,
den Traum zur Hand einfach ins Feuer legen
um je zu erfahren. Was es heißt, satt zu sein
braucht´s den Traum vom Wir an jedem Bein.




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