17
Apr
13

Zur Not kann ich auch mit dem Leben bezahlen, richtig? Am zweiten Fenster? Na, das trifft sich doch gut! Ich hab´s sogar passend…

Es ist schwierig darauf hinzuweisen
weil wir´s geschaffen um uns abzuspeisen
doch produzierend wie die Fastfoodkette
bringts Leben am Ende nur Hunger und Fette
und kommt, wie sie, täglich mehr noch in Fahrt
weil wir´s einfacher brauchen, a la carte
scheißegal wie ungesund
Hauptsache der Laden brummt
der Gast wird es vergeblich wagen
die Gastfreundschaft hier anzuklagen
wenn er lieber, denn als Gast einer Kette
in eigner Wirtschaft sein zu Hause hätte
wenn er vermisst, wie man Finger auch leckt
wie´s einfach halt am Besten schmeckt
“nimm die Bullette”, sagen sie
“und nagel´ sie ans eigne Knie”
so Mancher hat es schon erbrochen
was er gewagt auf einem Bein zu kochen
doch sie können gerne weiter motzen
find´s ja selber, öfter. Echt, zum Kotzen
schmerzhaft ist der schönste Traum
mit Nägeln schaff´ ich in mir Raum
so lange mir selbsf Schmerzen duften
will ich weiter am Rezepte schuften
denn am Ende, um´s Verrecken
das Süppchen könnt´ nach Freiheit schmecken
von der wir wieder wirklich leben
nicht wie bestellt bloß Bestellung aufgeben
von Luft und Liebe? Glaubt ihr nicht?
Hier! Probier! Ein Gedicht!
Klingt noch halbgar? Meinetwegen,
den Traum zur Hand einfach ins Feuer legen
um je zu erfahren. Was es heißt, satt zu sein
braucht´s den Traum vom Wir an jedem Bein.

11
Apr
13

An euch

An prügelnde Polizisten, Richter und Henker
alle „ichschenkdendummenhoffnung“-Denker
auch manchen Mitarbeiter der Job-AG
was wäre ohne euch bloß los, oh Weh

An Schönheitschirurgen und Psychologen
von denen viele nicht bloß sich´betrogen
an alle die, die´s von allein nicht kapieren
warum sie heute wirklich wen therapieren

An alle die in der Not sich einschalten
am längren Hebel die Stange sich halten
an alle die Andere ins Nichts so führen
sich selber nicht als vergessen zu spüren

Was würden all die Mühen nützen
würd´ keiner Bänker beim Verbauen schützen
was nützte all das Blutvergießen
wenn sie Menschen wie mich einfach ließen

Seid für kranke Kinder doch von Nöten
müsst ihren Geist zur Not mit Pillen töten
nichts ginge mehr, hier auf Erden
würdet vom kranken Spiel kein Teil ihr werden

All die Assis die euch so sehr brauchen
könnte man Morgen in der Pfeife rauchen
könnten zum Gebet die Hände falten
ließet ihr nicht die Gerechtigkeit walten

Weil sie am Pausenhof euch´s Brot gestohlen
das ihr´bis heute müsst euch wiederholen
möcht´ ich für Nichts und mehr noch danken
für alle schiefen Blicke, Urteile, Schranken

Würdet ihr jetzt lesen, ihr könntet es spüren
mein Wille könnt´ mich zu euch führen
um euch dann, ungebeten
mit Anlauf in den Arsch zu treten

Wer die Penner hier sind, dass wird man sehen
wenn wir geschlossen dann hinter euch stehen
spätestens dann. Kriegen auch wir zwei es hin
weil ich so wie ihr. Nunmal einfach nicht bin

09
Apr
13

Zusammen

Hatte in letzter Zeit so viel zu klagen
doch heute will ich Dank euch sagen
an die Felsen in den Menschentrauben
vereint durch ihren gemeinsamen Glauben
ohne Not, weil heiß umworben
ist mancher gar dafür gestorben
sehen durch dunkle Augen größte Ziele
in aller Munde im geheimsten der Spiele
für all jene, die ich bis heute verloren
habe ich sooft schon Rache geschworen
voller Leid im Herzen eingebrochen
bin ich frierend schon nach Haus´ gekrochen
wollte die Wut so gern´ in Fressen rotzen
ihnen mein Leben vor die Füße kotzen
in den nimmersatten Menschenmassen
jeden einzelnen Menschen brennend hassen
doch kurz davor die Hand zu passen
konnte ich mich auf euch immer verlassen
liegt pur Energie in euren Tönen
die das Kämpferherz mit Kampf verwöhnen
muss ich tanzend, dabei nur am Flennen
in all dem Übel diese Chance erkennen
in Ketten am Grund´ des kalten Herzen
tanzen ausgelassen größte Schmerzen
sehe einen Rucksack eben Tonnen wiegen
als Welt in Trümmern uns zu Füßen liegen
fühlt er manchmal sich auch hingerissen
als würde keiner ihn wohl je vermissen
der Sorgen tausend, Angst nur eine
der Träume viele, Wahl wohl keine
würde er am liebsten sich zum Teufel hocken
mit ihm ganz einfach bis zum Ende zocken
doch auf ihn geschissen, Kämpfergruß
bis zum Schluss, zur Not zu Fuß
wäret ihr jetzt hier, er würd´s versprechen
bis zum Ende einfach nicht zu brechen
wenn wir die Fäuste zum Gebete falten
sind wir gemeinsam durch nichts aufzuhalten
wenn wir gemeinsam nur die Augen schließen
aus ihnen blutend unsre Tränen fließen
wenn wir gemeinsam einfach alles geben
spürt ihr unter uns die Erde beben
wenn wir Schlachtfelder mit Mut begießen
seht ihr hoch uns zu den Kronen schießen
ihr wisst es ja, man braucht euch sehr
ich flehe euch an, bitte gebt doch noch mehr
will nun kurz nochmal die Augen schließen
die Aussicht den Moment genießen
könnten gewinnen, könnten verlieren
könnten versagen, doch bestimmt triumphieren
lieb´ dieses Leben so sehr, werde alles gern geben
um für Frieden am Ende mit euch kämpfend zu leben

