16
Sep
14

Aus 1001 Tod

Es hält mich hier kein Bett mehr warm,
weil das Gefühl durch Nächte trägt,
als schlügen Wecker sekündlich Alarm,
weil das letzte Stündchen schlägt,

wo andre trocken Schäfchen zählen,
dreh’n Gedanken ihre Runden,
die mich mit dem Ergebnisquälen,
beim zählen der gezählten Stunden.

Ich frage mich, warum weinen
sich Menschen keine Träne nach,
unter Masken, die mir scheinen,
liegen lange alle Nerven brach,

unter’m Dachstuhl, der nur kracht,
als käm er längst schon runter
heult man rum und verlacht
und erscheint dabei recht munter.

Man hofft es wohl, wie man’s dacht
doch den Teufel tut’s und wendet,
was den ersten Fortschritt macht,
es beginngt und endet,

dieser Krieg ist längst verloren,
mit dem Tag, als er begann,
war die letzte Schlacht geboren,
mit dem Plan, den man ersann.

Ich höre stumme Schreie über
dieser Stadt, sie steht in Flammen,
weinend stehen wir darüber,
wenn Herzen auf Pflöcke rammen

und geben ihnen ein Gesicht,
wenn sie sich zu Recht sorgen,
für die Hoffnung scheint kein Licht,
genauso wenig, wie für Morgen,

doch weint auch bald das letzte Kind
und wird auch diese Träne Rauch,
dann iegt ein Abschiedskuss im Wind
und weht über Morgen seinen Hauch

und setzt es ihnen unser Zeichen,
die Flammen in ihr Lied zu pflanzen,
wird blauer Grund die Noten reichen
und ein erstes Kind um’s Feuer tanzen.

14
Sep
14

Wenigstens weiß ich nichts zu wissen.

wissen ist
keine macht
es macht nur
mächtiger

wer klug ist
weiß sich
informationen
zu holen
wenn er denkt
sie nötig zu haben

der mensch denkt
es wäre nötig
informationen
zu haben
um wirklich
notwendig
zu sein

so kann man
glauben
man läge richtiger
als die ersten
menschen
während man
dabei ist
alles einzureißen
was sie einst
erschufen

ich frage mich
was sie wohl
getan hätten
hätten sie das
nur schon
eher gewusst

14
Sep
14

Diagnose: Substanti-Viren! (3)

nach der be-
achtung
gleich links
liegt das ver-
stehen
rechts daneben
liegt die ver-
achtung
vielleicht
anders
herum
höchstens
gegen
über

wenn man
aufhört
sich
die dinge
immer wieder
neu zu be-
greifen

14
Sep
14

selbst wenn ist das problem

ich frage mich sooft
hört ihr euch
eigentlich
selbst noch reden
wenn ihr in die augen
unserer kinder seht
die längst nicht mehr
wissen was sie
zu alledem noch
sagen sollen
obwohl sie immer mehr
zu ertragen haben
sie bleiben leer

selbst wenn ihr
alle täter verhaftet
gibt es höchstens
keine anklage mehr
selbst wenn ihr
den krieg beendet
trägt höchstens
keiner mehr uniform
selbst wenn ihr
das geld abschafft
ist höchstens

alles umsonst
wenn endgültig
keiner mehr weiß
was er sagen soll
wenn er sich
fragt
was ihm denn
eigentlich
noch alles
fehlt

14
Sep
14

Wildfire*

ja manchmal
wirke ich wohl
etwas lauffaul
ich nehme mir
kein taktisches
beispiel
an vermeintlich
guten zügen
ich spiele
reflexartig
den no look
doppelpass
in die tiefe
freier räume

wer braucht
ballbesitz?

*deshalb bin ich übrigens auch ein messi – edeltechniker und stolzer restmüllbesitzer

13
Sep
14

Es ist okay

Gestern tut mir Leid, mein Schatz.
es war wohl übertrieben,
statt zu schreiten, war’s ein Satz,
der geschmalzt war nach belieben.
Glaube mir, ich verstehe dich,
aus Angst vor diesen Ketten,
die fesselnd, um sich
greifend um uns lagen, war retten
das Beste, auch für mich.

Die Ketten, die du aufrecht trägst,
die ich trage, sie zu sprengen,
die du durch den Alltag schlägst,
durch die ich versuch zu drängen,
wenn sie aneinander binden,
voll beladen mit Gewichtung,
wird der Überdruck sich finden,
geht man verschiedner Richtung.

Ich weiß, es kann auch foltern,
bleibt man die Nächte wach,
schreien, krachen, poltern,
wenn die Kettenfetzen fliegen,
aufgesprengt mit Urgewalt,
mit den schärfsten Kanten,
wenn ihr Echo durch die Träume hallt,
die selbst im Schlaf dich fanden.

Was ich dir bloß sagen will:
wie du willst, mit bedacht,
schweige ich, so leis, so still
ich kann, mit Macht,
ich hoff, du kannst ertragen,
manchmal fängt mein Herz
an, nach dir zu fragen,
schlägt dann höher und macht Terz.

Manchmal kann ich es fast hören,
seh ich dich zum Handy sputen,
den ersten Satz, ohne Stören,
hörst du’s bis dahin Tuten
und vergisst meinen Namen,
bis wir auflegten und lachten,
lachen wir, wohin wir kamen
und was wir uns dabei dachten.

Doch auch andernfalls ist es ok,
kann ich’s noch vor mir sehen,
wenn ich hier am Fenster steh,
seh ich dich zum Fenster gehen,
wo deine Augen geschlossen sind
und du siehst sie vor dir stehen,
siehst im warmen Sommerwind
meine weiße Fahne wehen,
sie wird dir ein Ständchen bringen,
bittet dich, nimm doch Platz,
wird vom Lebewohl dir singen,
schon okay, mein Schatz,
siehst du mich lächeln, weißt du noch,
wie früher? Es wird ein Tränchen fließen,
sieh! Am Horizont! Da steht er doch,
dort! Siehst du ihn? Weißt du noch,
singt das Fähnchen beim nach Hause sprießen.

12
Sep
14

Wie Tag und Nacht

Vergebens in der Mittagshitze,
weil zu tiefe Sonne blendet,
ist mein Gekeuche und Geschwitze,
bis der Tag zum Abend wendet.

Erstmal heißt es braten und schmoren,
so halte ruhig auf mich drauf
und nenn mich gerne auch verloren,
ich gehe nach dem Abend auf,

gehst du dann selber bereits unter,
auf Augenhöhe, wenn es dämmert,
geht dir dieses Licht noch auf,
auf das du eben eingehämmert.




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Bedeutet im Klartext: Teilen? Jederzeit! Zerteilen? Kein Stück! Alles, was hier an Texten erscheint, ist geschrieben ohne kommerziellen Hintergrund und in diesem soll es auch bleiben.
Und jedes Wort, das in meinem Namen erscheint, und sei es der Nick-Name, soll damit auch möglichst unter diesem weitergegeben werden, so, wie ich auch mit den Texten anderer verfahre.


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