08
Apr
13

An alle

An alle bis-hierher-und-nicht-weiter-Denker
alle zur-Not-eben-sich-selbst-Verschenker
an alle verlorenen sich-selber-Lenker
alle unverbog´nen selbst-Verrenker

an alle Chance-um-Chance-zu-gern-Versäumer
alle trotzdem-noch-vom-Morgen-Träumer
an alle über die sie als Versager klagen
alle die trotzdem eigne Wege wagen

an alle im-Spiegel-nicht-sich-selbst-Erkenner
alle Nacht-um-Nacht-nach-Wahrheit-Renner
an alle die vergessen in den Menschentrauben
als verbot´ne Frucht doch an sich glauben

an alle die unentwegt dort Ausweg spüren
„wohin“ man fragt „soll´s bloß noch führen?“
an alle die leuchtend auch sich selbst mal blenden
aus Überzeugung nicht bloß Zeit verschwenden

an alle die kein Erwachen kennen ohne Sorgen
sich wärmen doch im Traum vom Morgen
an alle Träumer die sie zu gern´ nur verlachen
alle die trotzdem einfach weitermachen

die das Hier und Heut´ im Traum verbrennen
ihr Utopia dort zu Hause nennen
an alle gottverdammten Sternsinger
eure stolz erhob´nen Mittelfinger

Ich sehe ihn vor mir, selbst verschwommen
unser aller Tag , er wird bald kommen
an dem man uns gemeinsam, Glied an Glied
als Wahrheit noch ins Auge sieht
an dem wir geschlossen ineinander uns reihen
synergisch den Sinnen wieder Sinn verleihen
so würde ein jeder uns am meisten  Fehlen
daher meine Angst, will sie nicht verhehlen
wirst du immer weiter dich davon bloß stehlen
werde ich auf dich ewig bis unendlich zählen

01
Apr
13

Der Anfang vom Ende

Wohin die Ranken sich auch ranken
am Ende enden endlich blank Gedanken
wohin die Äste hier auch zeigen
ihre Stämme weg von Sonne neigen

Wohin die Blätter immer fliegen
am Boden sieht man Staub nur liegen
wohin sie auch die Pflanzen setzen
mit Dornen sie sich selbst verletzen

Wohin auch immer ihre Stämme ragen
wird an dicker Rinde Umwelt nagen
wohin die Triebe immer drängen
am Ende leblos  ihre  Blätter hängen

Wo immer auch die Wurzeln liegen
ihre endlich Quellen sie versiegen
wohin immer auch der Wind wird drehen
lässt er Reste bloß  hinfort noch wehen

Selbst in jedem Strahle hellsten Lichts
scheint  hindurch ein Hauch von Nichts
vor´m jüngsten Tag, zu dem sie kamen
lacht in ihrer Hand nur noch der Samen

11
Mar
13

Einstig Union

Unsrem Hoffnungsträger, der gemeinen EU
drückt kontinental erdrückend der Schuh
Italien muss man nach den Wahlen
für Bungabunga wohl  weiter bezahlen

Es tanzt konstant am Pleitenrande
zum Armutsblues das Griechenlande
in Spanien ist die Jugend in Not
die Hälfte sucht nach Lohn und Brot

Die Grande Nation in unsren Reihen
kann Geld bald nur noch teurer leihen
und in der Austrittsfrage ist zerstritten
an Rückzug denkend ganz Great Britain

Hält man dann rettende Schirme uns hin
sind dank Moodys auch schon Löcher drin
während hier in Deutschland Freiwildplagen
uns die Nazis auf die Straße jagen

Bringt Zukunftsangst dank leerer Kassen
die Völker dazu, sich innig zu hassen
so sind Mauern wieder dort vorhanden
wo für Freiheit erst die Grenzen schwanden

Am gemeinsamen Wege, feuertrunken
ist jeder einzeln bald auf Grund gesunken
Freude schöner Götterfunken? Einstig Union
pfeifst du lang am letzten Loch doch schon.

06
Mar
13

Atemberaubend

So oft dich auch die Muse küsst,
auf ewig bleibt sie nie.
Die schönsten Zeilen schreibt
ein Dichterherz, wenn es versinkt
tief im Meere der Melancholie

© Erik Stuart und Sebastian Deya (2013)




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